Next Matter – seit 2026 unter dem Dach der Daizy NM Limited firmierend – ist eine Workflow-Automation-Plattform mit ursprünglichem Sitz in Berlin. Die Software adressiert den klassischen Workflow- und Operations-Bereich, nicht das ERP-Kernsystem: Sie wurde entwickelt, um komplexe, abteilungsübergreifende Geschäftsprozesse in Service, Compliance, Operations, Finance und Customer Experience nachvollziehbar zu orchestrieren. Im Gegensatz zu klassischen BPM-Tools liegt der Fokus auf operativ wirksamen, ausführbaren Workflows mit klaren Verantwortlichkeiten, eingebauten Eskalationsmechanismen, SLA-Tracking und Audit-Trail. Mit der Daizy-Akquisition wurde das Produkt in eine breitere Plattform eingebettet, die zusätzlich KI-gestützte Reporting- und Compliance-Funktionen integriert. Auf daizy.com wird der Übergang explizit kommuniziert: Next Matter is now part of Daizy.
Funktionsumfang
Next Matter kombiniert einen No-Code-Workflow-Builder mit professionellen Operations-Funktionen. Workflows werden visuell modelliert: Schritte, Verantwortliche, Bedingungen, Eingabeformulare, Genehmigungsstufen, Eskalationen und Aktionen lassen sich in einer Builder-Toolbox zusammenklicken. Zur Verfügung stehen Customer Form Builder, Decision Steps, Escalations, SLA-Timer, Barcode-Scanning, eSignature-Capture sowie API- und Webhook-Aktionen zur Anbindung von Drittsystemen. Ein Manager-Dashboard zeigt live, welche Prozesse offen sind, welche Fristen drohen und welche Engpässe entstanden sind. Team-Interfaces bündeln aufgabenbezogene Informationen, Guest-Interfaces erlauben das Einbinden externer Partner:innen oder Endkund:innen über öffentliche Formulare und Portale. Über tausende vorgefertigte Automationen, KI-Bausteine und API-Aktionen lassen sich Schnittstellen zu CRM-, ERP-, Ticketing-, Identity- und Kommunikations-Tools wie Slack, Microsoft Teams, Jira, Salesforce, Microsoft Dynamics 365 Business Central oder typischen Cloud-ERPs aufbauen. Eine konzeptionelle Einordnung der zugrunde liegenden Architektur findet sich im Glossar unter Workflow-Engine und Low-Code-ERP.
Zielgruppe & Branchen
Next Matter richtet sich an Operations-, Compliance-, Service-, Finance- und Customer-Experience-Teams in mittleren und großen Unternehmen, die viele wiederkehrende, abteilungsübergreifende Prozesse orchestrieren müssen. Branchenseitig sind Finanzdienstleister:innen, Banken, Asset- und Investment-Management, Versicherungen, Logistik, Healthcare, Customer-Service-Organisationen und SaaS-Unternehmen die wichtigsten Zielgruppen. Im Daizy-Kontext rückt der Finanzsektor (insbesondere Investment-Reporting, Compliance-Workflows, Customer-Onboarding und Asset-Servicing) deutlicher in den Vordergrund. Für Logistik- und Service-Operations bleibt Next Matter weiterhin eine starke Plattform, etwa zur Orchestrierung komplexer Reklamations-, Onboarding-, Audit- oder Genehmigungsprozesse. Eine konzeptionelle Vertiefung zur Operations-Logik bietet das Glossar unter Process Mining; für Logistik-spezifische Anforderungen lohnt sich ein Blick auf ERP für Logistik.
Technologie & Bereitstellung
Next Matter ist eine Cloud-native SaaS-Plattform mit Web-Frontend und API-Integration. Die Architektur ist auf Skalierbarkeit, Mehrmandantenfähigkeit und Enterprise-Security ausgelegt. Für Großkund:innen sind Custom-Cloud-Deployments auf AWS, Azure und Google Cloud möglich, optional mit White-Label-Funktionen. Sicherheits- und Governance-Standards umfassen SOC 2 Typ II, DSGVO, ausführliche Audit-Logs und feingranulare Rollen- und Berechtigungskonzepte. Die Plattform stellt eine umfangreiche REST-API bereit, mit der Workflows, Aktionen und Daten programmatisch verwaltet werden können – ein Aspekt, der im Glossar unter API-first-ERP näher beleuchtet wird. Über AWS Marketplace ist Next Matter zudem in vereinfachter Beschaffungsform verfügbar. Ein zentrales Differenzierungsmerkmal gegenüber klassischen BPM- und Workflow-Tools ist die operative Tiefe: Statt nur Modelle zu zeichnen, erlaubt Next Matter die direkte produktive Ausführung der Prozesse mit Live-Daten, KPIs und Alarmen. Eine konzeptionelle Einordnung zu Compliance- und Auditierbarkeit liefert das Glossar unter DSGVO und ERP.
Stärken und Schwächen
Stärken von Next Matter sind die operative Workflow-Tiefe, die klare Trennung von Builder und Ausführung sowie das Management-Cockpit, das Operations-Teams Live-Transparenz über laufende Prozesse gibt. Auch die Enterprise-Security mit SOC 2 und DSGVO-konformer Datenhaltung sowie die Custom-Cloud-Deployments sprechen für die Plattform. Im Daizy-Verbund kommen KI-gestützte Reporting- und Narrativ-Funktionen hinzu, die in der reinen Next-Matter-Welt vorher nicht im selben Umfang verfügbar waren. Auf der Schwächen-Seite ist Next Matter kein ERP- oder Lagerverwaltungssystem: Die Software ergänzt vorhandene Kernsysteme, ersetzt sie aber nicht. Für Unternehmen, die zunächst ein vollständiges ERP-Fundament aufbauen müssen, sind klassische Mittelstandsplattformen wie abas ERP oder Microsoft Dynamics die naheliegendere Investition. Auch die Pricing-Transparenz ist im Enterprise-Segment limitiert; konkrete Konditionen werden nach Bedarfsanalyse erstellt. Hinzu kommt, dass die Daizy-Übernahme die Roadmap stärker in Richtung Finanz- und Investment-Use-Cases verschiebt – Operations-Teams aus anderen Branchen sollten den Roadmap-Fokus für ihre Anwendungsfälle aktiv im Auge behalten.
Preise & Lizenzmodell
Next Matter / Daizy veröffentlicht keine offene Preisliste. Die Plattform wird als Subskription mit unterschiedlichen Editionen für Mittelstand und Enterprise vermarktet; konkrete Preise hängen von der Anzahl der Builder, Anwender:innen, Workflow-Ausführungen und der Bereitstellungsform ab. Über AWS Marketplace ist eine vereinfachte Beschaffung über bestehende AWS-Verträge möglich, was insbesondere für Enterprise-Unternehmen mit Cloud-First-Strategie attraktiv ist. Implementierungs- und Customizing-Aufwände hängen stark vom Reifegrad der vorhandenen Prozessdokumentation ab; eine seriöse TCO-Bewertung sollte die Aufwände für Prozesserhebung, Schulung und kontinuierliche Optimierung gleichberechtigt neben den Lizenzkosten betrachten.
Markt & Wettbewerb
Im Workflow- und BPM-Umfeld konkurriert Next Matter mit Plattformen wie ServiceNow, Pega, Camunda, Microsoft Power Automate und spezialisierten Workflow-Lösungen für einzelne Branchen. Stärken sind der klare Operations-Fokus, die schnelle No-Code-Modellierung und das Manager-Cockpit. Im Vergleich zu reinen RPA-Tools positioniert sich die Plattform mit menschenzentrierten, kollaborativen Prozessen, im Vergleich zu klassischen BPM-Suiten mit weniger Modellierungsoverhead und mehr operativer Wirkung.
Implementierung & Auswahlpraxis
Workflow-Automation-Plattformen wie Next Matter sind in ihrer Wirkung weniger durch Lizenzkauf als durch Prozessdesign bestimmt. Die typische Einführung beginnt mit einem klar abgegrenzten Pilotprozess – etwa Customer-Onboarding, Reklamationsbearbeitung, Lieferanten-Auditing oder Compliance-Reviews. Die ersten Workflows werden gemeinsam mit den Fachbereichen modelliert, in einer Sandbox getestet und in produktiven Kontext überführt. Anschließend lassen sich weitere Prozesse iterativ ergänzen. Erfolgsfaktoren sind eine saubere Prozessdokumentation, klare Verantwortlichkeiten, robuste Integration in CRM-, ERP- und Identity-Systeme sowie eine konsequente Nutzung des Manager-Cockpits zur Steuerung im Tagesbetrieb. Für Enterprise-Kund:innen sind SOC-2- und DSGVO-Audits, SSO-Anbindung und granulare Rollen-/Rechtekonzepte häufig die Show-Stopper-Themen, die früh adressiert werden müssen. Eine fundierte Auswahl gegenüber klassischen BPM-Tools, RPA-Plattformen oder Low-Code-Lösungen lohnt sich – methodische Hinweise liefert das Glossar unter Process Mining. Da Next Matter im Daizy-Verbund zunehmend Finanzbranchen-Use-Cases priorisiert, sollten Operations-Teams aus Logistik, Handel oder Industrie aktiv ihre Roadmap-Themen platzieren und in Bedarfsgesprächen klar adressieren – das gilt insbesondere für Anwendungsfälle abseits Asset- und Investment-Management.
Preise und Kostenrahmen für Next Matter (Daizy)
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Spezial für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Spezial. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
Maßgeschneiderte Lösung für sehr spezifische Branchen
Etabliertes Tool für bestimmte Use-Cases (Projekt-Geschäft, Agentur)
Oft inhabergeführter, persönlicher Support
Mögliche Schwächen
Kleine Anbieter-Community + wenige Berater
Skalierungs-Risiken bei Wachstum jenseits der Nische
Begrenzte Update-Frequenz und Innovations-Tempo
Fazit
Next Matter (heute Teil von Daizy) ist eine ausgereifte Workflow-Automation-Plattform mit klarem Fokus auf operative Wirksamkeit, Audit-Tauglichkeit und Enterprise-Security. Stärken sind der No-Code-Builder, das Operations-Cockpit, die belastbare Plattform-Sicherheit und – seit dem Daizy-Zusammenschluss – die zusätzliche KI-Schicht für Reporting und Narrative. Wer ein vollständiges ERP-System sucht, ist mit Next Matter falsch beraten; wer hingegen ein bestehendes ERP- und CRM-Setup um eine ausführungsstarke Workflow-Schicht ergänzen will, findet in Next Matter eine sehr ernstzunehmende Wahl. Für die Auswahl der zugrunde liegenden ERP- und WMS-Plattform liefert das Portal über ERP-Software finden Hilfestellung; für die Lagerseite sind spezialisierte Lösungen wie COGLAS WEB WMS oder klassische Mittelstands-ERPs wie abas ERP sinnvolle Vergleichskandidaten.
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Häufig gestellte Fragen
Ist Next Matter cloud-basiert oder on-premise?
Die Bereitstellungs-Optionen variieren je nach Anbieter — viele Systeme bieten heute beide Varianten oder ein hybrides Modell. Details zu Vor-/Nachteilen unter Cloud-ERP vs On-Premise.
On-Premise bleibt vor allem in regulierten Branchen und bei tiefem Customizing relevant; Cloud dominiert dagegen bei Neuprojekten ab Mittelstand.
Wer ist der Hersteller hinter Next Matter?
Hersteller-Stammdaten (Sitz, Mitarbeiterzahl, Eigentümer-Struktur) finden Sie im Anbieterprofil oben. Diese Faktoren sind wichtig für die Bewertung der Zukunftsfähigkeit eines ERP-Anbieters und sollten in jedem Auswahlprozess geprüft werden.
Eigentümer-geführte Anbieter punkten mit Kontinuität, börsennotierte mit Investitionssicherheit und größerer Roadmap-Stabilität.
Welche Berichte und Dashboards bietet Next Matter?
Standard-Reports decken FiBu, Vertrieb, Lager und Produktion ab. Eigene Dashboards via Power BI, Tableau oder eingebauten BI-Tools sind oft optional — siehe Business-Intelligence.
Self-Service-BI-Tools wie Power BI, Tableau oder Qlik werden zunehmend direkt eingebunden, was eigene Auswertungen ohne IT-Hilfe ermöglicht.
Welche AI-/KI-Features bietet Next Matter?
Aktuelle ERP-Systeme integrieren KI für Forecasting, Anomalie-Erkennung, Rechnungs-OCR und Conversational-UI (Microsoft Copilot, SAP Joule). Konkrete KI-Module zeigt das Anbieterprofil.
Praxisrelevante KI-Module sind heute Demand-Forecasting, Predictive Maintenance, Rechnungs-OCR und Conversational UI für Backoffice-Mitarbeitende.
Wie ist Next Matter im Vergleich zu SAP?
SAP ist Marktführer für Großkonzerne; im Mittelstand gibt es zahlreiche schlankere Alternativen mit oft tieferer Branchen-Expertise. Konkrete Vergleiche: ERP-Vergleichsseiten.
SAP-Lösungen haben höchste Funktions-Tiefe, sind aber im Customizing teurer als Mittelstands-Konkurrenten.