KLARA ist eine schweizweit eingesetzte All-in-one-Business-Software, die speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurde. Hinter dem Produkt steht heute die ePost Service AG mit Sitz in Luzern – eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post. KLARA bündelt zentrale administrative Aufgaben wie Buchhaltung, Lohn, Kasse, CRM, Online-Shop und Lagerverwaltung in einer durchgängigen Cloud-Plattform und richtet sich an Selbständige, Vereine, Kleinstbetriebe und etablierte Schweizer KMU.
Hersteller und Hintergrund
Die KLARA Business AG, heute firmierend als ePost Service AG, wurde 2016 in Luzern gegründet. 2020 übernahm die Schweizerische Post mit 50,1 Prozent die Mehrheit am Unternehmen. Hauptsitz ist das Schlössli Schönegg an der Wilhelmshöhe 1 in 6003 Luzern. KLARA beschäftigt rund 110 Mitarbeitende und hat sich nach eigenen Angaben zu einer der am meisten genutzten Schweizer Business-Plattformen entwickelt – mehr als 50.000 Schweizer Unternehmen setzen die Software ein. Strategisch ist KLARA tief in das Ökosystem der Post eingebunden und integriert deren Dienste wie Postfinance, eBill und elektronische Briefzustellung nativ in die Plattform.
Funktionsumfang von KLARA
KLARA ist modular aufgebaut. Die wichtigsten Bausteine sind die Buchhaltung mit MwSt.-Abrechnung und automatischer Bankabstimmung, der Lohn mit Swissdec-ELM5-Zertifizierung, das Kassensystem (POS), die Auftragsbearbeitung mit QR-Rechnung, ein Online-Shop, ein einfaches CRM, Zeiterfassung, Projektverwaltung sowie Module für Online-Buchung, Lagerverwaltung und elektronische Archivierung. Über die offene Bankanbindung integriert KLARA Schweizer Banken wie PostFinance, UBS, Raiffeisen und zahlreiche Kantonalbanken; Buchungen und Zahlungen werden automatisch abgeglichen. Die Plattform unterstützt zudem Treuhandbeziehungen: Treuhänder können Mandanten in der gleichen Cloud betreuen, Belege gemeinsam bearbeiten und Auswertungen freigeben – ein Modell, das KLARA in der Schweiz besonders attraktiv macht.
Zielgruppe und Branchen
KLARA richtet sich vorrangig an Schweizer KMU mit weniger als 50 Mitarbeitenden, an Selbständige, Treuhänder, Vereine und kleinere Dienstleistungs- und Handelsbetriebe. Branchenseitig ist die Lösung breit aufgestellt: Vom Einzelhandel mit POS über Handwerk, Gastronomie, Beauty- und Coiffeursalons bis hin zu kleinen Dienstleistungsbetrieben wird KLARA eingesetzt. Für rein produzierende Unternehmen mit komplexen MRP- und PPS-Anforderungen ist KLARA nicht das primäre Werkzeug – hier verweisen Beratungspartner eher auf umfassende ERP-Systeme wie Abacus, SAP Business One oder Sage 200.
Architektur und Schweizer Hosting
KLARA ist als reine Cloud-Lösung konzipiert; Anwender greifen über Webbrowser oder mobile Apps zu. Die Daten werden ausschließlich in Schweizer Rechenzentren gehostet, was insbesondere für Treuhänder, regulierte Branchen und datenschutzbewusste KMU ein wichtiges Argument ist. Sicherheitsfunktionen wie Mehrfaktor-Authentifizierung, rollenbasierte Berechtigungen, vollständige Mandantentrennung und revisionssichere Archivierung gehören zum Standard. Schnittstellen existieren zu eBill, QR-Rechnung, Swissdec, Postfinance, vielen Schweizer E-Commerce-Plattformen und Webshops sowie zur ePost-Plattform für die elektronische Zustellung. Wer eine spezifische Integration über die offiziellen Standards hinaus benötigt, kann auf REST-APIs und KLARA-Partner zurückgreifen.
Stärken und Schwächen
Stärken sind die unkomplizierte Inbetriebnahme, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im KMU-Segment, die nahtlose Schweizer Compliance (MwSt., AHV, ELM, QR-Rechnung) und die enge Verzahnung mit Postfinance- und Post-Diensten. Auch die Bekanntheit als Marke der Schweizerischen Post schafft Vertrauen bei Treuhändern und Vereinsvorständen. Schwächen liegen in der funktionalen Tiefe: Für klassische Industrieprozesse, komplexe Produktionsplanung oder mehrwährungsfähige Konzernreports stößt KLARA an Grenzen. Auch im Vergleich zu Marktschwergewichten wie Abacus oder Bexio ist die Funktionalität in einigen ERP-Bereichen schlanker – dafür ist KLARA in vielen Modulen kostenlos oder sehr günstig nutzbar.
Preise
KLARA folgt einem Freemium-Modell: Buchhaltung und Auftragsbearbeitung in den Grundfunktionen sind kostenfrei nutzbar, kostenpflichtig werden zusätzliche Module wie Lohn, POS, CRM-Premium oder erweiterte Berichte. Die Preise pro Modul liegen typischerweise zwischen 10 und 50 CHF pro Monat, einzelne Premium-Pakete bewegen sich darüber. Neue Anwender können sämtliche Funktionen 30 Tage kostenfrei testen.
Preise und Kostenrahmen für KLARA
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Kmu für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
Kostenposition
Bandbreite
Cloud-Lizenz pro Jahr
3.000 € – 25.000 €
On-Premise Lizenz (einmalig)
15.000 € – 80.000 €
Implementierung (einmalig)
10.000 € – 50.000 €
5-Jahres-TCO
40.000 € – 200.000 €
Bereitstellungs-Optionen: Cloud meist Standard, On-Premise möglich. Mehr zu Bereitstellungsmodellen: Cloud-ERP vs On-Premise. Detaillierte Kostenstruktur: ERP-Kosten-Übersicht.
Stärken und Schwächen von KLARA
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Kmu. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
Niedriger Einstieg ab ca. 30-100 EUR/Anwender/Monat
Schnelle Time-to-Value (Cloud oft in 4-8 Wochen produktiv)
Out-of-the-Box-Funktionalität für Standard-Prozesse
Hohe DATEV-Anbindung für DACH-Buchhaltung
Mögliche Schwächen
Begrenzte Customizing-Möglichkeiten für Sonderprozesse
Skalierungs-Grenzen ab ~200-500 Anwendern
Fehlende Module für Produktion oder spezialisierte Branchen
Fazit
KLARA ist die wohl bekannteste Cloud-Business-Software für Schweizer Kleinstbetriebe und KMU mit starkem administrativen Schwerpunkt. Die Verbindung aus schweizerischer Datenhaltung, tiefer Integration in die Post- und PostFinance-Welt sowie einem zugänglichen Freemium-Preismodell macht KLARA zu einer der ersten Adressen, wenn es um digitale Buchhaltung, Lohn und Kasse für KMU geht. Im direkten Vergleich zu klassischen Schweizer KMU-ERP-Anbietern wie Bexio, Abacus oder ProFFIX punktet KLARA mit Einfachheit und einem überschaubaren Funktionsumfang – wer komplexere Produktions- oder Logistikprozesse im Sinne eines vollwertigen ERP-Systems abbilden möchte, sollte ergänzend Spezialanbieter prüfen, idealerweise mit Begleitung einer unabhängigen Auswahlbegleitung.
Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung mit KLARA. Wir veröffentlichen Bewertungen nach kurzer redaktioneller Sichtprüfung in 1–3 Werktagen. Felder mit * sind Pflicht.
Häufig gestellte Fragen
Für welche Unternehmensgröße ist KLARA geeignet?
KLARA adressiert eine spezifische Zielgruppe — Größe, Branche, Komplexität und Internationalität spielen eine Rolle. Im Anbieterprofil oben finden Sie konkrete Zielgruppen-Empfehlungen plus Vergleich zu ähnlichen Lösungen unter ERP-Vergleich.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Welche Schulungen bietet KLARA an?
Die meisten Hersteller bieten Anwender- und Admin-Schulungen, oft auch Berater-Zertifizierungen. Auch unabhängige Anbieter unter ERP-Schulung bieten produktneutrale Trainings.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Welche Sprachen unterstützt KLARA?
DACH-ERPs sind standardmäßig auf Deutsch verfügbar. Internationale Anbieter (SAP, Microsoft Dynamics, Oracle NetSuite) bieten 20+ Sprachen, oft inklusive lokalisierte Buchhaltungs-Standards.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Kann ich KLARA selbst customizen oder brauche ich einen Partner?
Einfache Anpassungen (Custom-Felder, Berichts-Layouts) sind oft self-service. Komplexes Customizing (Workflows, Module, Integrationen) erfordert meist einen zertifizierten Partner — siehe ERP-Berater-Übersicht.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Wie hoch ist die Marktbedeutung von KLARA?
Marktanteile und Marktbewegungen werden im DACH-Raum nicht öffentlich exakt berichtet. Studien wie Trovarit ERP-Studie und Gartner Magic Quadrant geben Orientierung — siehe ERP-Marktanteile.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.