
datapine: BI- und Analytics-Plattform – heute RIB BI+
| Hersteller | RIB Software (ex datapine GmbH) |
|---|---|
| Kategorie | Spezial & Nischenlösungen |
| Marktposition | Tier 3 — Spezialist oder Nischen-Anbieter |
| Hersteller-Webseite | www.rib-software.com/en/rib-bi |
datapine ist eine webbasierte Business-Intelligence- und Analytics-Plattform, die urspruenglich von der Berliner datapine GmbH entwickelt wurde und sich auf interaktive Dashboards, KPI-Visualisierung und Self-Service-Analyse spezialisiert hat. Im Jahr 2024 wurde datapine vom internationalen Bau- und Industriesoftware-Konzern RIB Software übernommen und unter dem Namen RIB BI+ in dessen Produktportfolio integriert. Wichtig für die Einordnung: datapine ist kein ERP-System, sondern eine spezialisierte BI- und Analytics-Plattform, die typischerweise auf bestehenden ERP-, CRM- und Datenbankquellen aufsetzt und deren Daten zu Dashboards, Reports und KPI-Cockpits konsolidiert. Im DACH-Raum positioniert sich die Lösung zwischen Self-Service-Tools wie Power BI oder Tableau und klassischen Enterprise-BI-Plattformen.
Marktposition und Geschichte
datapine wurde 2012 in Berlin gegruendet und etablierte sich vor allem in europaeischen Mittelstandsprojekten als moderne, browserbasierte Alternative zu traditioneller BI-Software. Mit Funktionen wie Drag-and-Drop-Dashboarding, intuitiver Datenmodellierung und einer wachsenden Liste an vorgefertigten Konnektoren konnten Fachabteilungen ohne tiefe IT-Vorkenntnisse eigene Auswertungen aufbauen. Die Übernahme durch RIB Software 2024 hat die strategische Stoßrichtung deutlich verschoben: Unter dem Namen RIB BI+ wird die Plattform heute primaer als Bauindustrie-Analytics-Lösung positioniert, ergaenzt um branchenspezifische Datenmodelle und KPI-Bibliotheken. Die ehemalige datapine.com-Domain leitet inzwischen auf die RIB-Software-Website weiter; bestehende Kunden außerhalb der Bauindustrie werden über das RIB-Vertriebsnetz weiterbetreut.
Funktionsumfang
Funktional gliedert sich datapine in sechs Kernbereiche: Connect, Analyze, Dashboards, Reports, Alarms und Insights. Im Connect-Bereich stehen Konnektoren zu gaengigen Datenbanken (PostgreSQL, MySQL, Microsoft SQL Server, Oracle), Cloud-Datenwarehaeusern (Google BigQuery, Amazon Redshift, Snowflake), CRM- und Marketing-Tools sowie ERP- und Buchhaltungssystemen zur Verfügung. Über den Analyze-Bereich modellieren Anwender Datasets, definieren KPIs und nutzen ein visuelles Query-Werkzeug, ohne SQL zu schreiben. Dashboards werden per Drag-and-Drop konfiguriert und unterstuetzen interaktive Filter, Drilldowns sowie Scheduled-Distribution per E-Mail oder Embedded-Variante. Mit Alarms koennen Anwender Schwellenwerte definieren, die bei Überschreitung Push- oder Mail-Benachrichtigungen ausloesen. Der Insights-Bereich nutzt KI-gestuetzte Funktionen für automatisierte Muster- und Trenderkennung. In der RIB-BI+-Auspraegung sind zusätzlich über 300 baubranchenspezifische KPIs sowie mehr als 25 Dashboard-Templates für Projekte, Kosten und Risiken verfügbar.
Zielgruppe und Branchen
Die historische Zielgruppe von datapine waren mittelstaendische Unternehmen aus E-Commerce, Marketing, SaaS, Großhandel und Industrie, die zentrale Geschäfts-KPIs aus mehreren Datenquellen konsolidieren wollten. Nach der RIB-Übernahme verschiebt sich der strategische Fokus deutlich in Richtung Bau- und Infrastrukturindustrie – vom Generalunternehmer über Bauplaner bis zum oeffentlichen Bauherr. Bestandskunden außerhalb der Bauindustrie nutzen datapine weiterhin als horizontale BI-Plattform; für Neukunden außerhalb des Bau-Kontexts ist die Positionierung schmaler geworden. Klassische ERP-Anwender setzen datapine bzw. RIB BI+ typischerweise als Erweiterung ein, um Daten aus SAP, Microsoft Dynamics 365, Oracle, Sage oder Cloud-ERPs in einer einheitlichen Analytics-Schicht zusammenzufuehren.
Technologie und Bereitstellung
datapine ist eine Cloud-native SaaS-Anwendung mit Web-Frontend und mobiler Auspraegung. Die Architektur basiert auf einer mandantenfaehigen Multi-Tenant-Plattform mit dedizierter Datenisolation pro Kunde, Hosting in europaeischen Rechenzentren und Sicherheitsstandards wie ISO 27001 sowie SSL/TLS-Verschluesselung. Datenintegration erfolgt entweder über Direct-Live-Verbindungen zu Quelldatenbanken oder über regelmaeßige Datenextrakte. Über die Embedded-Analytics-Komponente lassen sich Dashboards in eigene Webanwendungen einbetten, was die Lösung auch für Software-Hersteller interessant macht, die ihren Endkunden Reporting-Funktionen anbieten wollen.
Stärken und Schwächen
Die Stärken der Plattform liegen in der intuitiven Bedienbarkeit, der breiten Konnektorenliste und einer modernen Dashboard-Optik, die auch für Fachanwender zugänglich ist. Anwender heben besonders die schnelle Time-to-Value, die einfache Modellierung und die KI-gestuetzten Insight-Funktionen hervor. Auch der hohe Grad an Customizing für Themes, Logos und Branding ist im Embedded-Use-Case ein Pluspunkt. Auf der Schwaeche-Seite steht die strategische Verschiebung durch die RIB-Übernahme: Die Marke datapine ist faktisch in RIB BI+ aufgegangen, der Fokus liegt zunehmend auf Bauindustrie-Use-Cases, und die direkte Buchbarkeit als Stand-alone-Produkt ist eingeschraenkt. Für Kunden außerhalb des Bauumfelds kann das die langfristige Roadmap und das Beratungsangebot beeinflussen.
Preise und Lizenzmodell
Auch nach der RIB-Übernahme veroeffentlicht der Hersteller keine festen Listenpreise. Historisch wurde datapine in mehreren Editionen mit nutzer- und feature-basiertem Pricing angeboten, wobei sich Einstiegsmodelle im niedrigen drei- bis vierstelligen Monatsbereich bewegten. Realistische Mittelstandsprojekte – etwa für 20 bis 100 BI-Anwender mit mehreren Datenquellen – erreichen mittlere fuenfstellige Jahreskosten. Implementierung, Datenintegration und Schulung werden über RIB selbst sowie über spezialisierte BI- und Datendienstleister abgewickelt.
Implementierung und Partner
Die Einführung erfolgt typischerweise in einem strukturierten Discovery- und Datenintegrationsprojekt. Zunaechst werden relevante Datenquellen, KPIs und Reporting-Anforderungen erfasst, anschließend Konnektoren konfiguriert, Datenmodelle aufgebaut und initiale Dashboards entworfen. In der Bauindustrie-Auspraegung profitieren Anwender von vorgefertigten Templates und KPI-Bibliotheken; in horizontalen Mittelstandsszenarien werden Dashboards weitgehend kundenspezifisch modelliert. Für Anwender, die datapine in Verbindung mit ihrer ERP-Strategie nutzen wollen, lohnt sich ein Blick in das Dienstleisterverzeichnis nach BI- und Datenarchitektur-Spezialisten.
Integration und Schnittstellen
datapine bzw. RIB BI+ punktet vor allem durch seine breite Datenintegrations-Schicht. Standard-Konnektoren bestehen zu relationalen Datenbanken (Microsoft SQL Server, PostgreSQL, MySQL, Oracle), Cloud-Datenwarehaeusern (Snowflake, Google BigQuery, Amazon Redshift), CRM- und Marketing-Tools (Salesforce, HubSpot, Mailchimp, Google Analytics 4) sowie zu klassischen ERP- und Buchhaltungssystemen über generische Datenbank- bzw. ETL-Konnektoren. Über die Insight-Komponente koennen ML-Modelle KPIs auf statistische Auffaelligkeiten pruefen und Anwender proaktiv informieren. Im Bauindustrie-Kontext liegt der Fokus auf der Integration spezifischer RIB-Produkte wie iTWO oder MTWO, was die Plattform zu einem natuerlichen Analytics-Layer für Bauprojekt-Workflows macht. Ergaenzend werden Embedded-Analytics-Szenarien über White-Labeling, eigene Themes und kundenspezifische Domain-Anbindungen unterstuetzt – relevant insbesondere für Software-Hersteller, die ihren Anwendern auf Basis einer eigenen SaaS-Plattform Reporting-Funktionen anbieten wollen.
Aus Drittquellen wie SoftSelect und Compamind geht hervor, dass datapine bzw. RIB BI+ besonders in mittelstaendischen Setups mit heterogenen Datenquellen punktet. Anwender heben die schnelle Time-to-Value, die intuitive Bedienung und die starke Embedded-Analytics-Komponente hervor. Im Bauindustrie-Kontext steigen mit RIB BI+ zudem die KPI-Bibliotheken und Branchen-Templates, die für Generalunternehmer und Bauplaner relevant sind. Für ERP-Anwender bleibt die Plattform vor allem als Reporting- und KPI-Layer über heterogenen Datenquellen interessant, etwa wenn ein bestehendes ERP nur eingeschraenkte Self-Service-Auswertungen bietet.
Fazit
datapine – heute RIB BI+ – ist eine ausgereifte, browserbasierte BI- und Analytics-Plattform, die Self-Service-Dashboarding, KI-gestuetzte Insights und ein breites Spektrum an Datenkonnektoren in einer einheitlichen Cloud-Lösung verbindet. Im Kontext eines ERP-Vergleichs ist datapine nicht als ERP-Ersatz, sondern als spezialisierte Analytics-Schicht zu verstehen, die typischerweise auf bestehenden ERP-, CRM- und DWH-Quellen aufsetzt. Für Unternehmen aus der Bauindustrie ist die heutige RIB-BI+-Auspraegung besonders interessant; für horizontale BI-Use-Cases sollten Interessenten bewusst pruefen, ob die strategische Ausrichtung des Produkts unter RIB Software langfristig zu ihrem Bedarf passt oder ob alternative BI-Plattformen wie Power BI, Tableau oder Looker die naheliegende Wahl sind.
Hersteller-Homepage von datapine
Aktuelle Ansicht der Webseite https://www.rib-software.com/en/rib-bi

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