ERP mit Amazon-Anbindung: Anbieter-Übersicht und MWS/SP-API
Eine ERP-Software mit Amazon-Anbindung ist für Amazon-Seller essentiell — manuelle Bestand- und Bestellabwicklung skaliert ab dem ersten Tag nicht. 45+ ERPs in unserem Verzeichnis bieten Amazon-Konnektoren, vom einfachen Marketplace-Sync bis zur tiefen FBA-Integration mit Inbound-Versand und Erstattungs-Reconciliation. Diese Übersicht hilft bei der Auswahl.
Es gibt zwei grundlegend verschiedene Amazon-Modelle, die unterschiedliche ERP-Anforderungen stellen:
Amazon Seller Central (FBM)
Sie versenden selbst. ERP muss können: Bestand-Sync, Order-Import, Buyer-Daten, Versandbestätigung mit Tracking-ID. Standard-Funktionsumfang.
Amazon FBA (Fulfillment by Amazon)
Amazon übernimmt Lager + Versand. ERP muss zusätzlich können: Inbound-Shipment-Erstellung, FBA-Bestand getrennt vom eigenen Lager, Erstattungen-Tracking, FBA-Gebühren-Buchhaltung. Deutlich komplexer.
Amazon hat 2023 die alte MWS (Marketplace Web Service) komplett abgeschaltet. Neue Anbindungen MÜSSEN die SP-API (Selling Partner API) nutzen. Wichtig bei der Auswahl:
- Aktuelle SP-API: Pflicht — alte MWS-Anbindungen funktionieren nicht mehr
- OAuth-Flow: moderne Authentifizierung statt Token-Tausch
- Echtzeit-Notifications: SQS/SNS für Order-Events statt Polling
- Multi-Marketplace: EU + US + UK + Japan parallel
- Reports-API: Settlement-Reports, FBA-Inventory, Returns
Aus 45 Anbietern in unserem Verzeichnis (alphabetisch):
- 4SELLERS — Multichannel-ERP, fokussiert auf Marktplätze
- Actindo — DACH-Multichannel, starke Amazon-Module
- Billbee — günstig, FBA-Integration
- DreamRobot — Marktplatz-ERP, FBA-spezifisch
- JTL-Wawi — sehr verbreitet bei Amazon-Sellern
- microtech — Mittelstand mit Amazon-Modul
- Myfactory — Cloud-Mittelstand
- Oracle NetSuite — Enterprise-Multichannel
- Pickware — als Shopware-Plugin, Amazon-Konnektor
- weclapp — Cloud-ERP mit Amazon-Bridge
Welches ERP für welchen Amazon-Seller?
Einsteiger (bis 500 Bestellungen/Monat)
Schlanke Tools wie Billbee oder DreamRobot reichen — günstig, schnelle Einrichtung.
Skalierung (500–10.000 Bestellungen/Monat)
Multichannel-ERPs wie Actindo, 4SELLERS oder JTL-Wawi bieten den richtigen Mix.
Enterprise (>10.000 Bestellungen/Monat oder international)
Hier sind Oracle NetSuite oder spezialisierte Enterprise-Setups mit eigenen Multichannel-Add-Ons sinnvoll.
Realistische Kosten-Bandbreiten für Amazon-ERP:
- Plug-and-Play: 30–80 EUR/Monat (Billbee, DreamRobot, weclapp Starter)
- Multichannel-Pakete: 200–800 EUR/Monat (Actindo, 4SELLERS)
- Enterprise mit Customizing: 30.000+ EUR Setup, 1.000+ EUR/Monat
Eine gute Anlaufstelle für die Auswahl ist eine unabhängige Auswahlbegleitung. Wer sein Lastenheft mit konkreten Amazon-Anforderungen schreibt, kommt schneller zum Ziel.
- Welches ERP ist das beste für Amazon FBA?
Es kommt auf das Volumen an. Für Einsteiger ist Billbee gut, für mittlere Volumen Actindo oder 4SELLERS. Bei großen Marken ist Oracle NetSuite mit Multichannel-Add-Ons oft die Wahl.
- Funktioniert die alte MWS-API noch?
Nein, Amazon hat MWS 2023 abgeschaltet. Alle aktuellen ERP-Anbieter müssen die SP-API verwenden. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass der Anbieter aktiv SP-API-Updates pflegt.
- Kann ein ERP auch FBA-Bestände verwalten?
Ja, gute Multichannel-ERPs trennen FBA-Bestand von eigenem Lagerbestand und integrieren Inbound-Shipments direkt. Das ist ein wichtiger Unterscheidungs-Punkt zwischen "einfacher Konnektor" und "echte FBA-Integration".
- Wie teuer ist eine Amazon-Schnittstelle im ERP?
Bei modernen Cloud-ERPs ist die Amazon-Anbindung meist im Standard enthalten oder kostet 50–150 EUR/Monat extra. Bei klassischen Mittelstands-ERPs sind 3.000–10.000 EUR Einrichtung plus monatliche Lizenzen üblich.
