Intercompany – Geschäfte zwischen Konzerngesellschaften
Intercompany (IC) bezeichnet Geschäfte zwischen Tochtergesellschaften eines Konzerns. Im ERP müssen sie spezifisch erfasst werden, weil sie für die Konzern-Konsolidierung wieder eliminiert werden.
Typische IC-Vorgänge
IC-Verkäufe / -Käufe
IC-Forderungen / -Verbindlichkeiten
IC-Darlehen
Konzern-Beteiligungen
Service-Verrechnung (Konzernumlage)
Verrechnungspreise (Transfer Pricing)
Steuerlich kritisch. Nach OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien (Arm's-Length-Prinzip) müssen IC-Preise marktüblich sein. Dokumentation per Master/Local File ist Pflicht.
Konsolidierung
IC-Vorgänge werden im Konzernabschluss eliminiert. Mehr unter Konsolidierung.
Praxis-Beispiel
In einem Konzern mit 5 Tochtergesellschaften liefert Tochter A regelmäßig Halbfabrikate an Tochter B. Dieser Intercompany-Vorgang (IC) wird im ERP automatisiert: Auftrag in A wird zu Wareneingang in B, gleichzeitig entsteht in beiden Mandanten die zugehörige Buchung (Forderung in A, Verbindlichkeit in B). Beim Konzern-Abschluss werden diese gegenseitigen Forderungen/Verbindlichkeiten und die enthaltene Marge eliminiert. Ohne ERP-Automatisierung wäre die manuelle Abbildung sehr fehleranfällig.
Welche Marge ist bei Intercompany-Lieferungen üblich? Steuerlich relevant ist der 'Fremdvergleich' — die Marge muss so bemessen sein, wie zwischen unabhängigen Unternehmen üblich. Bei Konzernen oft 5-15 % Aufschlag, branchenspezifisch unterschiedlich. Was ist ein Intercompany-Reconciliation? Periodischer Abgleich der gegenseitigen Forderungen/Verbindlichkeiten zwischen Schwester-Gesellschaften. Differenzen müssen geklärt werden, bevor der Konzernabschluss erstellt werden kann.
Ein Konzern mit 14 Tochtergesellschaften wickelt jedes Jahr 3.000 Intercompany-Transaktionen ab — Lieferungen, Dienstleistungen, Lizenzen zwischen den Gesellschaften. Ohne sauberes ERP-Setup führt das zu doppelten Buchungen, Verrechnungspreis-Streit und Konsolidierungs-Aufwand.
Modernes ERP automatisiert IC-Transaktionen: Bei einer Lieferung von Tochter A an B entsteht automatisch die Verkaufs-Rechnung in A und die Eingangs-Rechnung in B mit korrektem Verrechnungspreis und Mehrwertsteuer-Logik.
Verrechnungspreise: müssen den OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien folgen (Arm's-Length-Principle).
Eliminationen: bei Konzernabschluss werden IC-Umsätze und IC-Forderungen wieder herausgerechnet.
Beispiel-Tools: SAP CO-PCA, Oracle Fusion Intercompany, BlackLine IC-Hub für Reconciliation.