e.bootis-ERPII – ERP-Standardsoftware für Großhandel, Produktion und technischen Handel

Herstellere.bootis ag
KategorieMittelstand

Die e.bootis-ERPII ist die ERP-Standardsoftware der e.bootis ag mit Hauptsitz in Essen. Das familiengeführte Unternehmen wurde 1982 gegründet und konzentriert sich seit Jahrzehnten auf den deutschsprachigen Mittelstand. Das aktuelle Produkt erreichte 2004 die Marktreife und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Im Gegensatz zu international skalierten Plattformen wie SAP S/4HANA oder Microsoft Dynamics 365 positioniert sich e.bootis als spezialisiertes Mittelstands-ERP, das tief auf Großhandel, technischen Handel, Produktion und Fahrzeugteile-Distribution zugeschnitten ist. Der Anbieter beschreibt seine Lösung als „individuelle Standardsoftware“, weil ein hoher Anteil branchentypischer Prozesse bereits im Standard abgedeckt ist und ergänzendes Customizing über Konfiguration realisiert wird. Der vorliegende Steckbrief ordnet e.bootis-ERPII neutral ein und beleuchtet Funktionsumfang, Zielgruppen, Technologie sowie Stärken und Schwächen.

Funktionsumfang

e.bootis-ERPII bündelt sämtliche kaufmännischen Kernprozesse in einer integrierten Datenbasis. Den Mittelpunkt bildet eine leistungsfähige Warenwirtschaft mit Einkauf, Disposition, Lagerführung, Auftragsbearbeitung und Fakturierung. Ergänzend deckt das System die Finanzbuchhaltung nach deutschen Vorgaben (HGB, GoBD), das Anlagen- und Personalwesen, ein CRM, Servicemanagement, Compliance-Archivierung sowie ein WMS für die Lagerlogistik ab. Für hochfrequente B2B-Geschäfte stehen EDI-Funktionalitäten bereit, die den elektronischen Belegaustausch mit Industriekunden, Lieferanten und Plattformen automatisieren.

Branchenspezifische Erweiterungen adressieren typische Anforderungen des Großhandels wie umfangreiche Preis- und Konditionssysteme, Streckenabwicklung, Mengen- und Wertstaffeln sowie zentrale und dezentrale Einkaufsprozesse. Im technischen Handel und in der Fahrzeugteile-Distribution sind Funktionen wie OEM-Nummern-Verwaltung, Cross-Reference-Listen, Kataloganbindungen (TecAlliance, ETK) und Tausch-/Pfandprozesse vorhanden. Für Hersteller mit eigener Fertigung gibt es PPS-Module mit Stücklisten, Arbeitsplänen, Kapazitätsplanung und Werkstattsteuerung. Ein integriertes PIM sowie eine Onlineshop-Anbindung erlauben die saubere Pflege von Artikelstammdaten und deren Ausspielung in B2B- und B2C-Kanäle. Auswertungen und Dashboards stehen über ein integriertes Berichtswesen zur Verfügung, ergänzt um eine Data-Warehouse-Anbindung für komplexe BI-Szenarien.

Zielgruppe & Branchen

e.bootis-ERPII richtet sich klar an mittelständische Unternehmen mit etwa 25 bis über 1.000 Anwender:innen. Branchenseitig liegt der Schwerpunkt auf Großhandel, technischem Handel, Fahrzeugteile-Distribution, Produktion und Logistikdienstleistung. Typische Kund:innen verfügen über mehrere Standorte, ein eigenes Zentrallager, ein internationales Lieferantennetz und einen Mix aus B2B-Streckengeschäft, Onlinehandel und stationärem Vertrieb. Auch Mischmodelle aus Produktion und Handel – etwa Hersteller mit eigenem Distributionsnetz – sind eine typische Konstellation. Im Bereich Logistik und Fulfillment wird das System genutzt, um Lager-, Versand- und Servicethemen sauber an die Warenwirtschaft anzubinden. Für reine Cloud-First-Start-ups oder kleine Onlinehändler:innen mit unter zehn Mitarbeitenden ist e.bootis tendenziell überdimensioniert; hier sind Lösungen wie Billbee oder Cloud-First-Plattformen besser geeignet.

Technologie & Bereitstellung

e.bootis-ERPII ist eine klassische, plattformübergreifend lauffähige 3-Tier-Architektur mit relationaler Datenbank. Das System lässt sich sowohl On-Premises im eigenen Rechenzentrum als auch im Hosting bei spezialisierten Providern oder beim Hersteller selbst betreiben. Damit unterscheidet sich e.bootis von rein cloudnativen Anbietern und adressiert insbesondere Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datenhoheit, Customizing und Integrationstiefe. Browserbasierte Web-Clients und mobile Apps ergänzen die klassische Desktop-Bedienung. Updates erfolgen geplant in Releasezyklen, wobei zertifizierte Implementierungspartner:innen bei Migrationen und Anpassungen unterstützen.

Schnittstellen werden über Web-Services, Datei- und EDI-Konnektoren bereitgestellt; angebunden werden DATEV, Onlineshops, Marktplätze, Carrier, Bank- und Zahlungssysteme sowie Branchenverbände und Lieferantenkataloge. Eine ausgereifte Mandantenfähigkeit erlaubt die Abbildung internationaler Konzern- und Vertriebsstrukturen. Das System ist auf langfristige Investitionszyklen ausgelegt: Kunden, die vor 15 oder 20 Jahren gestartet sind, betreiben heute regelmäßig modernisierte Versionen derselben Plattform.

Stärken und Schwächen

Zu den klaren Stärken zählen die hohe Branchentiefe für Großhandel, technischen Handel und Fahrzeugteile-Distribution, die Integrationsdichte zwischen Warenwirtschaft, FiBu, WMS und EDI sowie die Flexibilität in der Bereitstellung (On-Premises, Hosting, Hybrid). Die familiengeführte Struktur des Herstellers wird in Marktübersichten und Kundenstimmen häufig mit langer Produktkontinuität, persönlicher Ansprache und stabilen Roadmaps verknüpft. Auch die Tatsache, dass Beratung, Implementierung und Entwicklung weitgehend aus einer Hand erfolgen, gilt als pragmatischer Vorteil gegenüber stark partnergetriebenen Plattformen. Hinzu kommt die Erfahrung aus über 40 Jahren Mittelstands-Software-Entwicklung; viele Bestandskund:innen begleiten den Hersteller seit mehreren ERP-Generationen, was sich in einem stabilen Anforderungs- und Branchenwissen niederschlägt.

Demgegenüber stehen typische Schwächen mittelständisch geprägter ERP-Anbieter: Das Partnernetzwerk und die internationale Präsenz sind kleiner als bei SAP, Microsoft oder Sage. Wer ein global ausgerolltes Konzern-ERP mit länderspezifischen Lokalisierungen über mehrere Kontinente sucht, wird in der Regel auf größere Plattformen ausweichen. Auch die Sichtbarkeit in englischsprachigen Marktstudien ist geringer. Die Cloud-Strategie ist solider Hosting-Ansatz, aber kein vollständiges, multi-tenant cloud-native ERP. Reine SaaS-Käufer:innen mit Pay-per-Use-Erwartung werden hier ein anderes Modell vorfinden. Für sehr kleine Unternehmen ist die Total Cost of Ownership inklusive Implementierung verhältnismäßig hoch.

Preise & Lizenzmodell

e.bootis-ERPII wird im Direktvertrieb angeboten und folgt einem klassischen Lizenz- oder Mietmodell. Lizenzkosten richten sich nach Anzahl Nutzer:innen, gewählten Modulen und Branchenpaketen für Großhandel, technischen Handel oder Fahrzeugteile-Distribution. Implementierungs-, Customizing- und Schulungsleistungen werden nach Aufwand abgerechnet und stellen erfahrungsgemäß den größten Block der Total Cost of Ownership dar – häufig erreichen Beratungs- und Customizing-Anteile in mittelständischen ERP-Projekten ein Vielfaches der reinen Lizenzkosten. Im Hosting-Modell schlüsseln sich die Kosten in monatliche Service-Gebühren auf, die Server-, Backup-, Update- und Support-Leistungen bündeln. Konkrete Preise werden in der Regel projektspezifisch nach Bedarfsanalyse und Lastenheft erstellt; öffentliche Preislisten existieren nicht. Wer Investitionssicherheit und planbare Folgekosten benötigt, sollte vor Vertragsabschluss mit dem Hersteller eine mehrjährige TCO-Betrachtung durchführen, in der Lizenz, Hosting, Support, Customizing und Schulung sauber getrennt sind.

Marktposition und Vergleich

Im DACH-ERP-Markt steht e.bootis-ERPII zwischen klassischen, branchenspezifischen Mittelstands-Plattformen wie proALPHA, ams.erp, AP Plus oder ECONIC ONE und breiteren Mehrzweck-Suiten wie Microsoft Dynamics 365 Business Central. Im Großhandel und technischen Handel ist es eine etablierte Alternative zu Lösungen wie SoftENGINE, Sage 100, oxaion oder Branchen-Add-ons auf Microsoft- oder SAP-Basis. Wer aktiv auswählt, sollte das Lastenheft entlang der Kernprozesse Wareneingang, Disposition, Auftragsabwicklung, EDI, Fakturierung und FiBu strukturieren und das System gegen die persönlichen Branchenanforderungen prüfen. Insbesondere im Bereich Fahrzeugteile-Handel mit OEM-Nummern, Cross-References und Tausch-/Pfandprozessen ist die fachliche Tiefe häufig ein Auswahltreiber.

Fazit

e.bootis-ERPII ist ein klassisches, branchentiefes Mittelstands-ERP für Unternehmen mit komplexen Handels-, Distributions- oder Fertigungsprozessen im DACH-Raum. Stärken sind die Integration aus Warenwirtschaft, FiBu, WMS und EDI, die hohe Branchentiefe in Großhandel, technischem Handel und Fahrzeugteile-Distribution sowie die langfristige Stabilität als familiengeführter Anbieter. Wer ein global ausgerolltes Konzern-ERP, ein reines Multi-Tenant-SaaS-System oder eine sehr leichte Lösung für kleine Onlinehandelsbetriebe sucht, wird andere Plattformen wie SAP, Microsoft Dynamics 365 oder spezialisierte Cloud-Tools vorziehen. Für mittelständische Großhändler, technische Distributoren und Hersteller mit kombiniertem Produktions- und Handelsmodell gehört e.bootis zu den prüfenswerten DACH-Lösungen – insbesondere wenn Beratungstiefe, Branchenwissen und ein langfristig stabiler Hersteller hoch gewichtet werden.

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