e-proCAT – Katalogsoftware für BMEcat, ETIM und ECLASS im B2B-Procurement

Herstellere-pro CAT GmbH (Bertsch Innovation)
e-proCAT auf einen Blick
Herstellere-pro CAT GmbH (Bertsch Innovation)
KategorieSpezial & Nischenlösungen
MarktpositionTier 3 — Spezialist oder Nischen-Anbieter
Hersteller-Webseitewww.e-procat.ch

e-proCAT ist eine in der Schweiz entwickelte Spezialsoftware für die Erstellung, Validierung und Klassifizierung elektronischer B2B-Produktkataloge. Hinter dem Produkt steht die e-pro CAT GmbH mit Sitz im Kanton Zürich, die als Spin-off des Fraunhofer-Instituts IAO im Jahr 1999 entstand und seither auf E-Procurement-Prozesse, BMEcat-Kataloge und Klassifikationsstandards spezialisiert ist. Das Unternehmen bezeichnet sich heute selbst als einen der führenden Anbieter im Bereich Katalogmanagement im deutschsprachigen Raum und verweist auf über 1.000 Kunden, darunter namhafte Industrieunternehmen wie Bosch, Knipex, ifm, Kärcher und Osram. e-proCAT ist damit kein klassisches ERP-System im engeren Sinne, sondern eine spezialisierte Lösung am Schnittpunkt zwischen Stammdaten- und Produktdatenmanagement, E-Procurement und Vertriebsdigitalisierung. Sie richtet sich gezielt an Hersteller und Großhändler, die ihren Kunden, Marktplätzen und Einkaufsplattformen strukturierte, geprüfte und mehrsprachige Produktkataloge bereitstellen müssen.

Funktionsumfang

Im Zentrum von e-proCAT steht die Erstellung und Pflege elektronischer Kataloge nach den maßgeblichen B2B-Standards. Die Software unterstützt Formate wie BMEcat 1.2 und 2005, GS1 XML sowie IDEA XML und ermöglicht das Klassifizieren von Produktdaten gemäß ETIM, ECLASS, eCl@ss, proficl@ss, UNSPSC und GPC. Anwender können Stammdaten manuell pflegen, in Tabellenform importieren oder über Schnittstellen aus PIM- und ERP-Systemen anbinden. Eine integrierte Validierungs-Engine prüft Kataloge automatisch auf strukturelle und inhaltliche Fehler – ein zentraler Punkt, weil viele Marktplätze und Großkunden ihre Lieferanten zur Einhaltung exakt definierter Katalog- und Klassifikationsstandards verpflichten. Ergänzt wird das Modul durch Mapping-Funktionen, mit denen Eigentaxonomien auf Branchenstandards übersetzt werden können, sowie durch eine Mehrsprach- und Mehrwährungsverwaltung. Über offene Schnittstellen lassen sich Daten an SAP-Module wie S/4HANA, an Beschaffungsplattformen wie SAP Ariba, Mercateo (Unite) oder onventis sowie an gängige Procurement- und Warenwirtschaftssysteme übergeben. Ergänzend bietet der Hersteller mit „mediacockpit“ ein eigenes PIM-System an, das e-proCAT nahtlos um umfassende Produktinformationsprozesse, Rich-Content-Verwaltung und Cross-Channel-Publishing erweitert. Damit deckt das Gesamtportfolio den Lebenszyklus von Produktdaten von der internen Datenpflege bis zum gelieferten Katalog auf der Einkäuferseite ab.

Zielgruppe und Branchen

e-proCAT adressiert in erster Linie Hersteller und Distributoren technischer Produkte, die ihre Sortimente in elektronischen Katalogen an Großkunden, Behörden, Industrieeinkäufer und Marktplätze ausliefern. Typische Branchen sind Industriebedarf, Werkzeuge und C-Teile, Elektrotechnik, Sanitär- und Heizungsbedarf, MRO-Sortimente sowie Bauzulieferung. Auch im klassischen B2B-Großhandel und in der Metallverarbeitung ist die Software verbreitet, da hier ETIM, ECLASS und BMEcat zu den De-facto-Standards der Beschaffung gehören. Zielkunden sind Mittelständler mit klassischer Vertriebsorganisation ebenso wie produktstarke Industrieanbieter, die parallel klassische Außendienstprozesse, Onlineshops und Marktplatzkanäle bedienen. Für rein konsumnahe E-Commerce-Anbieter ohne B2B-Beschaffungsbezug ist die Lösung weniger relevant; sie spielt ihre Stärke vor allem dort aus, wo Produktdaten standardkonform aufbereitet werden müssen, weil Einkaufsorganisationen anders gar nicht beliefert werden können.

Technologie und Bereitstellung

e-proCAT wird sowohl als klassische Desktop- und Server-Installation in Kundeninfrastruktur als auch in gehosteten Varianten betrieben. Die Software basiert auf einer datenbankgestützten Architektur und greift bei Validierung und Klassifikation auf umfangreiche Regelwerke der Branchenstandards zurück, die der Hersteller laufend pflegt. Über XML-Importe und -Exporte sowie definierte Konnektoren lassen sich Daten in ERP-, PIM- und Beschaffungssysteme integrieren; die Anbindung an SAP-Module ist explizit Bestandteil der Produktstrategie. Für Anwender ist die Software in der Regel über zertifizierte Implementierungspartner und Beratungshäuser im DACH-Raum verfügbar, die Customizing, Schulung und Datenmigration übernehmen. Eine reine Self-Service-SaaS-Variante steht aktuell nicht im Vordergrund; je nach Bedarf werden stationäre, gemischte und cloudnahe Betriebsmodelle umgesetzt.

Stärken und Schwächen

Die größten Stärken von e-proCAT liegen in der hohen Standardabdeckung, der praxisnahen Validierung und der konsequenten Fokussierung auf B2B-Katalogprozesse. Das Produkt füllt eine Lücke, die klassische ERP-Systeme nur unzureichend abdecken: die saubere Abbildung von Klassifikationen wie ETIM oder ECLASS, das Management von Mehrsprachkatalogen und die Auslieferung formal korrekter BMEcat-Dateien an Großkunden. Anwender heben in Branchenpublikationen die langjährige Erfahrung des Anbieters und die hohe Zahl unterstützter Standards hervor. Schwächen liegen typischerweise im Schnittstellen- und Customizing-Aufwand: Wer e-proCAT tief mit ERP-, PIM- und Webshop-Systemen verzahnen möchte, muss in eine saubere Datenarchitektur investieren. Auch die Bedienung ist klassisch geprägt und erfordert eingearbeitete Katalogverantwortliche; reine Fachanwender im Marketing oder Produktmanagement empfinden den Funktionsumfang teils als technisch. Hinzu kommt, dass die Lösung in einem spezialisierten Markt agiert, sodass Vergleiche immer auch klassische PIM-Anbieter wie Akeneo, Contentserv oder Stibo Systems sowie integrierte ERP-PIM-Lösungen einbeziehen sollten.

Preise und Lizenzmodell

Eine öffentliche Preisliste publiziert e-proCAT nicht. Die Lizenzierung erfolgt projektspezifisch und richtet sich nach Modulauswahl, Anwenderzahl, Anzahl der Kataloge und gewünschten Standards. In der Regel werden Kombinationen aus Lizenzgebühren, Wartungsverträgen und Implementierungsleistungen angeboten; bei mediacockpit kommen klassische Subskriptionsmodelle zum Einsatz. Marktbeobachter verorten e-proCAT im Mittelfeld spezialisierter PIM- und Katalogtools, also unterhalb großer Enterprise-PIM-Plattformen, aber deutlich oberhalb einfacher Excel-basierter Workflows. Eine seriöse Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung sollte neben Lizenzkosten auch Aufwände für Datenmigration, Klassifikationspflege und Anbindung an bestehende ERP- und Shopsysteme berücksichtigen.

Marktumfeld und Vergleich

Im deutschsprachigen Raum bewegt sich e-proCAT in einem Umfeld spezialisierter Katalog- und PIM-Anbieter, das in den vergangenen Jahren stark in Bewegung gekommen ist. Klassische BMEcat-Werkzeuge wie SDZeCom, Innolytics oder lokale Eigenentwicklungen konkurrieren mit modernen PIM-Plattformen wie Akeneo, Contentserv und Stibo Systems sowie mit ERP-integrierten Katalogfunktionen aus Microsoft Dynamics 365 oder SAP. e-proCAT hebt sich in dieser Konkurrenz vor allem durch die hohe Standard- und Klassifikationstiefe sowie die Fokussierung auf den B2B-Beschaffungsprozess ab. Branchenpublikationen wie Windmühlenbauer, ReadKong und Softwareworld nehmen die Lösung regelmäßig in Vergleiche auf, betonen aber zugleich, dass für komplexe globale Sortimente und mehrsprachige Marketinganwendungen häufig zusätzlich ein vollständiges PIM-System sinnvoll ist – mit „mediacockpit“ adressiert e-pro CAT genau diesen Bedarf. Auch der Trend zu Marktplatzanbindungen, Künstlicher Intelligenz für die Datenanreicherung und der zunehmende Einsatz von Klassifikationen wie ETIM 9 in der Elektrobranche treiben die Weiterentwicklung. Wer e-proCAT evaluiert, sollte daher nicht nur den heutigen Funktionsumfang, sondern auch die Roadmap, das Partnerökosystem und die Zukunft der unterstützten Standards in den Blick nehmen.

Fazit

e-proCAT ist eine etablierte Spezialsoftware für B2B-Katalogerstellung, Validierung und Klassifikation, die ihre Stärke vor allem in technischen Industrie- und Großhandelsumgebungen ausspielt. Wer als Hersteller oder Distributor gegenüber Industriekunden, Marktplätzen und Beschaffungsplattformen mit BMEcat, ETIM und ECLASS arbeiten muss, findet in e-proCAT ein praxisbewährtes Werkzeug mit langer Historie, klarem Standardfokus und einem ergänzenden PIM-Angebot. Für Unternehmen, die ihre Katalog- und Produktdatenstrategie neu aufsetzen, lohnt der Vergleich mit größeren PIM-Plattformen sowie mit ERP-integrierten Katalogfunktionen, etwa über eine strukturierte Vorauswahl mit Hilfe von ERP- und PIM-Beratungshäusern oder spezialisierten Software-Vergleichsportalen.

Hersteller-Homepage von e-proCAT

Aktuelle Ansicht der Webseite https://www.e-procat.ch/

Screenshot der Homepage von e-proCAT

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