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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine API einfach erklärt?

Eine API (Application Programming Interface) ist eine klar definierte Schnittstelle, über die zwei Software-Systeme automatisiert Daten austauschen und Funktionen aufrufen können, ohne die interne Funktionsweise des jeweils anderen zu kennen. Statt dass ein Mensch Daten manuell von System A nach System B überträgt, kommunizieren die Systeme über die API direkt miteinander, indem das eine eine Anfrage sendet und das andere eine strukturierte Antwort zurückgibt. Im ERP-Umfeld ist eine API damit die technische Grundlage dafür, dass etwa ein Webshop, ein CRM oder eine Bankschnittstelle mit dem zentralen System zusammenarbeiten kann. Wichtig ist die Abstraktion: Der Aufrufer hält sich nur an die dokumentierte Schnittstelle, nicht an die dahinterliegende Datenbank oder Programmiersprache.

Was ist der Unterschied zwischen REST und SOAP?

SOAP ist ein strenges Protokoll, das ausschließlich XML für Anfragen und Antworten verwendet und über standardisierte Erweiterungen etwa für Sicherheit auf Nachrichtenebene (WS-Security) verfügt, während REST ein leichtgewichtigerer Architekturstil ist, der üblicherweise auf HTTP-Methoden und dem kompakteren JSON-Format aufsetzt. REST gilt heute als Standard für neue ERP- und Web-Integrationen, weil die Nachrichten kleiner sind, Caching möglich ist und die Anbindung in der Regel schneller und einfacher gelingt. SOAP findet sich dagegen weiterhin in älteren Systemen sowie in stark regulierten Bereichen wie Banken oder Versicherungen, etwa über klassische SAP-RFC- oder SOAP-Webservices. In gemischten Landschaften kommen beide Ansätze parallel vor, weshalb Integrationsplattformen häufig zwischen den Protokollen vermitteln.

Was bedeutet API-First-ERP?

Ein API-First-ERP stellt jede Funktion von Beginn an über eine API bereit, und die eigene Benutzeroberfläche greift auf dieselben Schnittstellen zu wie externe Systeme. Dieser Ansatz behandelt die API nicht als nachträgliche Ergänzung, sondern als zentralen Baustein der Software, was eine möglichst vollständige Funktionsabdeckung und eine einfachere Integration begünstigt. Als Beispiele werden in der Praxis häufig Plattformen wie Odoo, Oracle NetSuite und Weclapp genannt, wobei der konkrete Umfang je nach Edition und Modul variiert und diese Nennung keine Wertung darstellt. Der Vorteil liegt darin, dass Drittsysteme prinzipiell alle Geschäftsobjekte erreichen können und nicht auf einen eingeschränkten Teil der Oberflächen-Funktionen beschränkt sind.

Welche API-Standards gibt es im ERP-Umfeld?

Der heute am weitesten verbreitete Standard ist REST in Kombination mit JSON, der bei den meisten modernen ERP-Integrationen zum Einsatz kommt. Daneben spielt OData eine wichtige Rolle, ein auf REST aufbauender und von OASIS standardisierter Ansatz, der etwa bei Microsoft Dynamics 365 (Web API auf Basis von OData v4) und bei SAP über das NetWeaver-Gateway genutzt wird. GraphQL als abfrageorientierter Ansatz ist im ERP-Mittelstand bislang vergleichsweise selten, während SOAP mit XML vor allem in älteren oder stark regulierten Systemen als Legacy-Standard fortbesteht. Ergänzend werden Webhooks eingesetzt, um ereignisbasierte Push-Benachrichtigungen zu realisieren, statt Daten nur aktiv abzufragen.

Was sind Webhooks und brauche ich die?

Webhooks sind ein Push-Mechanismus und werden gelegentlich auch als umgekehrte API bezeichnet: Tritt im ERP ein bestimmtes Ereignis ein, etwa ein neuer Auftrag oder eine Bestandsänderung, ruft das System automatisch eine vorab hinterlegte externe URL auf und übergibt die relevanten Daten. Im Gegensatz zum klassischen Polling, bei dem ein Programm eine API in festen Abständen aktiv nach Änderungen abfragt, liefern Webhooks Informationen nahezu in Echtzeit und vermeiden unnötige Leeranfragen. Sie sind sinnvoll, wenn zeitnahe Reaktionen gefragt sind, beispielsweise für Lager-Updates, Benachrichtigungen oder die Synchronisation mit einem CRM. Als Absicherung gegen Ausfälle empfiehlt sich oft ein hybrides Vorgehen, bei dem Webhooks als primärer Kanal dienen und ergänzendes Polling verpasste Ereignisse nachträglich aufgreift.

Wie wird der Zugriff auf eine ERP-API abgesichert?

Der Zugriff auf eine ERP-API wird über ein Authentifizierungsverfahren geregelt, das prüft, wer die Schnittstelle aufruft und welche Berechtigungen vorliegen. Verbreitet sind API-Schlüssel für einfache Szenarien sowie OAuth 2.0 und JSON Web Tokens (JWT) für anspruchsvollere Anwendungen, wobei aktuelle Sicherheitsempfehlungen kurzlebige, kontextgebundene Zugriffstokens nahelegen, um Missbrauch zu erschweren. Die Übertragung sollte grundsätzlich verschlüsselt über HTTPS erfolgen, und Zugangsdaten beziehungsweise Tokens werden idealerweise regelmäßig rotiert. Ergänzend begrenzen sogenannte Rate Limits die zulässige Zahl von Aufrufen je Zeitfenster, um die Stabilität des Systems gegen Überlastung oder Missbrauch zu schützen.

Worauf sollte man bei der API eines ERP-Systems achten?

Bei der Bewertung eines ERP-Systems sind Umfang und Qualität der Schnittstelle aussagekräftiger als das bloße Vorhandensein einer API. Wichtige Kriterien sind eine offene und versionierte Dokumentation, eine konsistente Authentifizierung, klar definierte Grenzwerte für Aufrufmengen (Rate Limits) sowie eine separate Testumgebung, in der Integrationen ohne Risiko erprobt werden können. Entscheidend ist außerdem, welche Geschäftsobjekte überhaupt über die API erreichbar sind, da nicht jede Funktion der Benutzeroberfläche zwingend per Schnittstelle abrufbar sein muss. Da eine API nur den geregelten Zugang bereitstellt und kein fertiges Integrationsprojekt ist, sollte zusätzlich geklärt werden, ob für komplexere Landschaften eine Middleware oder Integrationsplattform (iPaaS) sinnvoll ist.