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Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Handwerks-ERP?

Realistische Implementierungskosten für ein Handwerks-ERP liegen im Mittelstand zwischen 30.000 und 180.000 Euro über die ersten drei bis fünf Jahre, abhängig von Anwenderzahl und Customizing-Tiefe. Betriebe mit 10 bis 50 Mitarbeitern liegen typisch bei 60.000 bis 110.000 Euro inklusive Aufmaß-, Material- und Service-Modulen. Hinzu kommen jährliche Wartungs- und Update-Gebühren von etwa 18 bis 22 Prozent der Lizenzsumme bei On-Premise-Modellen oder eine Cloud-Subscription, die je nach Funktionsumfang grob mit 70 bis 180 Euro pro Nutzer und Monat skaliert. Mehr in unserem Leitfaden ERP-Kosten.

Cloud oder On-Premise – was passt für einen Handwerksbetrieb?

Beide Modelle sind im Handwerk verbreitet, und die Wahl hängt vor allem von Betriebsgröße und Anpassungsbedarf ab. Cloud-Lösungen gewinnen bei kleineren und mittleren Betrieben, weil die mobile Anbindung der Monteure über das Internet einfacher zu betreiben ist und keine eigene Server-Infrastruktur nötig ist. On-Premise bleibt erste Wahl, wenn sehr individuelle Prozesse abgebildet werden müssen oder eine bestehende lokale IT-Landschaft weitergenutzt werden soll. Viele Anbieter offerieren inzwischen hybride Modelle mit lokalem Kern und Cloud-Apps für den Außendienst; Details vergleichen Sie unter Cloud vs On-Premise.

Wie lange dauert die Einführung eines Handwerks-ERP?

Im Handwerk dauern mittelständische ERP-Einführungen typisch 3 bis 9 Monate, während größere Multi-Standort-Projekte deutlich länger laufen können. Mobile Arbeitszeit-Erfassung und Monteur-Apps verlängern die Einführung erfahrungsgemäß um einige Wochen für Schulung und Akzeptanz-Aufbau im Außendienst. Ein erheblicher Teil der Projektdauer entfällt auf Konzeption, Customizing und Datenmigration, der Rest auf Tests, Schulungen und produktiven Roll-out. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter ERP-Implementierungs-Checkliste.

Müssen Handwerksbetriebe ab 2025 E-Rechnungen verarbeiten?

Ja, seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Handwerksbetrieb in der Lage sein, strukturierte E-Rechnungen im B2B-Geschäft zu empfangen, auszulesen und revisionssicher zu archivieren – für den Empfang gibt es keine Übergangsfrist. Für das Versenden gelten gestaffelte Fristen: Bis Ende 2026 sind Papier- und einfache PDF-Rechnungen noch zulässig, ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz E-Rechnungen ausstellen, und ab 2028 gilt die Versandpflicht für alle inländischen B2B-Umsätze. Rechnungen an private Endkunden (B2C) sind von der Pflicht ausgenommen, und ein modernes Handwerks-ERP deckt die gängigen Formate ZUGFeRD und XRechnung nach der europäischen Norm EN 16931 ab; Hintergründe dazu im Glossar zur E-Rechnung.

Welche Schnittstellen und Branchenfunktionen sind im Handwerk wichtig?

Ein Handwerks-ERP unterscheidet sich von Standard-Software vor allem durch branchentypische Schnittstellen und Module für Aufmaß, Baustelle und Service. Über die DATANORM-Schnittstelle (meist Version 4, bei Bilddaten Version 5) übernehmen Betriebe Artikel- und Preisstammdaten ihres Fachgroßhandels direkt in die Kalkulation, statt sie manuell zu pflegen. Für öffentliche und gewerbliche Bauaufträge sind GAEB-Schnittstellen zum Austausch von Leistungsverzeichnissen sowie eine REB-konforme Mengenermittlung und eine VOB-gerechte Abschlags- und Schlussrechnung relevant. Ergänzt wird dies durch mobile Monteur-Apps mit Offline-Fähigkeit für Zeiten, Material, Fotos und Unterschrift sowie eine DATEV-Schnittstelle für die Buchhaltung.

Wofür braucht ein Handwerksbetrieb eine mobile Monteur-App mit Offline-Modus?

Monteure und Servicetechniker arbeiten häufig an wechselnden Baustellen, an denen kein stabiles Mobilfunknetz verfügbar ist, weshalb Offline-Fähigkeit zum Standard moderner Handwerks-Apps gehört. Vor dem Einsatz werden die relevanten Auftragsdaten auf das Gerät synchronisiert, sodass sich Arbeitszeiten, Materialverbrauch, Fotos und Notizen auch ohne Verbindung erfassen lassen und nach Wiederherstellung des Netzes automatisch ins Büro übertragen werden. So entfällt die doppelte Erfassung auf Papier, und Aufmaße sowie Stundenrückmeldungen stehen zeitnah für Nachkalkulation und Abrechnung bereit. Einige Apps lassen sich zusätzlich mit Lasermessgeräten koppeln, um Aufmaße direkt vor Ort digital zu übernehmen.