Das v.Soft-ERP ist eine deutsche Mittelstandslösung der Vepos GmbH & Co. KG mit Sitz in Nürnberg. Der inhabergeführte Hersteller entwickelt das Produkt seit rund 20 Jahren kontinuierlich weiter und konzentriert sich konsequent auf den deutschsprachigen Mittelstand. Anders als breit aufgestellte Plattformen wie SAP S/4HANA oder Microsoft Dynamics 365 positioniert sich v.Soft als fokussiertes ERP-System, das in drei Editionen ausgeliefert wird: v.Soft Handel für Großhandel, Einzelhandel und E-Commerce, v.Soft Projektmanagement für projektorientierte Dienstleister und Anlagenbauer sowie v.Soft Servicemanagement für Wartung, Inbetriebnahme und Field-Service. Eine kombinierte Edition v.Soft Ultimate bündelt alle drei Bereiche. Der vorliegende Steckbrief ordnet v.Soft neutral ein und beleuchtet Funktionsumfang, Zielgruppen, Technologie sowie Stärken und Schwächen.
Funktionsumfang
v.Soft bündelt alle wesentlichen kaufmännischen Prozesse in einer integrierten Datenbasis. Den Mittelpunkt bildet die Warenwirtschaft mit Einkauf, Disposition, Lagerführung, Auftragsbearbeitung und Fakturierung. Ergänzend stehen integrierte Module für CRM, Finanzbuchhaltung, Dokumentenmanagement (DMS), Projektmanagement und Servicemanagement bereit – je nach gewählter Edition. Im Bereich Handel deckt v.Soft Preis- und Konditionssysteme, Streckenabwicklung, POS-Integration und Onlineshop-Anbindung ab. Im Servicebereich werden Servicetechniker:innen mobil über die App v.App Servicemanagement versorgt; Aufträge, Anfahrten, Materialeinsätze und Rückmeldungen werden direkt im Feld erfasst.
Im Projektgeschäft – etwa bei Anlagenbauern, technischen Dienstleistern oder Agenturen – liegt der Fokus auf Projektkalkulation, mitlaufendem Controlling, Aufwands- und Stundenerfassung sowie Projektabrechnung. Eine mobile Datenerfassungs-App (v.App MDE) deckt Lager- und Inventurprozesse mit Scanner-Unterstützung ab. Über die offenen Schnittstellen werden Onlineshops, Marktplätze, Carrier, Bank- und Zahlungssysteme, DATEV-Buchhaltung sowie EDI-Plattformen angebunden. Branchenseitig sind Funktionen für Sicherheitstechnik und Gebäudetechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Großhandel, Einzelhandel und Textilhandel hinterlegt. Berichts- und Auswertungsfunktionen ergänzen das Bild und lassen sich über externe BI-Werkzeuge erweitern.
Zielgruppe & Branchen
v.Soft richtet sich an mittelständische Unternehmen mit typischerweise 10 bis 250 Anwender:innen. Branchenseitig dominieren Großhandel und Einzelhandel, technischer Handel, Sicherheits- und Gebäudetechnik, Textilhandel sowie projektorientierte Dienstleister – darunter Anlagenbauer, technische Beratungen und Servicedienstleister. Auch Agenturen und Planungsbüros werden adressiert, hier konkurriert v.Soft mit spezialisierten Werkzeugen wie Poool oder Agentursuiten. Für reine Cloud-First-Onlinehändler:innen mit kleinem Sortiment ist v.Soft tendenziell überdimensioniert; für klassische Mittelständler mit kombinierten Handels-, Service- und Projektprozessen ist es gut geeignet. Internationale Konzerne mit globalen Tochterstrukturen werden eher zu Tier-1-Plattformen wie SAP oder Microsoft Dynamics 365 greifen.
Technologie & Bereitstellung
v.Soft ist als klassisches ERP-System mit relationaler Datenbank konzipiert. Es lässt sich sowohl On-Premises im eigenen Rechenzentrum als auch im Hosting bei spezialisierten Hosting-Partnern oder beim Hersteller selbst betreiben. Damit unterscheidet sich v.Soft von rein cloud-nativen Anbietern und adressiert insbesondere Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datenhoheit, Customizing und Integrationstiefe. Mobile Apps für Service und Lager (v.App Servicemanagement, v.App MDE) ergänzen die klassische Desktop-Oberfläche; Updates werden in geplanten Releasezyklen ausgerollt.
Charakteristisch ist die enge Verbindung von Beratung, Implementierung und Entwicklung beim Hersteller. Anwender:innen erhalten Software, ERP-Beratung, Projektmanagement und Umsetzung weitgehend aus einer Hand. Schnittstellen werden über Web-Services, EDI-Konnektoren und vorgefertigte Adapter zu Standard-Plattformen bereitgestellt; gezielte Konfiguration und ergänzendes Customizing erlauben branchen- und kundenspezifische Erweiterungen. Die Mandantenfähigkeit unterstützt Unternehmen mit mehreren rechtlichen Einheiten.
Stärken und Schwächen
Zu den klaren Stärken zählen der enge DACH-Fokus mit deutschsprachigem Support, die hohe Branchentiefe in Handel, Service und Projektgeschäft sowie die Verzahnung von Beratung und Entwicklung beim Hersteller in Nürnberg. Die drei klar geschnittenen Editionen (Handel, Service, Projekt) helfen Unternehmen, schnell die passende Konfiguration zu finden, ohne sich durch eine überfrachtete Modulliste arbeiten zu müssen. Auch die mobile App-Strategie für Service- und Lagerprozesse mit v.App Servicemanagement und v.App MDE wird in Marktübersichten – etwa bei Softguide oder erp.de – positiv hervorgehoben. Das Auszeichnungsumfeld umfasst das Siegel „Software made in Germany“ des Bundesverbands IT-Mittelstand. Auch die Tatsache, dass Vepos als inhabergeführter Anbieter konsequent unabhängig agiert, wird von Bestandskund:innen häufig als Vorteil betrachtet.
Demgegenüber stehen typische Schwächen mittelständisch geprägter ERP-Anbieter: Das internationale Partnernetzwerk ist klein, und großflächige Konzern-Rollouts mit zahlreichen Länderlokalisierungen sind nicht das primäre Einsatzfeld. Die Cloud-Strategie basiert auf Hosting, ist aber kein vollständiges Multi-Tenant-SaaS – reine SaaS-Käufer:innen mit Pay-per-Use-Erwartung werden hier ein klassischeres Modell vorfinden. Auch die Sichtbarkeit in englischsprachigen Marktstudien ist begrenzt. Wer eine schlanke Lösung mit minimalem Customizing-Bedarf sucht, sollte den Konfigurationsaufwand realistisch einplanen.
Preise & Lizenzmodell
v.Soft wird im Direktvertrieb angeboten und folgt einem klassischen Lizenz- oder Mietmodell. Lizenzkosten richten sich nach Anzahl Nutzer:innen, gewählter Edition (Handel, Projektmanagement, Servicemanagement, Ultimate) und ergänzenden Modulen wie Finanzbuchhaltung oder mobilen Apps für Service- und Lagerprozesse. Hosting-Optionen werden monatlich abgerechnet und bündeln Betriebs-, Backup- und Update-Leistungen. Implementierungs-, Customizing- und Schulungsleistungen werden auf Aufwandsbasis kalkuliert und stellen einen relevanten Anteil der Total Cost of Ownership dar. Konkrete Preise werden in der Regel projektspezifisch nach Bedarfsanalyse erstellt. Wer planungssichere Folgekosten benötigt, sollte mit dem Hersteller eine TCO-Betrachtung über drei bis fünf Jahre vereinbaren, in der Lizenz, Hosting, Support, Customizing und Schulung getrennt ausgewiesen werden. Auch die Wartungsgebühr für Updates und Support wird üblicherweise jährlich abgerechnet und bemisst sich an den Lizenzkosten.
Marktposition und Vergleich
Im DACH-Markt steht v.Soft in einer Reihe mit klassischen Mittelstands-ERPs wie SoftENGINE, Sage 100, godesys, eevolution oder branchenspezialisierten Microsoft-Dynamics-Lösungen. Im Servicebereich konkurriert die Edition v.Soft Servicemanagement mit Field-Service-Suiten von Coresystems, mobileX oder L-mobile. Wer aktiv auswählt, sollte das Lastenheft entlang der Kernprozesse Einkauf, Disposition, Auftragsabwicklung, FiBu, Service und Projekt strukturieren und prüfen, welche Edition den eigenen Schwerpunkt am besten trifft. Die Tatsache, dass alle drei Editionen auf einer gemeinsamen technischen Basis aufsetzen, vereinfacht spätere Erweiterungen erheblich.
Preise und Kostenrahmen für v.Soft
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Mittelstand für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Mittelstand. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
Tiefere Branchen-Spezialisierung als Universal-Enterprise-Systeme
Bezahlbare Implementierungs-Aufwände im sechsstelligen Bereich
DACH-fokussierter Hersteller-Support (Deutsch, lokale Berater)
Stabile Investments-Sicherheit über 10+ Jahre
Mögliche Schwächen
Kleinere Berater-Community als bei Enterprise-Lösungen
Internationalisierung oft begrenzt verfügbar
Cloud-Reife variiert stark zwischen Anbietern
Fazit
v.Soft ist ein etabliertes Mittelstands-ERP für Unternehmen aus Handel, Service und projektorientierter Dienstleistung im DACH-Raum. Stärken sind die klar geschnittenen Editionen, die hohe Branchentiefe, die enge Beratung durch den Nürnberger Hersteller Vepos sowie die solide mobile App-Strategie für Service- und Lagerprozesse. Die langjährige Produkterfahrung sowie die Kontinuität als inhabergeführtes Unternehmen sind weitere Punkte, die in Auswahlentscheidungen häufig zugunsten von v.Soft sprechen. Wer ein global ausgerolltes Konzern-ERP, ein reines Multi-Tenant-SaaS oder eine sehr leichte Lösung für Solo-Onlinehändler:innen sucht, wird andere Plattformen evaluieren. Für mittelständische Unternehmen mit kombinierten Handels-, Service- und Projektprozessen gehört v.Soft jedoch zu den prüfenswerten Optionen im deutschsprachigen Markt – besonders dann, wenn die direkte Herstellerbeziehung, langfristige Produktstabilität und das Siegel „Software made in Germany“ hoch gewichtet werden. Wer eine fundierte Auswahlentscheidung trifft, sollte v.Soft mit zwei oder drei Wettbewerbern in einem strukturierten Anbieterauswahlprozess vergleichen und die passende Edition (Handel, Projekt, Service) anhand der eigenen Geschäftsprozesse festlegen.
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Häufig gestellte Fragen
Für welche Unternehmensgröße ist v.Soft geeignet?
v.Soft adressiert eine spezifische Zielgruppe — Größe, Branche, Komplexität und Internationalität spielen eine Rolle. Im Anbieterprofil oben finden Sie konkrete Zielgruppen-Empfehlungen plus Vergleich zu ähnlichen Lösungen unter ERP-Vergleich.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Welche Schulungen bietet v.Soft an?
Die meisten Hersteller bieten Anwender- und Admin-Schulungen, oft auch Berater-Zertifizierungen. Auch unabhängige Anbieter unter ERP-Schulung bieten produktneutrale Trainings.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Welche Sprachen unterstützt v.Soft?
DACH-ERPs sind standardmäßig auf Deutsch verfügbar. Internationale Anbieter (SAP, Microsoft Dynamics, Oracle NetSuite) bieten 20+ Sprachen, oft inklusive lokalisierte Buchhaltungs-Standards.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Kann ich v.Soft selbst customizen oder brauche ich einen Partner?
Einfache Anpassungen (Custom-Felder, Berichts-Layouts) sind oft self-service. Komplexes Customizing (Workflows, Module, Integrationen) erfordert meist einen zertifizierten Partner — siehe ERP-Berater-Übersicht.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Wie hoch ist die Marktbedeutung von v.Soft?
Marktanteile und Marktbewegungen werden im DACH-Raum nicht öffentlich exakt berichtet. Studien wie Trovarit ERP-Studie und Gartner Magic Quadrant geben Orientierung — siehe ERP-Marktanteile.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.