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Häufig gestellte Fragen

Was ist Produktionsplanung einfach erklärt?

Produktionsplanung umfasst die gesamte Vorarbeit, die das reibungslose Herstellen von Waren und Gütern überhaupt erst ermöglicht, und ist Teil des übergeordneten Bereichs Produktionsplanung und -steuerung (PPS). Klassisch gliedert sie sich in drei Schritte: die Primärbedarfsplanung (welche Endprodukte und Mengen werden im Planungszeitraum benötigt), die Sekundärbedarfsplanung (welche Materialien und Vorprodukte sind dafür erforderlich) sowie die Termin- und Kapazitätsplanung (Abgleich von Bedarf und verfügbaren Maschinen, Arbeitsplätzen und Personal). Ziel ist es, bei gleichbleibender Qualität möglichst niedrige Produktionskosten und eine termingerechte Fertigung zu erreichen. Die anschließende Produktionssteuerung übernimmt dann mit Auftragsfreigabe, Ablaufplanung und Auftragsüberwachung die operative Umsetzung.

Was ist der Unterschied zwischen einem PPS-System und einem ERP-System?

Ein PPS-System konzentriert sich speziell auf die Planung und Steuerung der Fertigung, also auf Bedarfsermittlung, Terminierung, Kapazitätsabgleich und Auftragsüberwachung. Ein ERP-System ist dem übergeordnet und steuert sämtliche Unternehmensressourcen wie Finanzen, Personal, Einkauf und Vertrieb, wobei die Produktionsplanung dort nur ein Modul von vielen ist. In der Praxis ist die PPS-Funktionalität heute meist als Modul in ein ERP-System integriert, sodass produktionsnahe und kaufmännische Daten auf einer gemeinsamen Datenbasis liegen. Für viele mittelständische Fertiger ist eine ERP-Lösung mit integriertem PPS-Modul sinnvoll, weil alle Geschäftsprozesse zentral abgebildet werden; spezialisierte Stand-alone-PPS-Systeme kommen eher bei sehr komplexen oder branchenspezifischen Anforderungen zum Einsatz.

Aus welchen Schritten besteht die Produktionsplanung?

Die Produktionsplanung folgt einer logischen Abfolge, die in der Regel mit der Primärbedarfsplanung beginnt: Auf Basis der Absatzplanung und einer Nachfrageprognose wird festgelegt, wie viele absatzbestimmte Produkte im Planungszeitraum hergestellt werden sollen. Daran schließt die Sekundärbedarfsplanung an, die per Stücklistenauflösung den Bedarf an Materialien, Zwischen- und Vorprodukten ermittelt und entsprechende Fertigungs- oder Beschaffungsaufträge auslöst. Den Abschluss bildet die Termin- und Kapazitätsplanung, die sich in Durchlaufterminierung, Kapazitätsplanung und Kapazitätsabgleich gliedert und prüft, ob genügend Maschinen, Arbeitsplätze und Personal verfügbar sind. Reicht die Kapazität nicht aus, werden entweder die Kapazitäten erhöht oder die Termine beziehungsweise das Produktionsprogramm zeitlich angepasst, bevor die Steuerungsphase mit der Auftragsfreigabe übernimmt.

Was bedeuten MRP, MRP II und APS in der Produktionsplanung?

MRP steht für Material Requirements Planning und bezeichnet die Materialbedarfsplanung, die ausgehend vom Produktionsprogramm über die Stücklistenauflösung mit Bestandsabgleich die periodengenauen Nettobedarfe ermittelt. MRP II (Manufacturing Resource Planning) erweitert dieses Konzept um die Kapazitätsplanung und bezieht damit auch Maschinen-, Personal- und Finanzressourcen ein. APS (Advanced Planning and Scheduling) geht noch einen Schritt weiter und plant Material, Maschinen, Personal und Werkzeuge weitgehend simultan unter Berücksichtigung begrenzter Kapazitäten statt rein nacheinander, wodurch sich auch über mehrere Fertigungsstufen und Standorte hinweg realistischere Termine berechnen lassen. Während die meisten ERP-Systeme auf klassischer MRP- beziehungsweise MRP-II-Logik basieren, kommen APS-Lösungen vor allem bei komplexen Fertigungsumgebungen mit vielen Restriktionen zum Einsatz.

Worin unterscheiden sich PPS und MES?

Ein PPS-System ist auf die mittel- bis kurzfristige Planung und die Steuerung der Fertigung ausgerichtet, also auf Bedarfsermittlung, Terminierung, Auftragsfreigabe und übergeordnete Überwachung. Ein Manufacturing Execution System (MES) bildet dagegen das Bindeglied zwischen der Planungsebene (ERP/PPS) und dem physischen Produktionsvollzug auf dem Shopfloor und liefert Transparenz über den tatsächlichen Produktionsstatus weitgehend in Echtzeit. Zu den typischen MES-Funktionen zählen ein Fertigungsleitstand, die Betriebsdatenerfassung sowie Komponenten für das Qualitätsmanagement, womit eine deutlich feinere Sicht auf den Produktionsprozess möglich ist als auf reiner PPS-Ebene. In der Praxis ergänzen sich beide Ebenen: Das PPS plant die Aufträge, das MES erfasst die Rückmeldungen und ermöglicht so eine frühzeitige Erkennung von Engpässen und Störungen.

Was kostet eine Software für die Produktionsplanung?

Die Kosten für eine PPS- oder ERP-Lösung mit Produktionsplanungsmodul hängen stark von Anwenderzahl, Modulumfang und Bereitstellungsmodell ab und lassen sich nicht pauschal beziffern. Die reinen Lizenz- beziehungsweise Abonnementkosten machen typischerweise nur einen Teil der Gesamtinvestition aus; ein erheblicher Anteil entfällt auf Implementierung, Customizing, Datenmigration und Schulung. Cloud-Subscription-Modelle bieten planbare monatliche Kosten, während On-Premises-Lösungen eine höhere Anfangsinvestition, dafür aber dauerhaften Eigenbetrieb bedeuten. Für realistische Bandbreiten und eine strukturierte Kalkulation empfiehlt sich der Blick in eine ERP-Kosten-Übersicht, da die tatsächlichen Aufwände immer von der individuellen Fertigungskomplexität und der Customizing-Tiefe abhängen.