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Häufig gestellte Fragen

Was sind die besten Alternativen zu Abas ERP?

Als ernsthafte Alternativen zu Abas ERP gelten im Fertigungs-Mittelstand vor allem proALPHA, Infor LN beziehungsweise die Infor CloudSuite Industrial, IFS Cloud, Microsoft Dynamics 365 Business Central und SAP Business One. Für Maschinen- und Anlagenbauer mit Einzel- und Variantenfertigung kommen proALPHA, Infor LN und IFS am nächsten an die Fertigungstiefe von Abas heran, während Business Central und SAP Business One eher den breiteren Mittelstand mit Standardprozessen adressieren. Welche Lösung am besten passt, hängt stark vom Fertigungstyp, der Cloud-Strategie und dem vorhandenen IT-Ökosystem ab. Ein direkter Funktionsvergleich entlang eines gewichteten Lastenhefts ist daher dem Blick auf reine Anbieterlisten vorzuziehen.

Gehören Abas und proALPHA inzwischen zum selben Anbieter?

Nein, Abas und proALPHA gehören zu unterschiedlichen Unternehmensgruppen, auch wenn beide im DACH-Fertigungs-ERP eng konkurrieren. Abas (heute unter dem Forterro-Dach firmierend) wurde 2019 von der europäischen ERP-Gruppe Forterro übernommen, die ihrerseits seit 2022 mehrheitlich zur Beteiligungsgesellschaft Partners Group gehört. proALPHA ist hingegen nicht Teil der Forterro-Gruppe, sondern eine eigenständige ERP-Gruppe mit eigener Beteiligungshistorie und einem eigenen Verbund zugekaufter Marken. Wer den Anbieter aus strategischen Gründen wechseln möchte, sollte die jeweilige Eigentümer- und Gruppenstruktur prüfen und für mehr Unabhängigkeit auch gruppenfremde Alternativen wie Infor, IFS, Microsoft oder SAP in den Vergleich aufnehmen.

Welche Abas-Alternative passt für Maschinen- und Anlagenbau?

Für klassischen Maschinenbau mit hohem Variantenanteil ist proALPHA der nächstliegende DACH-Wettbewerber mit vergleichbarem Fertigungs- und PPS-Fokus. Infor LN unterstützt mit Auftrags-, Projekt- und Montagefertigung gezielt komplexe diskrete Fertigung und wird unter anderem im Maschinen-, Anlagen- und Automotive-Bereich eingesetzt. IFS Cloud spielt seine Stärken besonders im projekt- und serviceorientierten Anlagenbau aus, etwa wenn Wartung, Ersatzteile und After-Sales über integriertes Enterprise Asset und Field Service Management eng mit der Fertigung verzahnt sind. Welche dieser Optionen passt, sollte anhand der konkreten Fertigungsart, der Projektkomplexität und der benötigten Service-Funktionen entschieden werden.

Gibt es eine echte Cloud-Alternative zu Abas?

Ja, IFS Cloud, die Infor CloudSuite Industrial und Microsoft Dynamics 365 Business Central sind als Cloud-ERPs mit Fertigungsfunktionen verfügbar und damit Alternativen zu Abas, das selbst zunehmend cloudbasierte Betriebsmodelle anbietet. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen echtem mandantenfähigem SaaS und gehostetem Betrieb der bisherigen On-Premises-Software, da beide Varianten unter dem Begriff Cloud vermarktet werden. In der Praxis laufen viele Fertigungs-ERPs nach wie vor on-premises, weil hohe Anpassungstiefe und der Schutz von Konstruktions- und Produktdaten gegen eine vorschnelle Migration sprechen. Ein Vergleich der tatsächlichen Fertigungstiefe in der jeweiligen Cloud-Edition ist daher entscheidend, da nicht jede Cloud-Variante denselben Funktionsumfang wie die On-Premises-Version bietet.

Wie wählt man die richtige Abas-Alternative aus?

Die Auswahl beginnt mit einem Lastenheft, das die fertigungsnahen Kernanforderungen wie Varianten- und Einzelfertigung, Projektgeschäft, Stücklisten- und Arbeitsplanlogik sowie CAD- und PLM-Anbindung gewichtet abbildet. Ergänzend sind die Cloud- beziehungsweise Betriebsstrategie, die Integration in bestehende Microsoft- oder SAP-Landschaften und die Verfügbarkeit erfahrener Implementierungspartner im DACH-Raum zu bewerten. Da bei ERP-Projekten die Lizenzkosten meist nur rund ein Viertel bis ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen, sollten Aufwände für Einführung, Customizing, Schulung und Datenmigration von Anfang an mitkalkuliert werden. Eine strukturierte Shortlist mit Anbieter-Demos anhand eigener Beispielprozesse führt erfahrungsgemäß zu belastbareren Ergebnissen als ein reiner Feature-Listen-Vergleich.

Wie aufwendig ist der Wechsel von Abas zu einem anderen ERP?

Ein ERP-Wechsel ist ein mehrmonatiges Projekt, das in komplexen Fertigungsumgebungen je nach Umfang und Anpassungstiefe auch über ein Jahr dauern kann. Der kritischste Teil ist in der Regel die Datenmigration von Stammdaten, Stücklisten, Arbeitsplänen und Historie, die häufig für Budget- und Terminüberschreitungen verantwortlich ist. Hinzu kommt, dass tief individualisierte Abas-Installationen, etwa mit der proprietären 4GL-Logik der FO-Sprache, beim Wechsel auf ein Standardsystem neu konzipiert werden müssen. Realistisch sollten Unternehmen daher ausreichend Zeit für Konzeption, Tests und Schulung einplanen und den Wechsel gegen die Kosten und Risiken eines Verbleibs bei Abas abwägen.