Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Cloud-ERP und wie unterscheidet es sich von On-Premise?
Ein Cloud-ERP ist eine ERP-Software, die nicht auf firmeneigenen Servern, sondern in den Rechenzentren eines Anbieters betrieben und über das Internet genutzt wird. Meist erfolgt die Bereitstellung als SaaS (Software as a Service), bei der Hosting, Betrieb, Wartung und Updates beim Anbieter liegen und gegen eine laufende Gebühr abgerechnet werden. Bei einem On-Premise-ERP betreibt das Unternehmen die Software dagegen auf eigener Hardware in den eigenen Räumen und ist selbst für Installation, Pflege und Sicherheit verantwortlich. Cloud-Lösungen senken so die Anfangsinvestition und die Anforderungen an die eigene IT, während On-Premise mehr Kontrolle und individuelle Eingriffsmöglichkeiten bietet.
Was kostet ein Cloud-ERP pro Nutzer und Monat?
Cloud-ERP wird in der Regel im Abo-Modell pro Nutzer und Monat abgerechnet, wobei die Spannen je nach Anbieter, Funktionsumfang und Modulwahl stark variieren und von rund 20 Euro bei schlanken Systemen bis über 200 Euro bei umfassenden Suiten reichen können. Für den Mittelstand bewegen sich marktübliche Werte häufig im mittleren Bereich von etwa 50 bis 150 Euro pro Anwender und Monat, inklusive Hosting und Updates. Zu beachten ist, dass die reinen Lizenz- beziehungsweise Abogebühren meist nur einen kleineren Teil – oft rund 15 bis 25 Prozent – der Gesamtprojektkosten ausmachen, während der größere Teil auf Implementierung, Datenmigration, Schulung und Anpassung entfällt. Eine belastbare Kalkulation berücksichtigt daher die Gesamtbetriebskosten über mehrere Jahre und nicht nur den monatlichen Listenpreis.
Wie sicher sind Daten in einem Cloud-ERP?
Seriöse Cloud-ERP-Anbieter betreiben ihre Systeme in professionellen Rechenzentren mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung, Zugangskontrollen und redundanten Backups, die ein einzelnes mittelständisches Unternehmen oft nicht im gleichen Umfang leisten könnte. Als Qualitätsnachweis gilt unter anderem die Zertifizierung nach ISO/IEC 27001 für das Informationssicherheits-Management des Anbieters und seiner Rechenzentren. Eine absolute, hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings weder in der Cloud noch bei eigenen Servern, sodass die konkreten Maßnahmen und Zertifikate des Anbieters im Einzelfall geprüft werden sollten. Wichtige Kriterien bei der Auswahl sind der Hosting-Standort, die eingesetzten Verschlüsselungsverfahren und das Backup-Konzept.
Ist ein Cloud-ERP DSGVO-konform und wo werden die Daten gehostet?
Ein Cloud-ERP kann DSGVO-konform betrieben werden, wenn der Anbieter die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung erfüllt und ein Auftragsverarbeitungsvertrag abgeschlossen wird. Relevant ist dabei nicht nur, ob die Server physisch in Deutschland oder der EU stehen, sondern auch, welchem Recht der Anbieter unterliegt: Bei US-Unternehmen kann der US CLOUD Act einen Datenzugriff durch US-Behörden ermöglichen, selbst wenn die Server in Europa stehen, weil das Gesetz an die US-Kontrolle über den Anbieter und nicht an den Serverstandort anknüpft. Anbieter mit ausschließlich europäischem Hosting und EU-Rechtszugehörigkeit reduzieren dieses Risiko für sensible Daten. Unternehmen sollten den Hosting-Standort, die Rechtsform des Anbieters und die vertraglichen Garantien daher vor Vertragsabschluss sorgfältig prüfen.
Funktioniert ein Cloud-ERP auch ohne Internet?
Da ein Cloud-ERP über das Internet auf zentrale Server zugreift, ist eine stabile Internetverbindung Grundvoraussetzung für den vollen Funktionsumfang. Fällt die Verbindung aus, ist der Zugriff auf das System in der Regel eingeschränkt oder nicht möglich, weshalb eine zuverlässige – und idealerweise redundante – Anbindung wichtig ist. Manche Anbieter stellen für bestimmte Anwendungsfälle Offline- oder App-Funktionen bereit, die Daten lokal zwischenspeichern und bei wiederhergestellter Verbindung synchronisieren. Im Gegenzug profitieren Nutzer davon, dass sie von praktisch jedem Ort und Gerät mit Internetzugang in Echtzeit auf dieselben Daten zugreifen können.
Für welche Unternehmen lohnt sich ein Cloud-ERP?
Cloud-ERP eignet sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die hohe Anfangsinvestitionen in Hardware vermeiden und planbare monatliche Kosten bevorzugen. Auch Betriebe mit verteilten Standorten, Außendienst oder mobilem Arbeiten profitieren vom orts- und geräteunabhängigen Zugriff sowie von der skalierbaren, modularen Erweiterbarkeit bei Wachstum. Branchenweit verlagert sich der Markt deutlich in Richtung Cloud – Marktanalysen sehen Cloud-Lösungen inzwischen bei rund zwei Dritteln des ERP-Marktes, und der Cloud-ERP-Markt wächst mit zweistelligen jährlichen Raten von etwa 14 bis 15 Prozent. Unternehmen mit sehr individuellen Anforderungen, strengen regulatorischen Vorgaben oder bestehender On-Premise-Infrastruktur sollten dagegen genau prüfen, ob ein hybrides Modell oder eine On-Premise-Lösung besser passt.

