Häufig gestellte Fragen
Wann endet der Support für SAP ECC 6.0 und was bedeutet das für die Migration?
Die reguläre Mainstream-Wartung für SAP ERP 6.0 (SAP ECC) endet am 31. Dezember 2027. Anschließend lässt sich eine kostenpflichtige Extended Maintenance bis Ende 2030 hinzubuchen, die mit einem Aufschlag von rund zwei Prozentpunkten auf die bestehende Wartungsgebühr verbunden ist. Parallel hat SAP zugesagt, mindestens eine Release-Linie von SAP S/4HANA bis 2040 zu pflegen, sodass der Umstieg langfristig planbar bleibt. Wer noch nicht migriert hat, sollte 2026 die Strategie festlegen; eine neutrale Einordnung liefert eine ERP-Auswahlbegleitung.
Welche ERP-Systeme unterstützen XRechnung und ZUGFeRD?
Aktuelle Releases von SAP Business One, Microsoft Dynamics 365 Business Central, Odoo, Sage 100 und vielen weiteren Mittelstandslösungen unterstützen XRechnung und ZUGFeRD 2.x nativ, da beide Formate die europäische Norm EN 16931 erfüllen. Ältere Versionen benötigen häufig ein Add-on oder ein Release-Update, um strukturierte Rechnungen verarbeiten zu können. Die genannten Hersteller decken einen großen Teil des relevanten DACH-Markts ab, lassen aber spezialisierte Branchenlösungen außen vor. Für Sonderanforderungen lohnt der Blick auf Industry-Spezialisten wie ams.erp (Maschinen- und Anlagenbau), CSB-System (Lebensmittel) oder Comarch (Handel und Konsumgüter).
Ab wann gilt die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich in Deutschland?
Seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen B2B-Rechnungen im strukturierten elektronischen Format empfangen können; dieser Empfang ist bereits vollständig verpflichtend. Beim Versand gilt eine gestaffelte Übergangsregelung: Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 Euro E-Rechnungen ausstellen, ab dem 1. Januar 2028 dann alle inländischen Unternehmen unabhängig von der Größe. Zulässig sind Formate nach EN 16931, in der Praxis vor allem XRechnung und ZUGFeRD ab Version 2.0.1. Mittelständler ohne moderne ERP-Plattform sollten die verbleibende Zeit nutzen, um Schnittstellen und Prozesse rechtzeitig zu modernisieren.
Was bedeutet die NIS-2-Richtlinie für ERP-Systeme im Mittelstand?
Das deutsche NIS-2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) ist Ende 2025 in Kraft getreten und verpflichtet je nach Sektor und Größe rund 29.500 Unternehmen zu Risikomanagement, Meldepflichten und Registrierung beim BSI. Als „wichtige" oder „besonders wichtige" Einrichtung eingestufte Betriebe müssen unter anderem Lieferketten-Sicherheit, Backup-Konzepte und Multifaktor-Authentifizierung nachweisen sowie erhebliche Vorfälle nach festen Fristen melden. ERP-Systeme sind dabei ein Kernziel, weil sie Stamm-, Transaktions- und Finanzdaten enthalten und oft mit vielen Drittsystemen verbunden sind. Anwender sollten prüfen, ob ihr ERP-Anbieter EU-Rechenzentren, ein nachvollziehbares Patch-Management und idealerweise eine Software Bill of Materials bereitstellt.
Welche Pflichten ergeben sich 2026 aus der EU-KI-Verordnung für ERP-Anwender?
Die EU-KI-Verordnung (AI Act) gilt seit August 2024 und wird schrittweise wirksam: Verbotene Praktiken und eine grundlegende KI-Kompetenzpflicht gelten bereits seit Februar 2025, Vorgaben für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit August 2025, und der Großteil der übrigen Pflichten ab dem 2. August 2026. Für eigenständige Hochrisiko-Systeme nach Anhang III ist über das sogenannte Digital-Omnibus-Paket eine Verschiebung der Pflichten auf Dezember 2027 vorgesehen, zu der im Frühjahr 2026 eine politische Einigung erzielt wurde. Für ERP-Anwender heißt das vor allem, KI-Funktionen wie automatische Belegverarbeitung oder Prognosen auf Transparenz, Datenschutz und Datenresidenz zu prüfen. Wo personenbezogene oder sensible Daten verarbeitet werden, sollten Verantwortlichkeiten und EU-Konformität vertraglich abgesichert werden.
Welche Folgen hat die Konsolidierung des ERP-Markts für mittelständische Anwender?
Private-Equity-Investoren treiben die Konsolidierung im Mittelstandssegment, und Plattformen wie der pan-europäische Anbieter Forterro bündeln zahlreiche ERP-Marken unter einem Dach – darunter myfactory, abas und weitere Lösungen für inzwischen über 25.000 Kunden. Für Anwender bedeutet das einerseits oft wachsenden Funktionsumfang und eine schnellere Cloud-Reife, andererseits können Eigenständigkeit und die ursprüngliche Hersteller-DNA einer Lösung verloren gehen. Bei einer Neuauswahl lohnt deshalb der Blick auf die Eigentümerstruktur, die Roadmap und das Investitionstempo des jeweiligen Anbieters. Eine Übersicht der Hersteller und ihrer Stellung bietet unsere Seite zu den ERP-Marktanteilen.
Lohnt sich Open-Source-ERP für deutsche Mittelständler?
Open-Source-ERP kann sich vor allem für kleinere Unternehmen mit IT-affinem Personal lohnen, da Lösungen wie Odoo – mit weltweit über 13 Millionen Nutzern – schnellen Einstieg, transparente Lizenzmodelle und hohe Anpassbarkeit bieten. Dem stehen häufig kleinere Implementierungspartner und eine geringere branchenspezifische Tiefe gegenüber als bei etablierten deutschen Anbietern. Wichtig ist ein verlässlicher Partner sowie die Prüfung der DSGVO-Konformität von Hosting und Datenverarbeitung. Die Optionen lassen sich über unsere Vergleichsmethodik und das Vergleichs-Hub gegenüberstellen.

