
MKS Goliath.NET – Integriertes ERP für den Mittelstand
MKS Goliath.NET im Überblick
MKS Goliath.NET ist ein integriertes ERP-System für den deutschen Mittelstand, das von der MKS Softwaremanagement GmbH mit Sitz in Friedrichshafen am Bodensee entwickelt wurde. Charakteristisch ist die Bündelung von ERP, CRM und DMS in einer zentralen Plattform – damit positionierte sich MKS bewusst breiter als klassische ERP-Anbieter, deren CRM- und Dokumenten-Funktionen oft schwächer ausgeprägt sind. Seit 2024 ist MKS Teil der SelectLine Group, die als europäischer ERP-Mittelstandsanbieter den DACH-Markt konsolidiert. Mit der Zugehörigkeit zur SelectLine-Familie verändert sich auch die Produktstrategie: Die klassische On-Premise-Variante Goliath.NET wird durch die abonnementbasierte Nachfolgeversion Goliath.Neo abgelöst. Für Bestands- und Neukunden wird das Verständnis dieses Übergangs zu einem zentralen Auswahlkriterium.
Hersteller und Marktposition
MKS Softwaremanagement wurde im Jahr 2000 gegründet und entwickelte sich am Standort Friedrichshafen zum Spezialisten für Mittelstands-ERP. Das Unternehmen gibt für Goliath.NET über 10.000 Anwender und mehr als 900 erfolgreich abgeschlossene Projekte an. Branchenpresse berichtet, dass etwa 60 Prozent des Umsatzes mit IT-Systemhäusern erzielt wird – eine Zielgruppe, für die MKS eine eigene branchenspezifische Edition pflegt. Die Übernahme durch die SelectLine Group, ansässig in Magdeburg, ergänzt das Portfolio des Mutterhauses um eine größere Mittelstandsplattform und stellt MKS-Kunden eine perspektivische Wachstumsroadmap unter dem SelectLine-Dach in Aussicht. Wer alternativ ERP-Anbieter für den Mittelstand vergleichen möchte, findet eine Auswahl in unserer Marktübersicht. Die Konsolidierung im DACH-ERP-Markt schreitet seit Jahren voran – Goliath ist nicht der einzige Anbieter, der unter ein größeres Dach gewandert ist.
Funktionsumfang
Goliath.NET bündelt eine breite Palette an betriebswirtschaftlichen Funktionen in einer integrierten Plattform. Zentrale Bestandteile:
- Auftragsabwicklung und Warenwirtschaft mit Einkauf, Verkauf und Lager
- CRM mit Aktivitätenmanagement, Vertriebssteuerung und Kampagnenverwaltung
- Dokumentenmanagement (DMS) für revisionssichere Ablage
- Vertragsmanagement mit Wartungs- und Servicebezug
- Ticketing- und Servicemanagement – besonders relevant für IT-Systemhäuser
- Finanzbuchhaltung und Anlagenbuchhaltung
- Mobile Anbindung für Außendienst und Service
- Business-Intelligence-Modul mit szenariobasierten Auswertungen, optional über natürlichsprachige Abfragen
- MKS Store für vorgefertigte Auswertungsszenarien
- Aufgaben- und Workflow-Management für interne Genehmigungs- und Bearbeitungsprozesse
Goliath.NET versteht sich nicht als reines Auftragsbearbeitungssystem, sondern als integriertes Backoffice-Werkzeug. Wer Begriffe rund um Module und Architektur vertiefen möchte, findet im ERP-Glossar ergänzende Definitionen. Die Idee, mehrere Insellösungen in einer Plattform zu konsolidieren, war in der Mittelstandsdiskussion lange ein Verkaufsargument von MKS.
Branchenfokus und Editionen
MKS bietet branchenspezifische Editionen für unterschiedliche Zielgruppen. Klassische Schwerpunkte sind:
- IT-Systemhäuser – mit besonderer Tiefe bei Vertrags- und Servicegeschäft
- Bürokommunikation und Kopiererhandel mit Abrechnung nach Klick und Vertragslaufzeit
- Produzierende Mittelständler mit Fertigungs- und Stücklistenfunktionen
- Lebensmittel- und Nahrungsmittelproduktion mit Chargen- und Mindesthaltbarkeitslogik
- Handel und Dienstleistung als branchenneutrale Business Edition
Die enge Verbindung zur Systemhaus-Welt unterscheidet Goliath.NET von vielen branchenneutralen Mittelstands-ERPs. Wer als Systemhaus oder Servicedienstleister sucht, findet weitere Informationen unter Dienstleister. Die starke Stellung in der Systemhausbranche kommt nicht zufällig: MKS hat die Software ursprünglich für eigene Bedürfnisse entwickelt, bevor sie in die Marktvermarktung überführt wurde. Diese Praxisnähe zeigt sich besonders im Servicegeschäft.
Übergang zu Goliath.Neo
Mit Version 6.9.25.4004 hat MKS die Weiterentwicklung der klassischen Goliath.NET-Plattform abgeschlossen und im Anschluss an die SelectLine-Übernahme den Nachfolger Goliath.Neo angekündigt. Goliath.Neo wird im Abomodell vermarktet und soll Anwendern regelmäßige Updates, neue Funktionen und stärkere Cloud-Anbindung bringen. Branchenpresse berichtet allerdings auch über einen Wechsel der Lizenzlogik mit teils deutlich höheren laufenden Kosten gegenüber dem klassischen Kaufmodell, sowie über eine Online-Lizenzprüfung („Kill Switch") bei der finalen NET-Version. Bestandskunden sollten den Migrationspfad daher sehr sorgfältig prüfen und Vertragsbedingungen mit der SelectLine Group klar abstecken. Eine fundierte Beratung durch zertifizierte Partner ist in dieser Übergangsphase besonders empfehlenswert. Die Migration kann sowohl Chance (modernere Architektur, regelmäßige Updates) als auch Risiko (Lizenzkostenanstieg, Anpassungsbedarf) bedeuten.
Cloud-Strategie und Zukunftsperspektive
Mit Goliath.Neo zieht MKS die Konsequenzen aus der zunehmenden Verlagerung von On-Premise zu Cloud-/Subscription-Modellen, wie sie viele Anbieter im DACH-Mittelstand vollziehen. Definitionen rund um Bereitstellungsmodelle finden sich im Cloud-ERP-Glossar. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie konsequent SelectLine MKS in die übergreifende Plattformstrategie integriert – auch SelectLine selbst hat mit SelectLine Neo eine moderne, abonnementbasierte ERP-Linie aufgebaut. Synergien zwischen beiden Linien sind erklärtes Ziel der Konsolidierung.
Stärken
- Integriertes ERP-/CRM-/DMS-Konzept mit Tiefgang im Servicegeschäft
- Etablierte Branchenedition für IT-Systemhäuser
- Erweiterte Auswertungslogik über Szenarien und natürlichsprachige Abfragen
- Solide Mittelstandsbasis mit über 10.000 Anwendern
- Anbindung an die wachsende SelectLine Group
- Praxisnähe durch jahrelange Anwendung im eigenen Unternehmen
Schwächen / Grenzen
Mit dem Übergang von Goliath.NET zu Goliath.Neo befinden sich Bestandskunden in einer kritischen Migrationsphase. Der Lizenzmodellwechsel von Kauf auf Abonnement und die Online-Lizenzprüfung haben in der Branchenpresse für Diskussionen gesorgt; perpetual lizenzierte Kunden müssen die langfristige Wirtschaftlichkeit neu bewerten. Außerdem ist Goliath.NET stark auf den deutschsprachigen Mittelstand zugeschnitten – internationale Konzernanforderungen sind nicht der Schwerpunkt. Auch im Bereich tiefer Fertigungsfunktionen oder anspruchsvoller Konsolidierungslogik kann das System bei sehr großen Mittelständlern an Grenzen stoßen.
Implementierung und Partner
Die Einführung erfolgt projektbasiert über zertifizierte Partner. Für die Branche IT-Systemhäuser bringt MKS umfangreiche Best Practices mit, sodass Projekte häufig in vier bis zehn Monaten produktiv gehen. In stärker abweichenden Branchen oder bei umfangreichem Customizing können Projekte länger dauern. Die Migration zwischen Goliath.NET und Goliath.Neo bringt zusätzlichen Aufwand mit sich, der frühzeitig in der Planung berücksichtigt werden sollte.
Empfehlungen für Bestands- und Neukunden
Bestandskunden von Goliath.NET sollten in den kommenden Monaten ihre Lizenzsituation, ihre individuellen Anpassungen und ihre Update-Strategie sorgfältig dokumentieren. Wer auf Goliath.Neo wechselt, profitiert mittelfristig von einer modernisierten Architektur, sollte aber den finanziellen Rahmen über die ersten drei bis fünf Jahre kalkulieren – Subscription-Modelle wirken im Anfangsjahr oft günstig, drehen den Vergleich mit Kauflizenzen aber spätestens ab dem dritten oder vierten Jahr. Für Neukunden lohnt sich der Vergleich mit der Schwesterlinie SelectLine Neo, da innerhalb der Gruppe perspektivisch Synergien entstehen. Wer als IT-Systemhaus oder Servicedienstleister einsteigt, findet in der Branchenedition besonders viel Funktionswert. Eine strukturierte Auswahlmethodik mit klar dokumentierten Anforderungen, einer Long- und Shortlist sowie strukturierten Hersteller- und Referenzgesprächen reduziert das Projektrisiko erheblich.
Fazit
MKS Goliath.NET ist ein etabliertes Mittelstands-ERP mit besonderer Stärke im Service- und Systemhausgeschäft. Die Integration von ERP, CRM und DMS ist ein klares Differenzierungsmerkmal. Mit dem Wechsel auf Goliath.Neo unter dem Dach der SelectLine Group steht eine modernisierte Roadmap bereit, die jedoch von Bestandskunden vertraglich und wirtschaftlich genau zu prüfen ist. Für IT-Systemhäuser und mittelständische Service- und Handelsunternehmen aus dem DACH-Raum gehört das Produkt weiterhin in den ernsthaften Vergleich – insbesondere im Vergleich zu Lösungen wie SelectLine selbst, Sage 100 oder myfactory.
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