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Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet Hyperconverged Infrastructure von einer klassischen Server-SAN-Architektur?

In einer klassischen Drei-Schichten-Architektur sind Rechenleistung (Server), Speicher (etwa ein SAN) und Netzwerk als getrennte Hardware-Silos aufgebaut und werden separat verwaltet. HCI führt diese Schichten softwarebasiert auf einem Cluster aus Standardservern zu einem gemeinsamen Ressourcenpool zusammen, der über eine einheitliche Oberfläche gesteuert wird. Für ERP-Umgebungen bedeutet das in der Regel weniger Verwaltungsaufwand und einfacheres Wachstum, weil Compute und Speicher gemeinsam über zusätzliche Knoten erweitert werden. Eine einzelne, sehr leistungshungrige ERP-Datenbank kann dagegen je nach Anforderung weiterhin auf einer dedizierten SAN-Architektur Vorteile haben, weshalb die Entscheidung vom konkreten Workload-Profil abhängt.

Wie viele Knoten braucht ein HCI-Cluster mindestens für einen ausfallsicheren ERP-Betrieb?

Für eingebaute Redundanz setzen die gängigen Plattformen üblicherweise mindestens drei Knoten voraus, damit der Ausfall eines einzelnen Servers nicht zum Datenverlust führt. Bei VMware vSAN genügen für eine Fehlertoleranz von FTT=1 mit RAID-1-Spiegelung drei Hosts, für FTT=2 mit Spiegelung sind nach der Formel 2n+1 mindestens fünf Hosts nötig (sechs werden für Wiederherstellungsreserven oft empfohlen); Nutanix benötigt für Replication Factor 2 mindestens drei und für Replication Factor 3 mindestens fünf Knoten. Für kleinere Standorte gibt es Zwei-Knoten-Varianten mit einem externen Witness in einer separaten Fehlerdomäne. In der Praxis wird häufig ein zusätzlicher Knoten (N+1) eingeplant, damit auch während Wartung oder Wiederherstellung genügend Kapazität verfügbar bleibt.

Ist HCI für SAP-HANA-Workloads zertifiziert und produktiv freigegeben?

Ja, sowohl Nutanix als auch VMware vSAN verfügen über SAP-Zertifizierungen für den produktiven HANA-Betrieb auf hyperkonvergenter Infrastruktur. Nutanix war nach eigenen Angaben der erste Anbieter mit einer Produktionsfreigabe für SAP HANA auf HCI (Scale-up 2018, Scale-out 2020), und für vSAN nennt SAP eine Mindestgröße von drei und maximal 64 Knoten pro HANA-HCI-Cluster. Wichtig ist, dass für SAP-HANA-Produktivlasten ausschließlich die offiziell zertifizierten HCI-Lösungen sowie bestimmte Mindest-Releases unterstützt werden. Vor einer Umsetzung sollten daher die einschlägigen SAP-Hinweise und die jeweils aktuelle Zertifizierungsliste geprüft werden, da sich Konfigurationsgrenzen je nach Prozessor und Version unterscheiden.

Ersetzt die eingebaute Redundanz von HCI ein eigenes Backup- und Disaster-Recovery-Konzept?

Nein. Die verteilte, redundante Speicherung schützt vor dem Ausfall einzelner Hardware-Komponenten innerhalb des Clusters, ersetzt aber keine eigenständige Datensicherung. Logische Fehler, versehentliches oder böswilliges Löschen, Ransomware oder der Verlust eines kompletten Standorts werden durch die Cluster-Redundanz allein nicht abgedeckt. HCI-Plattformen bieten dafür native Funktionen wie Snapshots und Replikation, zunehmend ergänzt um unveränderliche (WORM-/immutable) Backups; daneben lassen sich integrierte Backup-Lösungen von Drittanbietern anbinden. Für ein geschäftskritisches ERP gehören ein getestetes Backup-Konzept und eine Disaster-Recovery-Strategie mit definierten Wiederherstellungszielen daher zwingend dazu.

Für welche Unternehmen lohnt sich HCI beim ERP-Hosting – und für welche eher nicht?

HCI ist vor allem dann interessant, wenn ein Unternehmen sein ERP weiterhin selbst (On-Premises) oder im eigenen privaten Rechenzentrum betreibt und dabei Hochverfügbarkeit, planbares Wachstum und die Kontrolle über die eigene Infrastruktur in den Vordergrund stellt. Da HCI Compute und Speicher gemeinsam skaliert und mehrere Workloads – etwa ERP, Datenbank, Dokumentenmanagement und Testsysteme – auf einer Plattform bündelt, gilt es bei vollständiger Infrastruktur-Erneuerung und gemischten Lasten häufig als wirtschaftlich attraktiv. Wer sein ERP dagegen als SaaS bezieht, läuft beim Anbieter und benötigt keine eigene HCI-Plattform. Bei sehr kleinen Umgebungen kann die nötige Mindestgröße von meist drei Knoten samt Software-Lizenzen die Investition unverhältnismäßig machen, weshalb HCI immer im Rahmen der gesamten Total Cost of Ownership bewertet werden sollte.