Fertigungsauftrag – die zentrale Steuergröße im PPS
Der Fertigungsauftrag (Werkstattauftrag, Production Order) ist die zentrale Steuergröße der Produktion. Er fasst Stückzahl, Material, Arbeitsplan, Liefertermin und Kostensammelstelle zusammen.
Ein Maschinenbauer löst aus einem Kundenauftrag mehrere Fertigungs-Aufträge aus: für jede Hauptbaugruppe ein eigener FA. Pro Fertigungsauftrag enthält das ERP: Stücklisten-Auflösung mit Material-Reservierungen, Arbeitsplan mit Maschinen- und Personal-Zuordnung, Termine pro Vorgang, Soll-Stunden, Soll-Mengen. Während der Fertigung werden Ist-Daten gegen Soll gemeldet — Werker buchen Stunden und Mengen über Werker-Terminals. Am Auftrags-Ende wird die Nachkalkulation gegen den Vorkalkulations-Plan erstellt.
Was unterscheidet einen Fertigungsauftrag von einer Bestellung? Bestellung ordert von externen Lieferanten. Fertigungsauftrag löst interne Produktion aus. Beide Begriffe werden manchmal vermischt — sind aber distinkt. Wie wird der Fortschritt eines Fertigungsauftrags getrackt? Über Status-Wechsel im ERP: Eröffnet → Freigegeben → In Arbeit → Teilweise fertig → Fertig → Abgeschlossen. Jeder Wechsel wird durch Werker-Buchungen oder Disponenten-Aktion ausgelöst.
Ein Maschinenbauer mit 1.200 Aufträgen pro Monat steuert seine Produktion über automatisch generierte Fertigungsaufträge. Aus der Verkaufsplanung leitet das ERP (z.B. abas, proALPHA, SAP) bedarfsgesteuert die nötigen Eigenfertigungs-Aufträge ab und reserviert Material, Maschinen und Personal.
Jeder Auftrag enthält Stückliste, Arbeitsplan, Termin- und Mengenplanung. Bei Materialknappheit oder Engpass-Maschinen schlägt das System automatisch Alternativrouten oder verschiebt den Termin — der Disponent sieht jederzeit den Forecast.