Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Cloud-CRM und worin unterscheidet es sich von einem On-Premise-CRM?
Ein Cloud-CRM (auch Online-CRM genannt) ist eine Software für das Kundenbeziehungsmanagement, die auf den Servern eines Anbieters gehostet und über das Internet als Webdienst genutzt wird, statt lokal auf eigener Hardware installiert zu sein. Beim On-Premise-CRM betreibt das Unternehmen die Software dagegen auf eigenen Servern im eigenen Rechenzentrum und übernimmt Wartung, Updates und Backups selbst. Cloud-Lösungen lassen sich in der Regel schneller einführen, einfacher skalieren und verursachen geringere Anfangsinvestitionen, weil teure Hardware und eigenes IT-Personal entfallen. On-Premise bietet im Gegenzug volle Kontrolle über Speicherort und Zugriff auf die Daten, ist aber meist aufwendiger und kostenintensiver in der Einrichtung.
Was kostet ein Cloud-CRM pro Nutzer und Monat?
Cloud-CRM-Systeme werden überwiegend als Abonnement (SaaS) pro Nutzer und Monat abgerechnet, sodass aus einer einmaligen Investition planbare laufende Betriebskosten werden. Einstiegstarife etablierter Anbieter wie Pipedrive oder Zoho beginnen je nach Plan und Abrechnungsmodell im niedrigen zweistelligen Bereich ab rund 14 Euro pro Nutzer und Monat, während die Einstiegsedition von Salesforce bei etwa 25 Euro startet. Für umfangreichere Editionen mit Automatisierung, ausführlichem Reporting und Integrationen liegen die Preise deutlich höher und können bei Enterprise-Plänen 100 Euro pro Nutzer und Monat überschreiten. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Nutzerzahl, gewünschtem Funktionsumfang und etwaigen Zusatzmodulen ab, weshalb sich vor der Auswahl ein konkreter Anbietervergleich für den eigenen Bedarf empfiehlt.
Ist ein Cloud-CRM DSGVO-konform und wo werden die Kundendaten gespeichert?
Sobald in einem Cloud-CRM personenbezogene Kundendaten verarbeitet werden, muss das nutzende Unternehmen nach Art. 28 DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Anbieter abschließen, der Zweck, Umfang und Schutzmaßnahmen der Datenverarbeitung verbindlich regelt. Anbieter mit Rechenzentren innerhalb der EU bzw. des EWR bieten ein höheres Maß an rechtlicher Sicherheit, da sie unmittelbar der DSGVO unterliegen; Standorte außerhalb der EU erfordern zusätzliche Schutzmaßnahmen wie etwa Standardvertragsklauseln. Zu beachten ist außerdem, dass bei US-Anbietern der US-amerikanische CLOUD Act greifen kann, selbst wenn die Server physisch in Europa stehen, weil ein US-Mutterkonzern Zugriff über seine Tochtergesellschaft erlangen kann. Vor der Auswahl sollten Unternehmen daher Serverstandort, Konzernsitz des Anbieters, AVV sowie Regelungen zu Zugriffskontrollen und Audit-Logs genau prüfen.
Wie sicher sind die Daten in einem Cloud-CRM?
Seriöse Cloud-CRM-Anbieter verschlüsseln die Daten sowohl bei der Übertragung als auch bei der Speicherung nach dem aktuellen Stand der Technik und betreiben ihre Rechenzentren häufig redundant gespiegelt, um Ausfälle und Datenverluste zu vermeiden. Ein verbreitetes Qualitätsmerkmal ist die Zertifizierung nach ISO/IEC 27001, die ein dokumentiertes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) mit Prozessen für Betrieb, Überwachung und kontinuierliche Verbesserung nachweist; die ergänzende Norm ISO/IEC 27018 adressiert speziell den Schutz personenbezogener Daten in öffentlichen Cloud-Diensten. Ein Vorteil gegenüber selbst betriebenen Systemen ist, dass regelmäßige Sicherheits-Updates und Backups in der Verantwortung des Anbieters liegen. Unternehmen sollten dennoch rollenbasierte Zugriffsrechte, Zwei-Faktor-Authentifizierung und vertraglich zugesicherte Verfügbarkeiten (SLA) prüfen.
Funktioniert ein Cloud-CRM auch offline ohne Internetverbindung?
Da ein Cloud-CRM grundsätzlich über das Internet bereitgestellt wird, ist für den vollen Funktionsumfang eine stabile Verbindung erforderlich, was bei Ausfällen oder schlechter Mobilfunkabdeckung im Außendienst zu Einschränkungen führen kann. Viele Anbieter wie Microsoft Dynamics 365 oder Vtiger bieten jedoch mobile Apps mit Offline-Modus, mit dem sich Datensätze, Besuchsprotokolle, Angebote oder Serviceberichte auch ohne Verbindung erfassen und bearbeiten lassen. Sobald wieder eine Internetverbindung besteht, werden die offline vorgenommenen Änderungen automatisch mit dem Server synchronisiert. Wer regelmäßig in Bereichen ohne zuverlässiges Netz arbeitet, sollte beim Anbietervergleich gezielt auf eine robuste Offline-Funktionalität achten, da Umfang und Zuverlässigkeit je nach Lösung deutlich variieren.
Welche Funktionen sollte ein gutes Cloud-CRM mitbringen?
Ein leistungsfähiges Cloud-CRM sollte alle wesentlichen Kundendaten zentral erfassen und übersichtlich darstellen, darunter Kontaktdaten, die gesamte Kommunikationshistorie über Telefon, E-Mail und persönliche Kontakte sowie Informationen zu Bestellungen, Angeboten, Beschwerden und Marketing-Maßnahmen. Wichtig sind außerdem ein mobiler Zugriff über verschiedene Endgeräte wie Laptop, Smartphone und Tablet sowie Aktualisierungen in Echtzeit, damit alle Mitarbeiter standortunabhängig auf demselben Informationsstand arbeiten. Eine intuitive, nutzerfreundliche Bedienung erhöht die Akzeptanz im Team und reduziert den Schulungsaufwand. Nicht zuletzt sollte sich das System über Schnittstellen in bestehende Anwendungen integrieren lassen, etwa in ein ERP-System zur unternehmensweiten Ressourcenplanung.
Wie wähle ich das passende Cloud-CRM aus und welche Stolperfallen gibt es?
Eine strukturierte Auswahl beginnt mit einer klaren Anforderungsanalyse beziehungsweise einem Lastenheft, in dem die eigenen Geschäftsprozesse, die benötigten Funktionen und die erwartete Nutzerzahl festgehalten werden, gefolgt von einem Anbietervergleich und praktischen Demo- oder Testphasen. Zu den häufigsten Fehlern zählen ein zu schnelles Vorgehen ohne Anforderungsklarheit, eine unterschätzte Datenmigration aus Alt-Systemen sowie fehlendes Change-Management, das die Akzeptanz der Mitarbeiter gefährdet. Achten sollten Unternehmen zudem auf versteckte Folgekosten durch Zusatzmodule, auf die Integrationsfähigkeit mit vorhandener Software und auf datenschutzrechtliche Aspekte wie Serverstandort und Auftragsverarbeitungsvertrag. Eine unabhängige fachliche Begleitung kann das Projektrisiko deutlich senken, ersetzt aber nicht den Blick auf die individuellen Prozesse und die IT-Strategie des Unternehmens.

