Lieferantenmanagement (SRM) – mehr als nur Stammdaten
Supplier Relationship Management (SRM) bündelt alle Prozesse rund um Lieferanten: Onboarding, Stammdaten, Bewertung, Risikomonitoring, Audits, Verhandlung, Performance. Mit dem Lieferkettengesetz ist SRM zur Pflicht-Disziplin geworden.
Marktführer: SAP Ariba, Coupa, JAGGAER, Ivalua. Im DACH-Mittelstand: Onventis, Nexus, vendalist. Klassische ERPs wie Microsoft Dynamics 365 BC bieten Basis-SRM-Funktionen, für tiefes SRM lohnt ein dediziertes Tool.
Risikomonitoring unter LkSG/CSDDD
Mit dem Lieferkettengesetz und der EU-CSDDD müssen Unternehmen ihre Lieferanten regelmäßig auf Menschenrechts- und Umweltrisiken prüfen. Tools wie EcoVadis, IntegrityNext oder Sphera liefern Risiko-Daten, die ins ERP/SRM einfließen.
Praxis-Beispiel
Ein Konzern-Einkauf verwaltet 1.500 aktive Lieferanten in einem dedizierten SRM (Supplier Relationship Management). Pro Lieferant: Stammdaten, Konditions-Vereinbarungen, Risiko-Scoring, Audit-Historie, Sustainability-Zertifikate, Lieferzeiten-Statistik, Reklamations-Quote. Das ERP nutzt diese Daten in der Disposition (bevorzuge zertifizierte Lieferanten), Compliance-Reporting (Lieferkettengesetz) und Vertragsverhandlung (Volumen-Bündelung). SRM-Tools: SAP Ariba, Coupa, Jaggaer, oder integriert in größeren ERPs.
Was unterscheidet SRM von einem ERP-Lieferantenstamm? ERP-Stamm enthält operative Daten (Adresse, Konditionen, Bankverbindung). SRM ergänzt strategische Aspekte: Risiko, Performance, Compliance, Beziehungs-Pflege. Lohnt sich SRM für Mittelständler? Bei <100 aktiven Lieferanten reicht oft das ERP. Bei >500 oder hochregulierten Branchen (Pharma, Automotive) wird dediziertes SRM wirtschaftlich.
Ab 200 aktiven Lieferanten oder LkSG-Pflicht: ja. Darunter reicht oft das ERP-Modul.
Standard-Schnittstellen-Standards wie REST-API, EDIFACT, OData und ZUGFeRD sollten direkt unterstützt sein, um teure Custom-Schnittstellen zu vermeiden.
Was kostet ein SRM-Tool?
Cloud-SRMs ab 30 EUR pro Anwender pro Monat. Enterprise-Lösungen (Ariba, Coupa) ab 50.000–250.000 EUR pro Jahr.
Lizenzgebühren machen typisch nur 25-35 % der Gesamtprojektkosten aus, die restlichen 65-75 % entstehen für Implementation, Customizing, Schulung und Datenmigration.