Myfactory – Cloud-ERP für den Mittelstand aus Deutschland
| Hersteller | myfactory International GmbH |
|---|---|
| Kategorie | KMU & Kleinunternehmen |
| Marktposition | Tier 2 — solide Präsenz im Mittelstand |
| Bereitstellungs-Modell | Meist Cloud, einzelne On-Premises-Optionen |
| Typische Zielgröße | Kleinst- bis Kleinunternehmen (1–50 Mitarbeiter) |
| Hersteller-Webseite | www.myfactory.com/de |
Die myfactory International GmbH mit Sitz in München (sowie einem Standort in St. Gallen, Schweiz) gehört zu den frühen Anbietern von webbasierten ERP-Lösungen im deutschsprachigen Raum. Bereits 2002 startete das Unternehmen mit der Idee, eine vollständig browsergestützte ERP-Suite für den Mittelstand anzubieten – zu einem Zeitpunkt, an dem klassische ERP-Systeme fast ausschließlich als Desktop- oder Server-Anwendungen verbreitet waren. Laut Computerwoche werden inzwischen mehr als 2.000 Kund:innen aus Handel, Produktion und Dienstleistung in der DACH-Region betreut. 2024 wurde myfactory von der europäischen Forterro-Gruppe übernommen, was die Position im Konsolidierungsprozess des deutschsprachigen ERP-Markts stärkt. Mit zwei Jahrzehnten Marktpräsenz ist das Produkt funktional ausgereift, breit modularisiert und in der DACH-Region vor allem bei Handels- und Dienstleistungsunternehmen verbreitet. Der vorliegende Steckbrief ordnet myfactory neutral ein und beleuchtet Funktionsumfang, Zielgruppe, Technologie sowie Stärken und Schwächen aus Sicht eines typischen mittelständischen Anwenderunternehmens.
Funktionsumfang
myfactory ist als modulare ERP-Suite konzipiert und deckt typische Geschäftsprozesse eines mittelständischen Unternehmens ab. Die Finanzbuchhaltung beinhaltet Hauptbuch, Debitoren, Kreditoren, Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung sowie umfassende Reporting-Funktionen. Im Bereich Warenwirtschaft finden sich Artikel-, Bestands-, Lager- und Bestellwesen, Stücklisten, Chargen- und Seriennummernverwaltung sowie Dispositions- und Beschaffungsworkflows. Das integrierte CRM unterstützt Vertrieb, Service und Marketing mit Lead- und Opportunity-Management, Aktivitäten- und E-Mail-Historie. Der Produktionsmodul (PPS) bildet Mehrstufenfertigung, Arbeitsplänen, Kapazitätsplanung und Betriebsdatenerfassung ab.
Zusätzlich bietet myfactory Module für E-Commerce (eigenes Shopsystem, Shopware-, Magento- und Marktplatzanbindungen), POS / Kasse, Personalwirtschaft, Projektmanagement, Dokumentenmanagement (DMS) sowie ein Management-Informationssystem (MIS). E-Rechnungs-Formate wie ZUGFeRD und XRechnung werden ebenso unterstützt wie GoBD-konforme Archivierung. Über offene Schnittstellen lassen sich Drittsysteme – etwa DATEV, Versanddienstleister oder Banken – anbinden. Damit positioniert sich myfactory in Computerwoche-Marktübersichten als vollwertige Cloud-Suite, die sowohl Handelsbetriebe als auch produzierende KMU unterstützt. Spezielle Branchenpakete – etwa für Großhandel, Maschinenbau, Lebensmittelhandel oder Dienstleistung – ergänzen den Standardumfang und beinhalten vorkonfigurierte Workflows, Berichte und Stammdatenstrukturen für die jeweilige Branche.
Zielgruppe & Branchen
myfactory richtet sich an den klassischen Mittelstand mit bis zu rund 250 Mitarbeitenden, mit Fokus auf KMU zwischen 10 und 100 Beschäftigten. Branchenseitig liegt der Schwerpunkt auf Großhandel, Einzelhandel, diskreter Fertigung, Maschinen- und Anlagenbau, Dienstleistung sowie projektorientierten Unternehmen. Auch B2B- und B2C-Onlinehändler:innen mit eigener Lager- und Buchhaltungslogik nutzen das System. Aufgrund der DACH-Ausrichtung mit Schweizer und deutscher Buchhaltungslogik sowie der Mehrwährungs- und Mehrsprachigkeitsoption eignet sich myfactory besonders für Unternehmen mit Hauptsitz in der DACH-Region und gegebenenfalls einzelnen Auslandstöchtern. Sehr große Konzerne mit komplexer internationaler Konsolidierung sind eher Klientel von SAP S/4HANA, Oracle Fusion oder Infor. Charakteristisch für myfactory-Kund:innen ist häufig der Wunsch nach einer integrierten Lösung aus einer Hand, anstatt mehrere Spezialsysteme über Schnittstellen zu koppeln.
Technologie & Bereitstellung
myfactory ist vollständig browserbasiert und wird primär als Cloud-Service in deutschen Rechenzentren betrieben. Es existieren auch On-Premises- und Private-Cloud-Varianten, die laut Hersteller über Partner:innen bezogen werden können. Die Architektur basiert auf einem zentralen Anwendungsserver mit Microsoft-SQL-Backend; das Frontend nutzt moderne Webtechnologien und ist auf gängigen Endgeräten lauffähig. Mobile Apps ergänzen das System für Vertrieb, Servicetechnik und mobile Belegerfassung.
Schnittstellen werden über REST-APIs, Webhooks, CSV-/XML-Importe sowie über vordefinierte Konnektoren realisiert. Updates werden in der Cloud zentral durch den Hersteller eingespielt, was den administrativen Aufwand für Anwender:innen reduziert. Datenschutz und DSGVO-Konformität werden über deutsches Hosting, Auftragsverarbeitungsverträge sowie ISO-27001-zertifizierte Rechenzentren adressiert. Mit der Übernahme durch Forterro ergeben sich perspektivisch Synergien zu weiteren ERP-Produkten der Gruppe, ohne dass myfactory als eigenständige Marke aufgegeben wird.
Stärken und Schwächen
Zu den Stärken zählt die langjährige Cloud-Erfahrung: myfactory bietet seit über 20 Jahren ein webbasiertes ERP und hat das Produkt entsprechend tief auf SaaS-Anforderungen optimiert. Der modulare Aufbau erlaubt eine sukzessive Einführung – Unternehmen starten häufig mit Buchhaltung und Warenwirtschaft und ergänzen Produktion, CRM oder E-Commerce später. Das Hosting in Deutschland sowie GoBD- und DSGVO-Konformität sind klare Argumente für DACH-Mittelständler. Auch die Möglichkeit, das System in einer Private-Cloud-Variante einzusetzen, erhöht die Flexibilität. Die Übernahme durch Forterro bringt zusätzliche Investitionssicherheit.
Auf der Schwächen-Seite gilt das Look-and-feel im direkten Vergleich zu modernen Pure-Cloud-Wettbewerbern wie Odoo, NetSuite oder weclapp als funktionaler und weniger spektakulär. Die Internationalisierung außerhalb der DACH-Region ist begrenzt; sehr große, multinationale Konzerne stoßen an Grenzen. Implementierungen erfolgen meist über myfactory-Partner:innen, sodass die Qualität der Einführung stark vom jeweiligen Implementierer abhängt. Spezielle Branchenfunktionen (Pharma, Lebensmittel, Maschinenbau-Fertigung) müssen häufig durch Add-ons oder Partnerlösungen abgedeckt werden. Auch im Bereich Customer-Self-Service-Portale oder modernes E-Commerce-Frontend ist myfactory eher als integriertes ERP-Backend zu verstehen, weniger als Headless-Commerce-Plattform. Wer ein hochmodernes Frontend mit ausgefeilten Personalisierungs- und Marketing-Funktionen sucht, kombiniert myfactory in der Regel mit spezialisierten Shop- oder Marktplatz-Lösungen über Schnittstellen.
Preise & Lizenzmodell
myfactory wird im Abonnement-Modell pro User pro Monat angeboten, mit unterschiedlichen Editionen (z. B. Basic, Premium, Premium Plus). Die genauen Preise werden vom Hersteller nach Modulauswahl und Nutzeranzahl kalkuliert; ein 30-tägiger kostenloser Testzugang erlaubt einen unverbindlichen Einstieg. Implementierung, Customizing und Schulung erfolgen über zertifizierte Partner:innen und werden separat berechnet. Für On-Premises- bzw. Private-Cloud-Setups gibt es individuelle Konditionen. Wartungs- und Supportverträge, Backup-Services sowie Schulungen werden über das Partnernetzwerk oder direkt vom Hersteller angeboten. Üblich sind monatliche Lizenzpreise im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich pro Nutzer:in, abhängig von der gewählten Edition und den enthaltenen Modulen. Bei größeren Setups mit vielen Modulen und Anwender:innen empfiehlt sich eine individuelle Angebotskalkulation gemeinsam mit einem zertifizierten myfactory-Partner.
Fazit
myfactory ist ein etabliertes, browserbasiertes ERP-System für den deutschsprachigen Mittelstand, das Buchhaltung, Warenwirtschaft, Produktion, CRM und E-Commerce unter einem Dach vereint. Wer ein deutsches Cloud-ERP mit langjähriger SaaS-Erfahrung, GoBD-konformer Buchhaltung und modularer Erweiterbarkeit sucht und Wert auf einen einheimischen Hersteller legt, sollte myfactory ernsthaft in Betracht ziehen. Für stark international aufgestellte Konzerne oder hochspezialisierte Branchenanforderungen sind ergänzend größere Suite-ERPs zu evaluieren. Mit der Forterro-Übernahme positioniert sich myfactory zudem in einer wachsenden europäischen ERP-Familie, was perspektivisch sowohl die Investitionssicherheit als auch das Funktionsangebot durch Synergien stärken dürfte.
Hersteller-Homepage von Myfactory
Aktuelle Ansicht der Webseite https://www.myfactory.com/de

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