mysupply ist eine in Hamburg entwickelte SaaS-Plattform, die den taktischen und operativen Einkauf mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und spieltheoretischen Algorithmen automatisiert. Anbieter ist die Mysupply GmbH (Jungfernstieg 7, Hamburg), gegründet von Andreas Zimmermann, der das Unternehmen weiterhin als CEO führt. Die Lösung ist im engeren Sinne kein ERP, sondern eine spezialisierte Procurement- bzw. Sourcing-Suite, die in bestehende ERP- und Spend-Management-Landschaften integriert wird. Insbesondere die Verfügbarkeit als zertifiziertes SAP-Partner-Plug-in macht mysupply zu einem typischen Vertreter moderner Composable-ERP-Architekturen: spezialisierte Best-of-Breed-Lösungen werden gezielt um ein Backbone-ERP herum orchestriert, statt auf einen monolithischen Standard zu setzen. mysupply richtet sich an Einkaufsorganisationen, die ihre Ausschreibungs- und Verhandlungsprozesse digitalisieren, Effizienzgewinne realisieren und gleichzeitig nachweisbare Einsparungen erzielen wollen.
Funktionsumfang
Der Funktionsumfang von mysupply deckt einen vollständigen Source-to-Contract-Prozess ab. Im Zentrum steht ein KI-gestützter Sourcing-Workflow: Anwender können binnen Minuten eine Ausschreibung erstellen, die automatisch an bekannte Lieferanten gesendet und – falls gewünscht – um zusätzliche Anbieter aus dem B2B-Marktplatz „Wer liefert was" ergänzt wird. Eine spieltheoretisch trainierte KI bestimmt die optimale Verhandlungsmechanik (z. B. Reverse Auction, Englische oder Holländische Auktion, japanische Variante) und schlägt sie als Empfehlung vor. Anwender können Auktionen und strukturierte Verhandlungen sowohl assistiert als auch weitgehend autonom durchführen lassen. Ergänzend bietet mysupply einen AI Buying Assistant, der Anforderungen aus dem Fachbereich (Intake) entgegennimmt, klassifiziert und automatisch in einen passenden Beschaffungsworkflow überführt. Über das SAP Sourcing Plug-in – verfügbar im SAP Store – wird mysupply nahtlos in SAP S/4HANA und SAP MM integriert; weitere Integrationen wie ASAPIO oder direkte API-Anbindungen erlauben den Einsatz in Microsoft-Dynamics- oder Oracle-Landschaften. Auch klassische EDI-Schnittstellen zu Lieferanten lassen sich nachgelagert anbinden. Anwender erhalten dabei eine durchgängige Audit-Trail-Dokumentation, die Compliance-Anforderungen wie nach Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und ISO 20400 unterstützt.
Zielgruppe & Branchen
Zielgruppe sind mittelständische und große Unternehmen mit professionellem Einkauf, die hohe Volumina an taktischen Bedarfen über strukturierte Ausschreibungen abwickeln. Typische Branchen sind Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, Lebensmittel und Konsumgüter, Pharma sowie Energieversorger. Auch Konzerne mit Shared-Service-Center-Strukturen und stark internationaler Beschaffung gehören zur Kernzielgruppe. Anwendungsfälle reichen vom strategischen Sourcing größerer Investitionen über die Bündelung wiederkehrender Bedarfe bis hin zu schnellen Verhandlungen für Maverick-Buying-Volumina. Für reine Kleinstunternehmen ohne dedizierten Einkauf ist die Plattform tendenziell überdimensioniert; hier reichen oft die Bestellfunktionen eines klassischen KMU-ERPs. Wer dagegen einen strukturierten Source-to-Contract-Prozess etablieren will, ergänzt sein bestehendes ERP gezielt um eine spezialisierte Sourcing-Plattform.
Technologie & Bereitstellung
mysupply wird ausschließlich als Cloud-Service bereitgestellt und folgt damit dem typischen Bereitstellungsmuster eines modernen SaaS-Tools. Die Architektur ist multi-tenant; das Hosting erfolgt in europäischen Rechenzentren, was im Hinblick auf DSGVO-Anforderungen ein Argument für deutsche und europäische Konzerne ist. Über REST-APIs und Standardkonnektoren werden ERP-, CRM-, Spend-Analytics- und Vertragsmanagement-Lösungen angebunden. Die Integration in SAP S/4HANA über das offizielle SAP Plugin sowie über Partner wie ASAPIO ist besonders relevant für Bestandskunden mit SAP-Backbone. Auch die Anbindung an iPaaS-Plattformen wie Lobster, SEEBURGER oder MuleSoft ist möglich, was mysupply als Komponente einer modernen Integrationsarchitektur etabliert. Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance werden über zertifizierte Cloud-Provider, Verschlüsselung in Transit und at Rest sowie rollenbasierte Berechtigungssysteme adressiert. Branchenmedien berichten zudem über die Roadmap des Unternehmens hin zu zunehmend autonomen Verhandlungsagenten („Autonomous Sourcing").
Stärken und Schwächen
Zu den Stärken zählen ein sehr fokussierter Funktionsumfang, der schnelle Time-to-Value durch Cloud-Bereitstellung und vorbereitete KI-Modelle, eine messbar geringere operative Aufwandsquote im Einkauf (laut Anbieter rund 50 Prozent) sowie nachweisbare Einsparungen im taktischen Spend (laut Anbieter bis zu 8 Prozent). Auch die offizielle SAP-Partnerschaft und die Listung im SAP Store erhöhen die Investitionssicherheit für SAP-Bestandskunden. Branchenfeedback und Listings auf Crunchbase, Startbase und Hamburg Startups attestieren der Lösung eine moderne UX und einen klaren Fokus auf den taktischen Bedarf. Schwächen liegen in der noch vergleichsweise jungen Marktpräsenz: Im Vergleich zu etablierten Sourcing-Suiten wie SAP Ariba, Coupa, JAGGAER oder Onventis ist die Referenzbasis in einigen Ländern noch im Aufbau. Auch die Funktionsbreite jenseits des reinen Sourcings – etwa Vertragsmanagement, Contract Lifecycle Management oder Source-to-Pay – ist nicht so tief wie bei vollintegrierten Spend-Management-Plattformen. Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt sich eine strukturierte Auswahlbegleitung, die mysupply gegen alternative Sourcing- und Spend-Management-Plattformen abwägt.
Preise & Lizenzmodell
mysupply wird im Subskriptionsmodell vermarktet. Listenpreise sind nicht öffentlich verfügbar; die Konditionen richten sich nach Anzahl der Anwender, Volumen der jährlich abgewickelten Spend-Kategorien sowie der gewünschten Modul- und Integrationstiefe. Implementierungs- und Integrationsleistungen werden teils direkt durch mysupply, teils über SAP- und Microsoft-Partner erbracht. Bei der Investitionsbewertung empfiehlt sich eine sorgfältige TCO-Betrachtung, die neben den Subskriptionskosten auch Implementierungs-, Integrations- und Schulungsaufwände sowie laufende Anpassungen berücksichtigt. Für viele Anwender amortisiert sich mysupply bereits über die ersten Sourcing-Events; entscheidend ist die Disziplin in der Anwendung und die Verbindung mit klar definierten Einkaufsprozessen. Bestandskunden mit SAP S/4HANA profitieren häufig von einer kürzeren Time-to-Value durch das offizielle SAP Plug-in.
Marktumfeld & Wettbewerb
Der Markt für Sourcing- und Spend-Management-Software ist international stark fragmentiert. Auf der einen Seite stehen integrierte Spend-Management-Suiten wie SAP Ariba, Coupa, Ivalua, GEP SMART und JAGGAER, die einen breiten Source-to-Pay-Prozess abdecken, auf der anderen Seite spezialisierte Sourcing- und eAuktions-Plattformen wie Onventis, Scanmarket, Mercell oder Promitea. mysupply positioniert sich zwischen diesen beiden Welten: Die Lösung ist deutlich fokussierter und schneller einsatzbereit als vollintegrierte Suiten, bringt aber gleichzeitig moderne KI- und Automatisierungsfunktionen mit, die viele klassische Sourcing-Tools nicht in vergleichbarer Tiefe bieten. Die offizielle SAP-Partnerschaft und die Listung im SAP Store sind ein wichtiger Marktvorteil, weil sie SAP-Bestandskunden eine ergänzende Beschaffung mit minimaler Integrationsreibung erlauben. Branchenstudien zum Stand der Beschaffungstechnologie – etwa von Gartner Magic Quadrant Strategic Sourcing oder von BME, dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik – zeigen, dass Themen wie Autonomous Sourcing, KI-gestützte Vergabeempfehlungen und Echtzeit-Spend-Analytics zu den prägenden Innovationsthemen des Procurement-Software-Marktes der nächsten Jahre zählen. mysupply gehört zu den jüngeren, technologiegetriebenen Anbietern, die diese Themen aktiv vorantreiben.
Preise und Kostenrahmen für mysupply
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Spezial für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Spezial. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
Maßgeschneiderte Lösung für sehr spezifische Branchen
Etabliertes Tool für bestimmte Use-Cases (Projekt-Geschäft, Agentur)
Oft inhabergeführter, persönlicher Support
Mögliche Schwächen
Kleine Anbieter-Community + wenige Berater
Skalierungs-Risiken bei Wachstum jenseits der Nische
Begrenzte Update-Frequenz und Innovations-Tempo
Fazit
mysupply ist ein typisches Beispiel dafür, wie spezialisierte SaaS-Lösungen klassische ERP- und Spend-Management-Suiten gezielt ergänzen. Wer seinen Einkauf datenbasiert digitalisieren, Ausschreibungen automatisieren und Verhandlungen mit Hilfe von KI strukturieren will, findet in mysupply eine moderne, fokussierte Plattform mit deutscher Verankerung in Hamburg. Für SAP-Bestandskunden ist das offizielle SAP Sourcing Plug-in ein besonders pragmatischer Einstieg, ohne in eine schwergewichtige Spend-Suite migrieren zu müssen. Mittelständler ohne dedizierten Einkauf oder mit sehr geringen taktischen Volumina sollten dagegen die Investition gegen die Bordmittel ihres bestehenden Backbone-ERPs abwägen. In Summe ist mysupply ein guter Kandidat in Sourcing-Shortlists, die typischerweise auch SAP Ariba, JAGGAER, Coupa und Onventis enthalten.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Schnittstellen unterstützt mysupply?
Die meisten ERP-Systeme bieten REST-APIs, EDI-Konnektoren und gängige Buchhaltungs-Schnittstellen wie DATEV. E-Commerce-Anbindungen wie Shopware, Shopify oder Amazon sind oft via Konnektor realisierbar.
Standardisierte Schnittstellen-Protokolle (REST-API, OData, EDIFACT, ZUGFeRD) sind heute Pflicht und sollten OOTB unterstützt sein.
Bietet mysupply eine kostenlose Testversion?
Cloud-Anbieter offerieren häufig 14- bis 30-tägige kostenlose Testzugänge oder Demo-Varianten. Klassische Mittelstands-ERPs werden meist über Implementierungspartner als Test-Installation bereitgestellt — siehe unabhängige Auswahlbegleitung.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Welche Branchen-Spezialisierungen hat mysupply?
Branchenfokus und Referenzkunden zeigt das Anbieterprofil. Spezialisierungen sind oft Stärken in PPS (Maschinenbau), Chargen-/Seriennummern (Pharma/Lebensmittel), Multi-Channel (Handel/E-Commerce) — siehe Branchen-Übersicht.
Branchen-Spezialisten haben vorkonfigurierte Stammdaten-Strukturen und Compliance-Module, die Customizing-Aufwand drastisch reduzieren.
Welche Compliance-Standards erfüllt mysupply?
DACH-ERPs müssen GoBD (revisionssichere Buchführung), DSGVO und E-Rechnung unterstützen. Branchenspezifisch kommen GxP (Pharma), HACCP (Food), GAEB (Bau) hinzu.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Wie ist die User-Experience von mysupply?
UX hängt stark von Generation des Systems ab. Cloud-native ERPs (NetSuite, weclapp) haben moderne Web-UX. Klassische Mittelstands-ERPs holen seit ca. 2020 stark auf — Demo-Tests sind essentiell.