EDI – Electronic Data Interchange
EDI (Electronic Data Interchange) bezeichnet den strukturierten, automatisierten Austausch von Geschäftsdokumenten zwischen IT-Systemen unterschiedlicher Unternehmen auf Basis standardisierter Nachrichtenformate.
Typische EDI-Belege sind Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferavise, Wareneingangsmeldungen und Rechnungen. Bekannte Standards sind EDIFACT (international), ANSI X12 (vor allem Nordamerika), VDA (Automobilindustrie) sowie XML-basierte Formate wie openTRANS, ZUGFeRD oder XRechnung.
Im ERP-System ist EDI eng mit den Modulen Einkauf, Vertrieb und Logistik verzahnt. Eingehende Nachrichten werden in interne Belege gewandelt, ausgehende Dokumente werden aus Bestellungen, Lieferscheinen oder Rechnungen generiert.
EDI in der Praxis
Ein Automobilzulieferer wickelt 95% seines Geschäfts mit OEMs (BMW, VW, Daimler) über EDI (Electronic Data Interchange) ab. Lieferpläne, Abrufe, Lieferscheine und Rechnungen fließen vollautomatisch zwischen den ERP-Systemen.
Format: VDA 4905/4915 (Auto-spezifisch) oder EDIFACT DELFOR/DELJIT/DESADV/INVOIC (international). Dazwischen ein EDI-Konverter (z.B. Seeburger, Comarch, Lobster), der Formate übersetzt.
- Pflicht-Standard in Automotive, Großhandel, Lebensmittel, Pharma.
- Vorteile: keine manuelle Erfassung, Fehler-Reduktion, schnellere Reaktion auf OEM-Abrufe.
- API-EDI: moderne Alternative — REST/GraphQL statt EDIFACT-Files. Setzt sich aber langsam durch.
