NEKOM: Omnichannel-Plattform und Subscription-Engine für E-Commerce
NEKOM ist eine in Österreich entwickelte Omnichannel-Plattform der NEKOM CC GmbH, die sich als Operating System für den modernen Handel versteht. Statt einer klassischen ERP-Suite liefert NEKOM eine spezialisierte Plattform, die ERP-, Onlineshop-, Marktplatz- und POS-Systeme miteinander verbindet und damit eine zentrale Datendrehscheibe für Bestände, Aufträge, Produktinformationen und Zahlungen bildet. Charakteristisch für NEKOM ist die enge Verzahnung von Order-Management, Product-Information-Management und Subscription-Funktionen: Während Standard-ERPs üblicherweise auf einmalige Geschäftsvorfälle ausgerichtet sind, deckt NEKOM die spezifischen Anforderungen abonnementbasierter und stark omnichannel-orientierter Geschäftsmodelle ab. Die Plattform wird in Wien entwickelt und betrieben, das Hosting erfolgt in europäischen Rechenzentren. Zu den Kunden zählen laut Hersteller Marken aus den Bereichen Mode, Sport, Maschinen und Konsumgüter, die NEKOM als Bindeglied zwischen ihrem ERP und einer Vielzahl von Verkaufskanälen einsetzen. Damit positioniert sich NEKOM als komplementäre Plattform zu bestehenden ERP-Systemen, insbesondere im Mittelstand mit ausgeprägter E-Commerce-Strategie.
Funktionsumfang
Der Funktionsumfang von NEKOM ist als modulare Plattformarchitektur aufgebaut. Im Bereich Vertriebskanäle stehen Connectoren für Shop-Systeme wie Shopware, Shopify, BigCommerce und Spryker bereit, ebenso für mehr als 100 Marktplätze, darunter Amazon, eBay und Zalando. Das Order-Management-System bündelt Aufträge aus allen Kanälen, gleicht Bestände in Echtzeit ab, splittet Bestellungen über mehrere Lager und steuert die Auslieferung. Das Product-Information-Management ermöglicht die zentrale Pflege von Produktdaten, Übersetzungen, Bildern und Varianten und nutzt KI-Funktionen zur Anreicherung und Qualitätsprüfung. Die CRM-Komponente verwaltet Kundenkontakte, Tickets sowie Kommunikation über Telefon, E-Mail und WhatsApp. Mit dem Subscription-Modul lassen sich Abonnementmodelle und wiederkehrende Bestellungen abbilden, inklusive Customer-Lifecycle-Steuerung, Pausen, Wechseln und Kündigungsgründen. Hinzu kommen ein integriertes WMS, ein Beschaffungs- und Lieferantenmodul, ein Direkt-Vertriebs-Modul, ein Marketing-Cockpit, B2B-spezifische Funktionen mit Quote-Management und Reverse-Charge sowie eine umfassende REST- und gRPC-API. Ergänzt wird das Spektrum durch ein Risk-Modul mit Bonitätsprüfung, ein Payment-Modul mit Anbindung an PayOne, Mollie und Shopify Payments sowie ein BI-Cockpit für Auswertungen.
Zielgruppe und Branchen
NEKOM richtet sich an mittelständische Markenhersteller, Handelsunternehmen und D2C-Anbieter mit mehreren Vertriebskanälen, ausgeprägter E-Commerce-Strategie und gegebenenfalls abonnementbasierten Geschäftsmodellen. Branchenseitig liegt der Schwerpunkt auf Fashion, Lifestyle, Sport, Konsumgüter, Maschinenbau-Distribution und Nahrungsergänzungsmitteln. Auch klassische Handelsunternehmen, die ihre Filialen, ihren Onlineshop und mehrere Marktplätze auf einer einheitlichen Datenbasis bündeln möchten, gehören zur Zielgruppe. Aufgrund seiner Subscription- und CRM-Funktionen ist NEKOM zudem für Verlagshäuser, Service-Anbieter und Membership-Modelle interessant. Im DACH-Raum ist die Plattform am stärksten verbreitet; der Hersteller liefert deutsche und österreichische Lokalisierungen, einschließlich der Anbindung an DATEV. Für Unternehmen mit ausschließlich filial- oder produktionsorientiertem Geschäft ohne nennenswerte Online-Komponente ist NEKOM dagegen funktional überdimensioniert; in diesen Fällen sind klassische ERP-Lösungen die passendere Wahl.
Technologie und Bereitstellung
Technologisch ist NEKOM als cloudnative Plattform konzipiert. Die Architektur ist API-first ausgerichtet und stellt sowohl REST- als auch gRPC-Schnittstellen bereit, über die externe Systeme angebunden werden. Die Bereitstellung erfolgt als SaaS in europäischen Rechenzentren; ein On-Premises-Deployment ist nicht vorgesehen. Über vorgefertigte Konnektoren werden ERP-Systeme wie SAP, Microsoft Dynamics, DATEV oder Branchen-ERPs sowie Shop-Systeme wie Shopware, Shopify und BigCommerce integriert. Auch Logistikpartner wie DHL und Deutsche Post sowie Payment-Anbieter wie PayOne, Mollie und Shopify Payments lassen sich anbinden. Die Plattform unterstützt Mehrsprachigkeit, Mehrwährungsfähigkeit und Multi-Channel-Steuerung. Mobile Anwendungen für Lagerprozesse und Außendienst stehen über native Apps für Windows und Android zur Verfügung. Das KI-Modul für PIM nutzt moderne Sprachmodelle für die Anreicherung und Klassifikation von Produktinformationen. Sicherheits- und Compliance-Standards orientieren sich an europäischen Anforderungen; Hosting in der EU sowie DSGVO-Konformität sind Standard.
Stärken und Schwächen
Zu den größten Stärken von NEKOM zählt die enge Integration zwischen Omnichannel-Funktionen und Subscription-Logik in einer einzigen Plattform. Unternehmen, die ihre Vertriebskanäle, Produktdaten und Abonnementprozesse zentralisieren möchten, finden eine ausgereifte, modulare Lösung mit moderner API-Architektur. Die Spezialisierung auf den DACH- und EU-Raum, die Vielzahl vorgefertigter Connectoren und die Möglichkeit, NEKOM neben einem bestehenden ERP zu betreiben, sind weitere Pluspunkte. Demgegenüber stehen Schwächen: NEKOM ist kein vollständiges ERP und ersetzt klassische Funktionen wie Buchhaltung, Anlagenwirtschaft oder Produktionsplanung nicht. Die Plattform setzt voraus, dass diese Bereiche durch ein separates ERP abgedeckt werden, was die IT-Architektur komplexer macht. Die Implementierung erfordert tiefe Integrationsarbeit zwischen NEKOM, ERP und Shop-Systemen. Für sehr kleine Unternehmen oder reine Onlineshop-Betreiber mit nur einem Kanal ist die Plattform funktional überdimensioniert.
Preise und Lizenzmodell
NEKOM wird als SaaS im Abomodell vermarktet. Pauschale Listenpreise werden nicht öffentlich kommuniziert; stattdessen erfolgt die Preisbildung anhand der eingesetzten Module, Anzahl der Kanäle, Bestellvolumen und Datenvolumen. Typische Mittelstandskunden bewegen sich im mittleren vierstelligen Eurobereich pro Monat, ergänzt um Implementierungsprojekte mit fünfstelligem oder höherem Initialaufwand. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für KI-Module, Premium-Connectoren und Support-Pakete. Im Vergleich zu klassischen Standalone-Tools wie reinem PIM, OMS oder CRM bietet NEKOM den Vorteil eines konsolidierten Stacks, was Schnittstellen und laufende Wartungsaufwände reduzieren kann. Eine kostenlose Testversion oder eine Self-Service-Onboarding-Variante existiert nicht; jedes Projekt startet mit einer individuellen Bedarfsanalyse und einem Implementierungsplan.
Implementierung und Integration in bestehende ERP-Landschaften
Die Einführung von NEKOM erfolgt typischerweise in mehrstufigen Projekten, in denen zunächst die bestehende Systemlandschaft aus ERP, Webshops, Marktplätzen und Logistikpartnern analysiert wird. Anschließend werden die NEKOM-Module schrittweise eingebunden, beginnend mit dem Order-Management-System und PIM, gefolgt von WMS, CRM und Subscription-Funktionen. Charakteristisch ist die offene API-First-Architektur, über die Datenflüsse zwischen NEKOM und Drittsystemen modelliert werden. Häufige Integrationsmuster sind die Kopplung an SAP Business One, Microsoft Dynamics 365 Business Central, DATEV oder Branchen-ERPs wie Sage, GUS, IFS oder JTL. Die Implementierung erfolgt in der Regel gemeinsam mit dem Hersteller oder zertifizierten Partnern, da die Konfiguration zahlreiche fachliche Entscheidungen umfasst – etwa zur Bestandsverteilung über Kanäle, zu Splittingregeln, Preisstrategien und Subscription-Modellen. Für reine D2C-Marken mit hohem Abo-Anteil bietet NEKOM zudem spezialisierte Funktionen für Customer Lifecycle, Pausen-, Wechsel- und Retentionsmanagement. Im DACH-Raum hat sich die Plattform vor allem bei Marken etabliert, die international wachsen und ihre Vertriebsstrukturen jenseits eines einzelnen Shops konsolidieren möchten. Die enge Kooperation mit Logistik- und Payment-Partnern reduziert zudem den Aufwand für individuelle Integrationen, da viele Standardszenarien bereits vorkonfiguriert sind.
Fazit
NEKOM ist eine spezialisierte Omnichannel- und Subscription-Plattform aus Österreich, die sich an mittelständische Marken- und Handelsunternehmen mit komplexen Vertriebsstrukturen richtet. Die Kombination aus OMS, PIM, CRM, WMS und Abonnementlogik in einer Plattform macht das System zu einer interessanten Ergänzung klassischer ERP-Systeme, wenn ein Unternehmen seinen Online-, Filial- und Marktplatzvertrieb auf einer gemeinsamen Datenbasis bündeln möchte. Wer dagegen eine vollumfängliche ERP-Lösung mit Buchhaltung und Produktion sucht, sollte NEKOM gemeinsam mit einem zugrundeliegenden ERP planen.
