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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Planauftrag und Fertigungsauftrag?

Ein Planauftrag entsteht in der Bedarfsplanung (etwa aus dem MRP-Lauf) und ist zunächst nur ein unverbindlicher Planungsvorschlag, der Menge und Termin eines Eigenfertigungsteils abschätzt. Erst durch die Umsetzung beziehungsweise Umwandlung wird daraus ein Fertigungsauftrag, der verbindlich ist, Material reserviert und in der Werkstatt einlastbar wird. In SAP S/4HANA wird ein vollständig umgesetzter Planauftrag dabei gelöscht, während bei einer Teilumsetzung die Restmenge als reduzierter Planauftrag bestehen bleibt. Der Fertigungsauftrag ist damit das ausführbare und nachkalkulierbare Steuerobjekt, der Planauftrag dagegen nur dessen planerische Vorstufe.

Aus welchen Bestandteilen besteht ein Fertigungsauftrag?

Ein Fertigungsauftrag gliedert sich typischerweise in Kopfdaten, eine Materialliste und eine Vorgangsfolge. Der Kopf trägt Auftragsnummer, Erzeugnis, Auftragsmenge, Eckstart- und Eckendtermin sowie den Status, die Materialliste leitet die benötigten Komponenten aus der Stückliste ab und die Vorgangsfolge übernimmt die Arbeitsgänge mit Rüst-, Bearbeitungs- und Liegezeiten aus dem Arbeitsplan. Hinzu kommen während der Ausführung die Rückmeldedaten mit Ist-Mengen, Gut- und Ausschussmengen sowie aufgewendeten Zeiten. Stückliste und Arbeitsplan sind dabei die Stammdatengrundlage, aus der der konkrete, terminierte Auftrag erzeugt wird.

Welche Phasen durchläuft ein Fertigungsauftrag im Lebenszyklus?

Der Lebenszyklus beginnt mit der Eröffnung und der Terminierung, bei der Start- und Endtermine je Vorgang berechnet werden – häufig rückwärts vom Liefertermin aus. Mit der Freigabe wird der Auftrag in der Werkstatt sichtbar, Material wird reserviert und es können Fertigungskosten gebucht werden. Während der Ausführung melden Mitarbeitende oder Maschinen Mengen und Zeiten zurück, oft über Betriebsdatenerfassung oder ein angebundenes MES. Abgeschlossen wird der Auftrag durch die Abrechnung, die Plan- und Ist-Kosten gegenüberstellt und den Auftrag technisch wie kaufmännisch beendet.

Was ist der Unterschied zwischen Fertigungsauftrag und Prozessauftrag?

Der Fertigungsauftrag ist das Steuerobjekt der diskreten Fertigung, bei der Produkte in zählbaren Stückeinheiten hergestellt werden und Stücklisten sowie Arbeitspläne die Grundlage bilden. Der Prozessauftrag wird dagegen in der chargenorientierten Prozessfertigung eingesetzt, also typischerweise in der chemischen, pharmazeutischen oder Lebensmittelindustrie, wo Mengen in Volumen oder Gewicht entstehen und Rezepte beziehungsweise Formeln die Bestandteile beschreiben. In SAP entspricht das den Modulen PP für die diskrete Fertigung und PP-PI für die Prozessindustrie. Beide bündeln Termine, Mengen und Kosten, unterscheiden sich aber in Datenmodell und branchenspezifischen Funktionen wie der Chargen- und Rezeptverwaltung.

Wie werden Fertigungsaufträge zurückgemeldet und nachkalkuliert?

Während der Ausführung werden Ist-Mengen und Ist-Zeiten je Arbeitsgang zurückgemeldet, meist über Werker-Terminals der Betriebsdatenerfassung oder automatisch über ein angebundenes MES. Diese Rückmeldungen reduzieren den Materialbestand, erhöhen den Bestand des fertigen Erzeugnisses und liefern die Datenbasis für den Soll-Ist-Vergleich. Bei der anschließenden Auftragsabrechnung beziehungsweise Nachkalkulation werden die geplanten Vorgabezeiten und kalkulierten Kosten den tatsächlich angefallenen Werten gegenübergestellt. Diese Rückkopplung zeigt, ob die Vorkalkulation gehalten wurde, und verbessert die Genauigkeit künftiger Kalkulationen.

Wie viele Fertigungsaufträge laufen typischerweise gleichzeitig?

Die Zahl paralleler Fertigungsaufträge hängt stark von Branche, Betriebsgröße, Losgrößenpolitik und Fertigungstiefe ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. In mittelständischen Betrieben kann die Spanne von einer Handvoll größerer Aufträge bis zu mehreren Hundert offenen Aufträgen reichen, je nachdem ob in großen Serien oder kleinteilig auftragsbezogen gefertigt wird. Entscheidend ist weniger die absolute Zahl als die Fähigkeit des Systems, offene Aufträge gegen die verfügbaren Kapazitäten einzuplanen. Hier unterstützen Disposition und gegebenenfalls eine erweiterte Feinplanung (APS), um Engpässe und Liefertermine realistisch zu bewerten.