Zum Inhalt springen

Häufig gestellte Fragen

Was sind gute Alternativen zu Lexware?

Für wachsende Betriebe haben sich im DACH-Mittelstand vor allem Sage 100, Microsoft Dynamics 365 Business Central, Weclapp, Xentral, SAP Business One und myfactory als Lexware-Nachfolger etabliert. Sage 100 gilt dabei als klassischer On-Premise- oder Hosting-Aufstieg mit starker Warenwirtschaft und Buchhaltung, während Weclapp und Xentral cloud-native arbeiten und besonders Handel sowie E-Commerce abdecken. Welche Lösung passt, hängt von Branche, Cloud-Wunsch, Fertigungstiefe und Budget ab — eine pauschal beste Alternative gibt es nicht. Sinnvoll ist ein strukturierter Anforderungs-Abgleich entlang der Prozesse, die Lexware heute nicht mehr trägt.

Wann sollte man von Lexware auf ein Mittelstand-ERP wechseln?

Ein Wechsel wird meist dann relevant, wenn Anforderungen wie Mehrlager, Chargen- oder Seriennummern, Produktion, mehrere Mandanten oder Standorte sowie tiefe Schnittstellen und Workflow-Automatisierung hinzukommen. Lexware ist auf Kleinst-Unternehmen und Selbstständige ausgelegt; bei wachsendem Datenvolumen und komplexeren Abläufen stößt es funktional an Grenzen. In der Praxis prüfen viele Betriebe den Umstieg ab etwa 10 bis 20 Mitarbeitern oder wenn Standard-Prozesse nicht mehr in die feste Lexware-Logik passen. Ausschlaggebend ist weniger die reine Mitarbeiterzahl als der Reifegrad der Prozesse und der Anpassungsbedarf.

Kann man Lexware-Daten ins neue ERP übernehmen?

Ja, Stammdaten wie Kunden, Lieferanten und Artikel sowie offene Posten lassen sich grundsätzlich migrieren, wobei Lexware Exporte typischerweise als CSV- oder XML-Dateien bereitstellt. Buchungs- und Finanzdaten laufen häufig über das DATEV-Format, da Lexware mit den DATEV-Standardkontenrahmen SKR03 und SKR04 arbeitet. Da die Feld-Logik im Zielsystem oft abweicht, ist ein sauberes Mapping der Felder und eine Daten-Bereinigung vor dem Import empfehlenswert. Bestehende Buchungshistorien werden dabei meist nicht 1:1 übernommen, sondern über Eröffnungssalden und Stichtag-Stände abgebildet.

Was ist die einfachste Lexware-Alternative für E-Commerce?

Für Online-Händler sind Xentral und Weclapp besonders verbreitet, weil sie Shop- und Marktplatz-Anbindungen wie Shopify, Amazon oder eBay sowie Multichannel-Prozesse von Haus aus mitbringen. Beide arbeiten cloud-basiert, sodass kein eigener Server nötig ist und Updates automatisch eingespielt werden. JTL-Wawi ist eine weitere E-Commerce-starke Option, die vor allem im Versandhandel weit verbreitet ist. Die einfachste Lösung ist letztlich die, die zu den genutzten Verkaufskanälen, dem Versandvolumen und der gewünschten Lagerlogik passt.

Kann man Lexware behalten und nur ein ERP ergänzen?

Das ist möglich: Manche Betriebe nutzen Lexware weiter für die Finanzbuchhaltung und koppeln ein ERP oder eine Warenwirtschaft für Lager, Aufträge und Einkauf an. Über die DATEV-konforme Schnittstelle lassen sich Belege und Buchungsstapel zwischen den Systemen übergeben. Dieser Parallel-Betrieb senkt zwar zunächst die Umstellungshürde, erzeugt aber doppelte Stammdaten-Pflege und Abstimmungsaufwand an der Schnittstelle. Langfristig ist ein integriertes System, das Warenwirtschaft und Buchhaltung in einer Datenbasis führt, meist effizienter und weniger fehleranfällig.

Was kostet eine Lexware-Alternative im Vergleich zu Lexware?

Lexware bewegt sich im unteren Preissegment: Pakete wie business plus oder business pro liegen je nach Lizenzmodell etwa im niedrigen drei- bis hohen dreistelligen Euro-Bereich pro Jahr, wobei die Abo-Variante laut Anbieter rund 20 Prozent günstiger ausfällt als die befristete 365-Tage-Lizenz. Mittelstand-ERP-Systeme sind in der Regel deutlich teurer, da neben den meist nutzerbasierten Lizenz- oder Cloud-Gebühren noch Einführung, Datenmigration, Schulung und gegebenenfalls Anpassungen hinzukommen. Cloud-ERP wie Weclapp oder Business Central wird typischerweise pro Nutzer und Monat abgerechnet, was monatlich planbare Kosten ohne eigenen Server ermöglicht. Belastbare Zahlen ergeben sich erst aus einem konkreten Angebot, da Funktionsumfang und Nutzerzahl den Preis stark beeinflussen.

Unterstützen die Lexware-Alternativen die E-Rechnungspflicht?

Seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen im B2B-Bereich E-Rechnungen nach der europäischen Norm EN 16931 empfangen und verarbeiten können; für den Versand gelten gestaffelte Übergangsfristen, sodass die E-Rechnungspflicht ab 2027 für umsatzstärkere Betriebe und ab 2028 weitgehend für alle gilt. Gängige Formate sind XRechnung und das hybride ZUGFeRD-Format. Etablierte Mittelstand-ERP-Lösungen wie Sage 100, Dynamics 365 Business Central, Weclapp und Xentral unterstützen diese Standards in aktuellen Versionen, sodass E-Rechnungen direkt aus dem System erstellt und empfangen werden können. Vor dem Kauf sollte man die konkrete Format- und Versions-Unterstützung dennoch beim Anbieter verifizieren, da sich Funktionsumfang und Roadmap unterscheiden.

Wie lange dauert der Umstieg von Lexware auf ein ERP?

Der Wechsel von Lexware ist meist eine Re-Implementation und kein reines Update, da das neue System eigenständig eingerichtet, konfiguriert und mit migrierten Daten befüllt wird. Die reine Datenmigrations-Phase mit Export, Bereinigung und Import läuft häufig über mehrere Wochen parallel zum Tagesgeschäft, abhängig von Datenmenge und Komplexität. Die Gesamtdauer eines Projekts reicht von wenigen Wochen bei schlanken Cloud-Lösungen bis zu mehreren Monaten bei umfangreichen Prozessen und Schnittstellen. Wichtig ist, den Steuerberater wegen der DATEV-Übergabe früh einzubinden und einen sauberen Stichtag für offene Posten und Eröffnungsbilanz festzulegen.