Supplier Relationship Management (SRM) bezeichnet die strategische Steuerung von Lieferantenbeziehungen — von der Identifikation und Qualifizierung neuer Lieferanten über laufende Performance-Bewertung bis zur Lieferantenentwicklung. Während Procure-to-Pay den operativen Bestellprozess abbildet, ergänzt SRM die strategische Sicht.
Kern-Module einer SRM-Lösung
Lieferantenstammdaten mit Compliance-Status (Lieferkettengesetz, REACH, RoHS)
Etablierte SRM-Suiten: SAP Ariba, Coupa, Jaggaer, Ivalua, Onventis (DACH-Mittelstand). Im KMU-Segment integrieren ERPs wie MS Dynamics 365 BC oder SAP Business One einfache Lieferantenbewertungen direkt im Standardmodul.
Lieferkettengesetz und SRM-Integration
Seit 2023 verlangt das deutsche Lieferkettengesetz (LkSG) systematische Risikoanalysen, Präventionsmaßnahmen und Berichterstattung über Menschenrechts- und Umweltrisiken in der Lieferkette. SRM-Tools haben sich zur zentralen Doku-Plattform entwickelt — mit standardisierten Lieferanten-Selbstauskünften, Schulungs-Tracking und automatisierten Risiko-Scores.
Praxis-Beispiel
Ein Konzern-Einkauf nutzt ein SRM-System (Supplier Relationship Management) für strategisches Lieferanten-Management: Risiko-Bewertung, Performance-Tracking, Compliance-Dokumentation, Vertrags-Verwaltung. Pro Lieferant: Audits, Sustainability-Zertifikate, Lieferzeiten-Statistik, Reklamations-Quote, Sub-Lieferanten-Transparenz (für Lieferkettengesetz). Tools: SAP Ariba, Coupa, Jaggaer. Im Mittelstand oft im ERP-Lieferanten-Stamm angereichert; ab ~500 aktiven Lieferanten lohnt sich dediziertes SRM.
Was unterscheidet SRM von einem Procurement-System? Procurement ist transaktional (Bestellungen abwickeln). SRM ist strategisch (Lieferanten-Beziehungen managen, Risiken bewerten, Performance optimieren). Beide ergänzen sich. Wie wird Sustainability ins SRM integriert? Per Sustainability-Score pro Lieferant — basierend auf CO₂-Bilanz, Sozial-Standards, Zertifizierungen. Wird seit 2024 durch CSRD und Lieferkettengesetz immer relevanter.
P2P bildet den operativen Bestellprozess ab (Bedarf → Bestellung → Wareneingang → Rechnung). SRM ist die strategische Klammer drumherum: Auswahl, Bewertung und Entwicklung der Lieferanten.
Eine strukturierte Auswahl kombiniert Lastenheft, Demo mit eigenen Daten, Referenzbesuche bei vergleichbaren Unternehmen und einen Proof-of-Concept auf 2-3 kritischen Prozessen.
Brauche ich SRM zusätzlich zu meinem ERP?
Bei <100 Lieferanten reicht ERP-Standard. Bei größeren Mengen, Compliance-Druck oder strategischer Sourcing-Funktion lohnt eine dedizierte SRM-Suite.
Die Anforderungen werden regelmäßig durch neue regulatorische Vorgaben (EU-Verordnungen, BSI-Grundschutz, NIS-2) verschärft.