Actricity ist ein webbasiertes ERP- und Servicemanagement-System der Schweizer Actricity AG mit Sitz in Allschwil bei Basel. Eine Tochtergesellschaft in Mulhouse betreut den französischen Markt. Das Unternehmen entwickelt seine Plattform seit über 20 Jahren konsequent als 100 Prozent webbasiertes, workflow-gesteuertes ERP-System für mittelständische Dienstleistungs-, Handels- und Industriebetriebe. Actricity legt einen klaren Schwerpunkt auf das Zusammenspiel von ERP, CRM, Projektmanagement und Servicemanagement in einer integrierten Datenbasis. Damit positioniert sich der Anbieter zwischen klassischen On-Premise-Mittelstandslösungen und reinen Cloud-Plattformen wie weclapp. Anwender wie CSEM, Spitex, ABB-Tochtergesellschaften oder DSM zeigen, dass Actricity sowohl in technologienahen Mittelständlern als auch in größeren Unternehmen mit komplexen Service- und Projektprozessen erfolgreich eingesetzt wird. Mit über 11 abgedeckten Branchen, mehreren Sprachversionen und Optionen für Cloud- oder On-Premise-Betrieb ist die Plattform deutlich breiter aufgestellt, als es die Schweizer Herkunft vermuten ließe.
Funktionsumfang
Der Funktionsumfang von Actricity orientiert sich an einer klassischen ERP-Suite, ist jedoch besonders eng mit Service- und Projektmanagement verzahnt. Im CRM werden Stammdaten, Kontakte, Aktivitäten, Offerten, Aufträge und Verträge verwaltet. Die Auftragsabwicklung deckt den vollständigen Prozess von der Angebotserstellung über Auftragsbestätigung, Lieferung und Verrechnung ab und unterstützt verschiedene Auftragstypen wie Verkauf, Service, Reparatur oder Mietgeschäft. Die Materialwirtschaft umfasst Artikelverwaltung mit Preis- und Vertragsstaffeln, Multi-Lager, flexible Bestellungen, Wareneingang, Rückgaben und Inventur. Das Servicemanagement bildet Serviceobjekte, Wartungspläne, Tickets und Einsatzplanung ab und ist tief mit Auftrags- und Materialwirtschaft verknüpft. Im Projektmanagement werden Aufwände, Reisekosten, Spesen und Leistungen direkt auf Projekte zurückgemeldet, was eine projektbezogene Auswertung und Verrechnung erlaubt. Eine integrierte Workflow-Engine automatisiert Genehmigungs-, Eskalations- und Datenpflegeprozesse. Über offene Schnittstellen lässt sich Actricity an Buchhaltungslösungen, BI-Tools und Branchenspezialsoftware anbinden, beispielsweise an eine zentrale DATEV-Schnittstelle oder an Schweizer Finanzbuchhaltungspakete.
Zielgruppe und Branchen
Actricity richtet sich an mittelständische Unternehmen mit zwischen 20 und mehreren hundert Beschäftigten, die ein integriertes System aus ERP, CRM, Projekten und Service benötigen. Besonders gut eignet sich die Plattform für Anlagen- und Maschinenbauer, technische Dienstleister, Hersteller von Medizintechnik, Engineering-Büros, Vermessungs- und Ingenieurfirmen, IT-Dienstleister sowie Anbieter im Bereich erneuerbare Energien. Auch klassische Handelsunternehmen mit Servicegeschäft und Vermietungsanteil sind eine typische Zielgruppe. Für Anwender im Maschinenbau bringt das System die nötige Tiefe in Stücklisten und Servicegeschäft mit, während Dienstleister vor allem von der engen Kopplung zwischen Projekt-, Zeit- und Spesenmanagement profitieren. Auch Anwender im Gesundheitswesen wie Spitex-Organisationen nutzen Actricity, weil sich Termin-, Einsatz- und Verrechnungslogik gut abbilden lässt.
Technologie und Bereitstellung
Actricity ist konsequent webbasiert. Anwender greifen mit gängigen Browsern auf das System zu, sodass keine lokalen Client-Installationen erforderlich sind. Das System wird wahlweise als Cloud-Service über die Actricity AG oder als On-Premise-Installation im Rechenzentrum des Kunden betrieben. Native iOS- und Windows-Apps ergänzen die Webnutzung, etwa für mobile Servicetechniker, die im Außeneinsatz Aufträge, Stunden und Materialien erfassen. Über offene Schnittstellen lassen sich beliebige Drittsysteme anbinden, von ERP- und Finanzlösungen über Webshops bis hin zu Logistikplattformen. Eine umfangreiche Rechte- und Rollenverwaltung sowie eine integrierte Workflow-Engine ermöglichen die Abbildung individueller Geschäftsprozesse ohne externe BPM-Tools. Anwender, die ihre Plattform in einem zertifizierten Schweizer oder europäischen Rechenzentrum betreiben möchten, können dies über entsprechende Hosting-Partner realisieren.
Stärken und Schwächen
Die Stärken von Actricity liegen in der konsequenten Web-Architektur, der modularen Struktur und der engen Integration von Auftrags-, Projekt- und Servicegeschäft. Anwender schätzen, dass nur die tatsächlich benötigten Module aktiviert werden müssen und sich keine vorgefertigten Funktionspakete aufdrängen. Die Workflow-Engine ist ein zentrales Differenzierungsmerkmal gegenüber starreren Wettbewerbern. Schwächen zeigen sich in der eingeschränkten internationalen Bekanntheit außerhalb der DACH-Region, im überschaubaren Partnerökosystem im Vergleich zu großen Plattformen sowie in der weniger ausgereiften Out-of-the-box-Abdeckung sehr spezialisierter Branchen wie Pharma oder klassische Lebensmittelproduktion. Auch das Preismodell ist nicht öffentlich, was eine erste TCO-Einschätzung erschwert und eine sorgfältige Lastenhefterstellung umso wichtiger macht. Größere Konzerne erwarten teils umfangreichere Konsolidierungs- und Multi-Country-Funktionen, die in spezialisierten Enterprise-Plattformen tiefer abgebildet sind.
Preise und Lizenzmodell
Actricity wird projektbezogen lizenziert; Listenpreise sind nicht öffentlich. Üblich sind nutzerbezogene Abomodelle für die Cloud-Variante sowie Einmallizenzen mit Wartung für die On-Premise-Installation. Die Preisgestaltung berücksichtigt Modulauswahl, Anzahl der Anwender, Datenvolumen und gewünschten Servicelevel. Implementierungsleistungen erfolgen typischerweise als Festpreisprojekte oder im Time-and-Material-Modell. Eine kostenlose Testdemo ist auf Anfrage verfügbar, sodass interessierte Unternehmen den Funktionsumfang in einer geführten Live-Session bewerten können.
Preise und Kostenrahmen für Actricity
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Mittelstand für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Mittelstand. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
Tiefere Branchen-Spezialisierung als Universal-Enterprise-Systeme
Bezahlbare Implementierungs-Aufwände im sechsstelligen Bereich
DACH-fokussierter Hersteller-Support (Deutsch, lokale Berater)
Stabile Investments-Sicherheit über 10+ Jahre
Mögliche Schwächen
Kleinere Berater-Community als bei Enterprise-Lösungen
Internationalisierung oft begrenzt verfügbar
Cloud-Reife variiert stark zwischen Anbietern
Fazit
Actricity ist eine ausgereifte, mittelstandsorientierte ERP-Plattform aus der Schweiz, die ihre Stärken vor allem in der Verzahnung von Projekt-, Service- und Auftragsgeschäft ausspielt. Für technische Mittelständler, Anlagen- und Servicebetriebe sowie Engineering-Dienstleister im DACH-Raum ist die Plattform eine ernstzunehmende Alternative zu großen Standardplattformen. Wer eine konsequent web- und workflow-getriebene Lösung mit Schweizer Datenhoheit sucht, sollte Actricity in die engere Auswahl nehmen und im Rahmen einer professionellen Auswahlbegleitung detailliert mit Wettbewerbern wie weclapp oder Proffix vergleichen.
Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung mit Actricity. Wir veröffentlichen Bewertungen nach kurzer redaktioneller Sichtprüfung in 1–3 Werktagen. Felder mit * sind Pflicht.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Actricity ERP?
Die Lizenzkosten von Actricity ERP hängen von Anwenderzahl, Modul-Auswahl und Bereitstellungsmodell (Cloud/On-Premise) ab. Eine seriöse Kostenschätzung erfordert eine konkrete Anforderungsanalyse — siehe unsere ERP-Kosten-Übersicht für realistische Bandbreiten.
Lizenz-Kosten machen typisch 25-35 % der Gesamtprojekt-Kosten aus; der Rest verteilt sich auf Implementierung, Schulung und Datenmigration.
Welche Alternativen zu Actricity ERP gibt es?
Konkrete Alternativen hängen von Branchenfit, Budget und Größe ab. Die Software-Übersicht listet 300+ DACH-ERP-Systeme; die Vergleichsseiten bieten paarweise Gegenüberstellungen.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Bietet Actricity ERP mobile Apps?
Moderne ERP-Systeme bieten mindestens responsives Web-UI; viele haben native iOS-/Android-Apps für Vertrieb, Lager und Approval-Workflows. Konkrete Mobile-Funktionen sind im Anbieterprofil dokumentiert.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Gibt es eine Community oder Support-Forum für Actricity ERP?
Cloud-Anbieter haben meist eigene Community-Plattformen + dokumentierte API-Foren. Open-Source-Lösungen (Odoo, ERPNext) haben besonders aktive Communities. Hersteller-Support gibt es üblicherweise via Tickets, Telefon und Premium-SLAs.
Kann Actricity ERP mit anderen Systemen wie CRM oder DMS verbunden werden?
Ja — über REST-APIs, iPaaS-Plattformen (Lobster, MuleSoft) oder vorgefertigte Konnektoren. Mehr zu CRM-Integration: ERP vs CRM, zu DMS: DMS-Software.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.