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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Middleware und einer API?

Eine API ist ein konkreter Zugangspunkt eines einzelnen Systems, über den andere Programme dessen Daten und Funktionen abrufen können. Middleware ist die übergeordnete Vermittlungsschicht, die zwischen mehreren Systemen liegt und deren API-Aufrufe koordiniert, Datenformate übersetzt und den Nachrichtenfluss überwacht. Man kann eine API nutzen, ohne Middleware einzusetzen, doch sobald viele Systeme miteinander verbunden werden, übernimmt Middleware die Orchestrierung dieser Schnittstellen. Vereinfacht gesagt ist die API die Tür eines Systems, während die Middleware der Verkehrsleitstand zwischen vielen solcher Türen ist.

Brauche ich Middleware bei Cloud-ERPs?

Sobald drei oder mehr Cloud-Anwendungen miteinander Daten austauschen müssen, ist eine vermittelnde Integrationsschicht in der Regel sinnvoll, da der Pflegeaufwand bei direkter Punkt-zu-Punkt-Verbindung mit jeder zusätzlichen Anwendung stark zunimmt. Im Cloud-Umfeld übernimmt diese Rolle heute meist eine iPaaS-Plattform (Integration Platform as a Service), die fertige Konnektoren und Mapping-Werkzeuge als Service bereitstellt. Bei nur zwei Systemen mit einer stabilen, gut dokumentierten Schnittstelle kann eine direkte Anbindung dagegen ausreichen. Die genaue Ausgestaltung hängt stets von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.

Was ist der Unterschied zwischen einem ESB und iPaaS?

Ein Enterprise Service Bus (ESB) ist eine klassische, meist on-premises betriebene Integrationsarchitektur, bei der alle Nachrichten über einen zentralen Bus laufen und die einen entsprechend hohen Betriebs- und Wartungsaufwand mit sich bringt. iPaaS (Integration Platform as a Service) ist die cloud-basierte, neuere Variante derselben Grundidee und stellt Konnektoren sowie Low-Code-Werkzeuge als abonnierbaren Dienst bereit. Beide sind Ausprägungen von Middleware, unterscheiden sich aber deutlich in Betriebsmodell und Kostenstruktur: iPaaS wird typischerweise als planbares Abonnement abgerechnet, während ein ESB hohe Infrastruktur- und Personalkosten verursachen kann. In der Praxis wählen Unternehmen mit tiefen Legacy-Landschaften und strengen Compliance-Anforderungen mitunter weiterhin einen ESB, während der Mittelstand häufiger zu iPaaS tendiert.

Was kostet eine Middleware- beziehungsweise Integrationslösung im Mittelstand?

Belastbare Pauschalzahlen gibt es nicht, da die Kosten stark von Anzahl und Komplexität der Anbindungen, dem Datenvolumen und dem gewählten Betriebsmodell abhängen. Cloud-basierte iPaaS-Lösungen werden meist als jährliches Abonnement abgerechnet, dessen Spanne im Mittelstand grob zwischen dem niedrigen und dem mittleren fünfstelligen Eurobereich pro Jahr liegen kann, hinzu kommen Einführungs- und Beratungsleistungen in ähnlicher Größenordnung. Klassische on-premises Middleware verursacht zusätzlich Kosten für Hardware, Lizenzen und internen Betrieb, die über die Laufzeit erheblich höher ausfallen können. Für eine seriöse Kostenschätzung empfiehlt sich daher immer ein individuelles Angebot auf Basis der konkreten Systemlandschaft.

Was ist Message-Oriented Middleware und wozu dient ein Message-Broker?

Message-Oriented Middleware (MOM) ist eine spezielle Form von Middleware, bei der Systeme nicht direkt miteinander sprechen, sondern Nachrichten über eine vermittelnde Komponente austauschen, den Message-Broker. Der Broker nimmt Nachrichten entgegen, hält sie bei Bedarf in einer Warteschlange vor und stellt sie zu, sobald das Zielsystem verfügbar ist, was Sender und Empfänger zeitlich und technisch entkoppelt. Bekannte Vertreter sind etwa RabbitMQ, das auf zuverlässige Aufgaben- und Hintergrundverarbeitung ausgelegt ist, sowie Apache Kafka, das als Streaming-Plattform für sehr hohe Durchsätze und die dauerhafte Speicherung von Ereignisströmen konzipiert ist. Im ERP-Umfeld sorgt dieses Prinzip dafür, dass etwa Bestellungen oder Lagerbewegungen auch dann nicht verloren gehen, wenn ein angebundenes System kurzzeitig nicht erreichbar ist.

Welche Datenschutz-Aspekte sind bei Middleware zu beachten?

Da Middleware Datenströme zwischen Systemen vermittelt und dabei häufig auch personenbezogene Daten wie Kunden- oder Mitarbeiterstammdaten transportiert, fällt ihr Betrieb in den Anwendungsbereich der DSGVO. Wird eine cloud-basierte iPaaS- oder Middleware-Lösung eines Dienstleisters genutzt, liegt in der Regel eine Auftragsverarbeitung vor, für die ein Auftragsverarbeitungsvertrag abzuschließen ist. Wichtig sind außerdem geeignete technische und organisatorische Maßnahmen wie verschlüsselte Übertragung und Speicherung sowie die Klärung, in welchem Land die Daten verarbeitet werden, da Verarbeitungen außerhalb der EU zusätzliche Anforderungen wie EU-Standardvertragsklauseln auslösen können. Verantwortlich für die Rechtskonformität bleibt das datenverantwortliche Unternehmen, weshalb die Auswahl des Anbieters und die vertragliche Absicherung sorgfältig erfolgen sollten.