PARITY.ERP ist eine individualisierbare Mittelstands-ERP-Standardsoftware der PARITY Software GmbH aus Ditzingen bei Stuttgart. Das inhabergeführte Unternehmen wurde vor mehr als 35 Jahren gegründet und betreut nach eigenen Angaben über 5.000 ERP-Implementierungen. Der Anspruch des Anbieters lautet konsequent „Von Mittelständlern für den Mittelstand“: PARITY.ERP wird als flexibel, stabil, releasesicher und plattformunabhängig positioniert und richtet sich an Unternehmen mit wenigen bis zu mehreren hundert Anwender:innen aus Industrie, Großhandel, Distribution und Spezialnischen. Anders als viele Wettbewerber adressiert PARITY explizit auch kleinere Mittelständler, die eine echte Standardsoftware benötigen, gleichzeitig aber auf branchen- und prozessspezifische Anpassungen nicht verzichten möchten.
Funktionsumfang von PARITY.ERP
PARITY.ERP umfasst neun zentrale Funktionsbereiche, die in einer durchgängigen Suite zusammenarbeiten. Im Verkauf deckt das System Angebots-, Auftrags- und Rechnungswesen ab, inklusive Fremdsprachen, Retouren, dynamischer Preisfindung und Konditionenmanagement. Der Einkauf bringt Lieferantenmanagement, Bestellvorschlagswesen, Bedarfsplanung, Wareneingang und Rechnungsprüfung mit. Lager und Logistik umfassen Bestandsführung, Chaoslager, Serien- und Chargenführung sowie mobile Datenerfassung (MDE). Fertigung bietet Stücklisten, Arbeitspläne, Produktionsaufträge und Materialfluss. Die EDI-Schicht unterstützt Standards wie X400, AS2, FTP, SFTP und OFTP. CRM bringt Kontakt-, Aktivitäts- und Aufgabenmanagement, E-Mail-Integration und CTI-Funktionen. Das E-Commerce-Modul umfasst einen integrierten Webshop und Anbindungen an Marktplätze (z. B. eBay, Amazon via Afterbuy). Über die Anbindung an ELO ECM Suite ist ein GoBD-konformes Dokumentenmanagement möglich. Die DATEV-Connect-Schnittstelle stellt eine bidirektionale Anbindung an die Buchhaltung sicher. Eine konzeptionelle Einordnung der Architektur liefert das Glossar unter ERP und DATEV-Schnittstelle.
Technologie und Architektur
Technologisch ist PARITY.ERP mit dem Qt-Framework umgesetzt und damit konsequent plattformunabhängig: Die Software läuft sowohl unter Microsoft Windows als auch unter Linux. Im Hintergrund arbeiten die PARITY-Bibliotheken mit über 1.000 Funktionen, die über verschiedene Applikationen angesprochen werden. Die Architektur umfasst zudem den PACS (Parity Application Component Server) und einen SOAP-/REST-Server für Drittanbindungen. Für Business Intelligence kooperiert PARITY mit Qlik; ergänzend stehen Konnektoren zu Webshops, Marktplätzen und Logistikdienstleistern bereit. Eine Einordnung des Plattformkonzepts liefert das Glossar unter Composable ERP.
Release-Sicherheit und Customizing
Ein zentrales Merkmal von PARITY.ERP ist die Releasesicherheit individueller Anpassungen. Das Customizing-Konzept stellt sicher, dass kundenindividuelle Erweiterungen mit aktuellen und zukünftigen Versionen kompatibel bleiben. Das ist im Mittelstand entscheidend, weil Branchenanforderungen häufig Speziallogiken erfordern, die in einer reinen Standardsoftware nur schwer abzubilden sind. Durch die saubere Trennung von Standard- und Kundencode bleiben Anwender:innen mit individualisierter Lösung dauerhaft aktualisierbar – ein Argument, das insbesondere bei langjährigen Projekten viel zählt. Eine konzeptionelle Einordnung dazu liefert das Glossar unter Customizing.
Zielgruppe und Branchen
Die Zielgruppe von PARITY.ERP sind mittelständische Unternehmen aller Branchen – von einigen wenigen Anwender:innen bis hin zu mehreren hundert Nutzer:innen. Schwerpunkte liegen in Industrie, Großhandel, Distribution, technischem Handel sowie in branchen- und nischenspezifischen Lösungen. Burkhard Schüßler GmbH und weitere Partner vermarkten PARITY.ERP Industrie und PARITY.ERP Handel als ausgewählte Branchenvorlagen für produzierende Mittelständler und Handelsunternehmen ab 1.000 Anwender:innen. Branchenspezifische Themenseiten liefern ERP für Großhandel sowie ERP für Maschinenbau.
Stärken und Schwächen
Stärken von PARITY.ERP sind die Plattformunabhängigkeit (Windows/Linux), die Releasesicherheit individueller Anpassungen, die tiefe Funktionsabdeckung über alle wichtigen Mittelstandsprozesse und das integrierte CRM, DMS, BI und E-Commerce-Modul. Anwender:innen schätzen den Direktvertrieb durch den Hersteller und die langjährige Stabilität des Anbieters. Schwächen liegen in der vergleichsweise geringen Marktbekanntheit außerhalb der DACH-Region sowie in der traditionell Desktop-orientierten Bedienlogik, die für rein Cloud-getriebene Anwender:innen weniger attraktiv ist als reine SaaS-Plattformen. Wer eine moderne Web-Bedienung mit Mobile-First-Ansatz sucht, sollte parallel Plattformen wie Microsoft Dynamics 365 Business Central oder Oracle NetSuite evaluieren.
Markt und Wettbewerb
Im Wettbewerb steht PARITY.ERP mit anderen Mittelstands-ERPs wie proALPHA, abas ERP, Sage 100 sowie spezialisierten Anbietern für Handel und Industrie. Vorteil von PARITY ist die direkte Verbindung zwischen Entwicklung, Beratung und Service – ohne mehrstufige Partnerketten. Eine strukturierte Bewertung empfiehlt sich über das Glossar Lastenheft sowie TCO-ERP.
Implementierung und Service
PARITY implementiert direkt aus Ditzingen heraus, ergänzt durch zertifizierte Partner. Typische Projekte starten mit einer Bedarfsanalyse, gefolgt von Customizing, einem strukturierten Roll-out (häufig modul- oder bereichsweise) und einem produktiven Go-Live. Schulungen, Online-Hilfe, Hotline und Customer-Portal stehen für den Regelbetrieb zur Verfügung. Da PARITY.ERP gleichzeitig auf Windows und Linux läuft, ist die Hosting-Flexibilität ein Pluspunkt: Unternehmen können die Software je nach IT-Strategie auf eigener Infrastruktur, in der Private Cloud oder über ausgewählte Hosting-Partner betreiben. Eine Einordnung typischer Migrationsfragen liefert das Glossar unter ERP-Migration.
Lizenzmodell und Roadmap
PARITY.ERP wird sowohl als klassische Lizenz mit Wartungsvertrag als auch in Mietmodellen angeboten; die Preise richten sich nach Anwendern, Modulen und gewünschten Anbindungen. Auf der Roadmap stehen der weitere Ausbau der REST-API, die Vertiefung der BI-Integration über Qlik, KI-gestützte Funktionen für Disposition, Forecasting und Belegerkennung sowie die kontinuierliche Modernisierung der Oberfläche. Wer einen strukturierten Auswahlprozess starten möchte, kann PARITY.ERP über die Themenseite ERP-Software finden evaluieren.
Branchen und typische Einsatzszenarien
Typische PARITY-Anwender:innen kommen aus dem technischen Großhandel, der Industrie, der Distribution von Verbrauchsgütern sowie aus klassischen Spezialmittelständlern mit hoher EDI-Last. Die Tatsache, dass mehr als 200 EDI-Verbindungen über die PARITY-Infrastruktur betreut werden, zeigt, wie zentral der elektronische Datenaustausch für diese Klientel ist. In der Praxis kommen Anwender:innen häufig aus älteren Eigenentwicklungen, von alten AS/400-Welten oder von gewachsenen Microsoft-Dynamics-NAV-Installationen und nutzen die PARITY-Migration als Gelegenheit, Prozesse zu entrümpeln und die Datenbasis zu konsolidieren. Eine Einordnung typischer Mittelstandsbranchen liefert die Themenseite ERP für Metallverarbeitung.
Datenmigration und Integration
Datenmigration ist im Mittelstand häufig die unterschätzte Disziplin. PARITY unterstützt Anwender:innen mit strukturierten Importwerkzeugen, ETL-Skripten und einer klaren Methodik für Stammdatenbereinigung, offene Posten und Bewegungsdaten. Auf der Integrationsseite stehen Konnektoren zu Webshops, Marktplätzen, Logistikdienstleistern, BI-Werkzeugen, ELO-DMS, DATEV und Banking-Plattformen bereit. Die REST-API der jüngsten Generation öffnet PARITY zusätzlich für moderne API-first-ERP-Architekturen, in denen Drittsysteme wie Headless-Webshops oder Marketing-Automation-Plattformen direkt auf ERP-Daten zugreifen.
Service, Support und Community
Im Service-Modell setzt PARITY konsequent auf direkten Hersteller-Kontakt: Anwender:innen profitieren von einer persönlichen Hotline, von Beratungsworkshops und einer Community, die regelmäßig Anwendertage und Fachveranstaltungen organisiert. Die enge Verzahnung von Entwicklung, Beratung und Support ist insbesondere im Customizing-intensiven Mittelstand ein zentraler Erfolgsfaktor, weil Issues, Wünsche und Roadmap-Themen nicht über mehrstufige Partnerketten verzögert werden. Auch Schulungen werden direkt vom Anbieter durchgeführt, ergänzt um Online-Hilfen und ein strukturiertes Releasemanagement.
Preise und Kostenrahmen für PARITY.ERP
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Mittelstand für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Mittelstand. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
Tiefere Branchen-Spezialisierung als Universal-Enterprise-Systeme
Bezahlbare Implementierungs-Aufwände im sechsstelligen Bereich
DACH-fokussierter Hersteller-Support (Deutsch, lokale Berater)
Stabile Investments-Sicherheit über 10+ Jahre
Mögliche Schwächen
Kleinere Berater-Community als bei Enterprise-Lösungen
Internationalisierung oft begrenzt verfügbar
Cloud-Reife variiert stark zwischen Anbietern
Fazit
PARITY.ERP ist eine der unterschätzten deutschen Mittelstands-ERP-Suiten: plattformunabhängig, releasesicher individualisierbar, mit tiefer Funktionsabdeckung und einem stabilen, inhabergeführten Anbieter. Für mittelständische Unternehmen, die eine echte Standardsoftware mit klar verhandelbarer Customizing-Strategie suchen, ist PARITY eine ernstzunehmende Option – insbesondere, wenn Linux-Hosting, EDI-Tiefe oder eine integrierte Plattform mit CRM, BI und E-Commerce gewünscht sind. Im Auswahlprozess empfiehlt sich der direkte Vergleich mit proALPHA sowie abas ERP auf Basis eines sauberen Lastenhefts.
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Häufig gestellte Fragen
Ist PARITY.ERP cloud-basiert oder on-premise?
Die Bereitstellungs-Optionen variieren je nach Anbieter — viele Systeme bieten heute beide Varianten oder ein hybrides Modell. Details zu Vor-/Nachteilen unter Cloud-ERP vs On-Premise.
On-Premise bleibt vor allem in regulierten Branchen und bei tiefem Customizing relevant; Cloud dominiert dagegen bei Neuprojekten ab Mittelstand.
Wer ist der Hersteller hinter PARITY.ERP?
Hersteller-Stammdaten (Sitz, Mitarbeiterzahl, Eigentümer-Struktur) finden Sie im Anbieterprofil oben. Diese Faktoren sind wichtig für die Bewertung der Zukunftsfähigkeit eines ERP-Anbieters und sollten in jedem Auswahlprozess geprüft werden.
Eigentümer-geführte Anbieter punkten mit Kontinuität, börsennotierte mit Investitionssicherheit und größerer Roadmap-Stabilität.
Welche Berichte und Dashboards bietet PARITY.ERP?
Standard-Reports decken FiBu, Vertrieb, Lager und Produktion ab. Eigene Dashboards via Power BI, Tableau oder eingebauten BI-Tools sind oft optional — siehe Business-Intelligence.
Self-Service-BI-Tools wie Power BI, Tableau oder Qlik werden zunehmend direkt eingebunden, was eigene Auswertungen ohne IT-Hilfe ermöglicht.
Welche AI-/KI-Features bietet PARITY.ERP?
Aktuelle ERP-Systeme integrieren KI für Forecasting, Anomalie-Erkennung, Rechnungs-OCR und Conversational-UI (Microsoft Copilot, SAP Joule). Konkrete KI-Module zeigt das Anbieterprofil.
Praxisrelevante KI-Module sind heute Demand-Forecasting, Predictive Maintenance, Rechnungs-OCR und Conversational UI für Backoffice-Mitarbeitende.
Wie ist PARITY.ERP im Vergleich zu SAP?
SAP ist Marktführer für Großkonzerne; im Mittelstand gibt es zahlreiche schlankere Alternativen mit oft tieferer Branchen-Expertise. Konkrete Vergleiche: ERP-Vergleichsseiten.
SAP-Lösungen haben höchste Funktions-Tiefe, sind aber im Customizing teurer als Mittelstands-Konkurrenten.