Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Cloud-Warenwirtschaft und einer lokal installierten Lösung?
Bei einer lokal (on-premise) installierten Warenwirtschaft läuft die Software auf einem unternehmenseigenen Server, der selbst betrieben, gewartet und aktualisiert werden muss, und der Zugriff ist meist an Rechner im Firmennetz gebunden. Eine Cloud-Warenwirtschaft wird dagegen vom Anbieter in dessen Rechenzentren bereitgestellt und über einen Webbrowser genutzt, sodass kein eigener Server und keine manuelle Wartung nötig sind. Updates und Backups übernimmt in der Regel der Anbieter, und der Zugriff ist standort- und geräteunabhängig über das Internet möglich. Lokale Systeme bieten dafür volle Datenhoheit und sind unabhängig von einer Internetverbindung, was je nach Anforderung ein Vorteil sein kann.
Was kostet eine Cloud-Warenwirtschaft pro Monat?
Cloud-Warenwirtschaftssysteme werden überwiegend als Abonnement (Software as a Service) abgerechnet, wodurch statt hoher Anschaffungskosten planbare monatliche Betriebskosten entstehen. Die Preismodelle unterscheiden sich deutlich: Anbieter wie weclapp rechnen pro Nutzer und Monat ab, während Xentral nach Auftragsvolumen und Jahresumsatz bei unbegrenzter Nutzerzahl abrechnet und PlentyONE auf eine Grundgebühr mit umsatzbasierter Komponente setzt. Im Mittelstand bewegen sich nutzerbasierte Tarife je nach Funktionsumfang häufig im Bereich von etwa 40 bis 180 Euro pro Anwender und Monat. Zu den laufenden Lizenzgebühren kommen einmalige Kosten für Einrichtung, Datenmigration und Schulung hinzu, weshalb ein individuelles Angebot empfehlenswert ist.
Wie sicher sind meine Daten in einer Cloud-Warenwirtschaft und ist sie DSGVO-konform?
Seriöse Cloud-Anbieter sichern Daten durch Verschlüsselung bei der Übertragung und Speicherung, regelmäßige Backups, rollenbasierte Zugriffsrechte und oft eine ISO-27001-Zertifizierung für ihr Informationssicherheits-Management. Für eine DSGVO-konforme Nutzung ist ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) nach Art. 28 DSGVO mit dem Anbieter erforderlich, da das nutzende Unternehmen datenschutzrechtlich der Verantwortliche bleibt. Ein Serverstandort in Deutschland oder der EU vereinfacht die Compliance, weil keine Datenübermittlung in unsichere Drittländer und keine zusätzlichen Standardvertragsklauseln nötig sind. Welche Aufgaben beim Anbieter und welche beim Kunden liegen, regelt das sogenannte Shared-Responsibility-Modell, das vor Vertragsabschluss geklärt werden sollte.
Funktioniert eine Cloud-Warenwirtschaft auch ohne Internet?
Da eine Cloud-Warenwirtschaft über den Browser auf die Server des Anbieters zugreift, ist eine stabile Internetverbindung grundlegende Voraussetzung für den laufenden Betrieb. Fällt das Internet im Unternehmen oder beim Anbieter aus, ist das System in dieser Zeit nicht oder nur eingeschränkt nutzbar, was bei kritischen Prozessen wie Versand oder Kasse zu Beeinträchtigungen führen kann. Manche Anbieter bieten begrenzte Offline-Funktionen oder mobile Apps mit Zwischenspeicherung, doch der volle Funktionsumfang setzt eine Verbindung voraus. Wer auf hohe Ausfallsicherheit angewiesen ist, sollte auf die im Service-Level-Agreement zugesicherte Verfügbarkeit achten und gegebenenfalls eine redundante Internetanbindung einplanen.
Welche Anbieter von Cloud-Warenwirtschaft sind verbreitet?
Im deutschsprachigen Markt zählen unter anderem weclapp, Xentral und PlentyONE (vormals plentymarkets) zu den bekannteren Cloud-Lösungen für Handel und Mittelstand. weclapp positioniert sich als branchenübergreifendes All-in-One-ERP mit integrierter Finanzbuchhaltung, Xentral richtet sich mit API-First-Ansatz und zahlreichen Integrationen vor allem an E-Commerce- und Multichannel-Händler, und PlentyONE ist als Unified-Commerce-Plattform stark auf den Online-Handel ausgerichtet. Daneben existieren weitere Anbieter wie Haufe X360, SelectLine neo oder branchenspezifische Lösungen. Welches System passt, hängt von Faktoren wie Auftragsvolumen, E-Commerce-Fokus, benötigten Schnittstellen und Branche ab, weshalb ein strukturierter Vergleich und Demo-Tests sinnvoll sind.
Wie vermeide ich eine Abhängigkeit vom Anbieter (Vendor-Lock-in)?
Ein Vendor-Lock-in entsteht vor allem dann, wenn ein System stark auf proprietäre Funktionen ohne standardisierte Schnittstellen oder Exportoptionen setzt, sodass ein späterer Wechsel aufwendig und teuer wird. Je mehr Daten und Prozesse sich über die Jahre in einem System ansammeln, desto schwieriger wird die Migration zu einer anderen Lösung. Um das Risiko zu begrenzen, sollte schon bei der Auswahl auf offene Standardformate, dokumentierte Schnittstellen und vertraglich zugesicherte Möglichkeiten zum vollständigen Datenexport geachtet werden. Klare Regelungen zur Datenherausgabe bei Vertragsende und regelmäßige eigene Datensicherungen erhöhen zusätzlich die Unabhängigkeit vom Anbieter.

