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Häufig gestellte Fragen

Was ist ein DMS (Dokumenten-Management-System) und wofür wird es eingesetzt?

Ein Dokumenten-Management-System (DMS) ist eine Software, mit der Unternehmen digitale und gescannte Dokumente zentral erfassen, klassifizieren, durchsuchen, versionieren und archivieren. Eingehende Belege wie Rechnungen, Verträge, Lieferscheine oder E-Mails werden dabei indexiert und per Texterkennung (OCR) volltextdurchsuchbar gemacht, sodass sich einzelne Dokumente in Sekunden über Stichworte wiederfinden lassen. Eingesetzt wird ein DMS überall dort, wo das händische Sortieren, Abheften und Suchen von Papierdokumenten zu viel Arbeitszeit und Lagerplatz bindet. Häufig ist das DMS mit ERP-, CRM- oder Buchhaltungssoftware verbunden, damit Dokumente direkt aus dem jeweiligen Geschäftsprozess heraus abgelegt und aufgerufen werden können.

Was kostet ein Open-Source-DMS und ist es wirklich kostenlos?

Bei Open-Source-Dokumentenmanagement ist die Software-Lizenz selbst in der Regel kostenfrei, weil der Quellcode offen und frei nutzbar ist. Lizenzfrei bedeutet jedoch nicht kostenlos im Betrieb: Es fallen weiterhin Aufwände für Server beziehungsweise Hosting, Einrichtung, Datenmigration, Schulung und laufende Wartung an, die bei kommerziellen Lösungen oft im Abopreis enthalten sind. Anbieter wie LogicalDOC oder OpenKM stellen zudem eine kostenfreie Community-Edition neben einer kostenpflichtigen Enterprise- beziehungsweise Professional-Variante bereit, wobei der freien Version teils Audit-, Compliance- oder Automatisierungsfunktionen fehlen. Wer kein eigenes IT-Know-how hat, sollte die internen Betriebskosten realistisch einplanen, weil sie bei selbst gehosteten Systemen den größten Posten ausmachen können.

Welche Open-Source-DMS-Lösungen sind 2026 verbreitet?

Im Open-Source-Umfeld zählen Paperless-ngx, Mayan EDMS, LogicalDOC Community und OpenKM zu den am häufigsten genannten Systemen. Paperless-ngx ist der von einer Community gepflegte Nachfolger der ursprünglichen Paperless- und Paperless-ng-Projekte, setzt auf OCR über Tesseract sowie eine tag-basierte Ablage und gilt als guter Einstieg für kleine Teams und Selbstständige. Mayan EDMS und OpenKM sind eher auf größere Organisationen mit komplexeren Anforderungen ausgelegt und bieten Rollen- und Rechteverwaltung, Metadaten sowie Workflow-Funktionen, während LogicalDOC Community auch für kleinere und mittlere Teams gut geeignet ist. Alle vier laufen meist selbst gehostet (häufig per Docker) und decken die Grundfunktionen Dateieingang, Volltextsuche, Versionierung und Web-Oberfläche ab; welches System passt, hängt von Teamgröße, IT-Ressourcen und Compliance-Anforderungen ab.

Ist ein Open-Source-DMS GoBD-konform und revisionssicher?

Open-Source-DMS können GoBD-konform betrieben werden, doch die Konformität ergibt sich nicht aus der Software allein, sondern aus dem gesamten Verfahren. Die GoBD fordern, dass aufbewahrungspflichtige Dokumente unveränderbar, vollständig, nachvollziehbar, verfügbar und geordnet gespeichert werden; technisch wird Unveränderbarkeit unter anderem über WORM-Speicherung (Write Once, Read Many), Schreibschutz, Hashwerte und lückenlose Audit-Trails sichergestellt. Zusätzlich verlangen die GoBD eine unternehmenseigene Verfahrensdokumentation, die beschreibt, wie Dokumente erfasst, abgelegt und archiviert werden. Ob eine bestimmte freie Lösung diese Anforderungen abdeckt, sollte vor dem Produktiveinsatz konkret geprüft werden, da manche Community-Editionen die für revisionssichere Archivierung nötigen Audit- und Compliance-Funktionen nicht enthalten.

Wie lange müssen Dokumente in einem DMS aufbewahrt werden?

Die handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungsfristen richten sich nach der Art des Dokuments. Für Bücher, Inventare, Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen und die zu ihrem Verständnis nötigen Unterlagen gilt weiterhin eine Frist von zehn Jahren, während Handels- und Geschäftsbriefe sowie sonstige steuerrelevante Unterlagen in der Regel sechs Jahre aufzubewahren sind. Für Buchungsbelege wie Rechnungen wurde die Frist mit dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz zum 1. Januar 2025 von zehn auf acht Jahre verkürzt; eine spätere Gesetzesänderung, die das Bundeskabinett im August 2025 auf den Weg brachte, nahm diese Verkürzung allerdings für Banken, Versicherungen und Wertpapierinstitute wieder zurück, sodass dort weiter zehn Jahre gelten. Ein DMS unterstützt diese Pflichten, indem es Belege fristgerecht und revisionssicher vorhält; die konkreten Fristen sollten im Zweifel mit dem Steuerberater abgestimmt werden.

Muss ein DMS E-Rechnungen verarbeiten und richtig archivieren können?

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen im B2B-Bereich empfangen und verarbeiten können, während die Pflicht zum Ausstellen über Übergangsregelungen stufenweise bis zum 1. Januar 2028 ausgeweitet wird. Eine E-Rechnung im Sinne des Gesetzes ist ein strukturiertes, auf XML basierendes Format nach der europäischen Norm EN 16931, in Deutschland vor allem XRechnung und das hybride ZUGFeRD-Format. Für die Archivierung gilt, dass zumindest der strukturierte Datenteil unverändert in seiner ursprünglichen Form aufbewahrt werden muss, selbst wenn zusätzlich eine lesbare PDF-Darstellung vorliegt. Ein geeignetes DMS hilft hier, indem es das Originalformat GoBD-konform und unveränderbar ablegt; ein einfaches Speichern im Dateisystem oder per E-Mail-Ordner erfüllt diese Anforderungen dagegen nicht zuverlässig.