BOM – Bill of Materials / Stückliste
Eine Bill of Materials (BOM), im Deutschen Stückliste, ist eine strukturierte Aufstellung aller Baugruppen, Einzelteile, Roh- und Hilfsstoffe, die zur Herstellung eines Erzeugnisses benötigt werden.

Stücklisten sind ein zentraler Stammdatentyp im ERP-System. Sie verknüpfen das Endprodukt mit seinen Komponenten und bilden so die Grundlage für Materialbedarfsplanung, Kalkulation, Fertigungsaufträge und Beschaffung.
Praktisch unterscheidet man Konstruktionsstücklisten (E-BOM), Fertigungsstücklisten (M-BOM) und Service-/Ersatzteilstücklisten (S-BOM). Daneben existieren Varianten- und mehrstufige Strukturstücklisten für komplexe Erzeugnisse.
Praxis-Beispiel: Stückliste in der Variantenfertigung
Ein Maschinenbauer produziert Förderbänder in 12 verschiedenen Längen, mit jeweils 3 Antriebsoptionen und 2 Steuerungs-Varianten — insgesamt 72 mögliche Konfigurationen. Statt 72 separate Stücklisten zu pflegen, nutzt das ERP eine parametrisierbare Stückliste: die Grundstruktur enthält Platzhalter, die je nach Konfiguration befüllt werden. Wenn ein Auftrag mit "Förderband 6m, Servo-Antrieb, IO-Link-Steuerung" angelegt wird, generiert das System automatisch die auftragsspezifische Stückliste mit den richtigen Komponenten. Solche Konfiguratoren sind in ProAlpha, abas-ERP oder SAP Business One mit Variant Configurator Standard.
Häufige Fragen zur Stückliste
Was ist der Unterschied zwischen Konstruktions- und Fertigungs-Stückliste? Die Konstruktions-Stückliste (E-BOM, Engineering BOM) entsteht im CAD/PDM-System und dokumentiert die Produktstruktur aus Konstruktions-Sicht. Die Fertigungs-Stückliste (M-BOM, Manufacturing BOM) ist im ERP und enthält fertigungs-relevante Informationen wie Reihenfolge, Arbeitsplätze und Halbfabrikate. Ein gutes Master-Data-Management hält beide synchron. Was ist eine mehrstufige Stückliste? Eine Hierarchie mit Zwischenebenen (Baugruppen) — typisch 3-7 Ebenen tief im Maschinenbau, bis zu 12+ in der Aerospace-Branche. Wie geht ein ERP mit Stücklisten-Änderungen um? Über Engineering Change Management (ECM) mit Versionierung, Gültigkeits-Datumsbereichen und Auswirkungs-Analyse auf bestehende Aufträge.
Verwandte Begriffe: Stücklisten (DE-Begriff), Engineering Change Management, MRP
Häufig gestellte Fragen
Was ist Bom?
Eine umfassende Definition mit Praxis-Beispielen finden Sie im Hauptteil dieser Seite.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Eine fundierte Antwort erfordert immer den Blick auf die individuellen Geschäftsprozesse und die strategische IT-Roadmap.
Was kostet die Einführung von Bom?
Die Kosten variieren je nach Implementierungstiefe, Anbieter und Customizing-Grad stark. Generische Kostenrahmen für ERP-Themen finden Sie unter ERP-Kosten-Übersicht.
Lizenz-Kosten machen typisch 25-35 % der Gesamtprojekt-Kosten aus; der Rest verteilt sich auf Implementierung, Schulung und Datenmigration.
Was ist beim Einstieg in Bom zu beachten?
Best Practices, typische Stolperfallen und ein praxis-orientierter Einstiegs-Leitfaden werden im Hauptteil dieser Seite ausführlich erläutert.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Eine fundierte Antwort erfordert immer den Blick auf die individuellen Geschäftsprozesse und die strategische IT-Roadmap.
Wie messt man Erfolg bei Bom?
Typische KPIs umfassen Effizienz-Gewinne, Fehlerreduktion und ROI. Konkrete Mess-Frameworks und Beispiele finden Sie im Hauptteil.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Welche typischen Risiken gibt es bei Bom?
Klassische Risiken sind unklare Anforderungen, unterschätzter Aufwand und Change-Management. Eine unabhängige Begleitung reduziert das deutlich.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
