waerp.software ist eine ERP- und Fertigungslösung der waerp.software GmbH aus Haan in Nordrhein-Westfalen, die gezielt für die Anforderungen kleiner und mittlerer Fertigungsbetriebe entwickelt wurde. Anstatt den Funktionsumfang großer Mittelstands-ERPs nachzubauen, fokussiert sich der Anbieter auf das, was kleine Werkstätten, Lohnfertiger und Auftragsfertiger im Tagesgeschäft tatsächlich benötigen: eine durchgängige Verbindung zwischen Büroverwaltung und Werkstatt, Echtzeit-Transparenz über laufende Aufträge und eine Bedienoberfläche, die ohne wochenlange Schulung verständlich ist. Damit grenzt sich waerp bewusst von schwergewichtigen Plattformen ab und positioniert sich als pragmatische Alternative für Betriebe mit wenigen bis einigen Dutzend Mitarbeitenden, die Excel-Tabellen, Papierlaufzettel und Insellösungen ablösen wollen, ohne sich gleich auf ein langjähriges ERP-Projekt einzulassen. Die Lösung wird vom Gründer Patrick Waschk verantwortet und von einem kleinen, eng eingebundenen Team weiterentwickelt.
Funktionsumfang
waerp.software besteht aus zwei eng verzahnten Komponenten: einer Verwaltungssoftware (waerp.office) und einem Werkstattclient (waerp.shopfloor). Im Verwaltungsteil werden klassische ERP-Aufgaben abgedeckt: Stammdatenpflege für Kunden, Lieferanten und Artikel, Angebots- und Auftragserfassung, Stücklistenverwaltung, Materialdisposition, Wareneingang und Lagerführung. Aufträge können mit Terminen, Kapazitäten und Ressourcen verknüpft werden; eine Plantafel verdichtet die laufenden Aufträge zu einer übersichtlichen Sicht auf Auslastung und Engpässe. Auf der Werkstattseite läuft der waerp.shopfloor-Client an einem oder mehreren Arbeitsplätzen direkt in der Produktion: Mitarbeitende sehen die ihnen zugewiesenen Aufträge, melden Anfangs- und Endzeiten, dokumentieren Mengen, melden Ausschuss und können Rückmeldungen, Notizen oder Fotos zu einzelnen Arbeitsschritten erfassen. Die Daten fließen in Echtzeit in die Verwaltung zurück, sodass Disposition, Vertrieb und Geschäftsleitung jederzeit den aktuellen Stand der laufenden Aufträge sehen. Über Auswertungen lassen sich Durchlaufzeiten, Auslastung einzelner Maschinen, Materialverbräuche und Auftragsdeckungsbeiträge analysieren. Wer sich tiefer mit den Konzepten beschäftigen möchte, findet im ERP-Glossar die wichtigsten Definitionen und im PPS-Glossareintrag die Abgrenzung zur Produktionsplanung.
Zielgruppe und Branchen
waerp richtet sich klar an kleine bis mittelgroße Fertigungsbetriebe mit etwa fünf bis 50 Mitarbeitenden, oft inhabergeführt und mit hoher Auftragsvielfalt. Schwerpunktbranchen sind Metallverarbeitung, Zerspanung, Werkzeug- und Maschinenbau, Schweiß- und Schlosserbetriebe sowie verwandte Lohnfertigungsbereiche. Auch Handwerksbetriebe mit Werkstattanteil – etwa Sondermaschinenbauer, Anlagenmonteure oder spezialisierte Service-Unternehmen – gehören zum typischen Anwenderkreis. Charakteristisch ist eine Auftragsstruktur mit kleinen bis mittleren Losgrößen, hohem Anteil an Einzel- und Variantenfertigung sowie überschaubaren Stücklisten. Reine Serienfertiger mit hoher Standardisierung, Konzerne mit globaler Logistik oder Prozessfertiger mit Chargenanforderungen sind dagegen nicht die Kernzielgruppe; hier kommen klassische Mittelstands-ERPs oder Branchen-ERPs in Betracht.
Technologie und Bereitstellung
waerp.software wird in Deutschland entwickelt und auf in Deutschland gehosteten Servern bereitgestellt; eine On-Premise-Variante ist alternativ möglich. Die Software läuft als Client-Server-Architektur mit zentraler Datenbank und mehreren Clients an Verwaltung und Werkstatt. Werkstattclients werden typischerweise auf robusten Industrie-PCs oder Tablets eingesetzt; die Bedienoberfläche ist auf Touch und schnelle Eingaben optimiert. Datenschutzrechtlich ist die Lösung an den Vorgaben der DSGVO ausgerichtet; das deutsche Hosting unterstützt diese Anforderungen. Über offene Schnittstellen lassen sich Drittsysteme anbinden, etwa Buchhaltungslösungen über die DATEV-Schnittstelle, CAD- oder CAM-Systeme, Maschinendatenerfassung sowie E-Mail- und Kalenderdienste. Eine vollständige Cloud-nativeMulti-Tenant-Architektur, wie sie reine SaaS-Anbieter pflegen, ist nicht das primäre Designziel; im Mittelpunkt steht die robuste Verfügbarkeit in der einzelnen Werkstatt.
Stärken und Schwächen
Die zentralen Stärken von waerp liegen in der Spezialisierung auf kleine Fertigungsbetriebe und in der praxisnahen Funktionalität, die direkt aus dem Werkstattalltag entwickelt wurde. Die Verbindung von Verwaltung und Shopfloor in einem System ersetzt die typischen Insellösungen aus Excel, Papier und kleinen Faktura-Tools; gleichzeitig ist die Einstiegshürde deutlich niedriger als bei klassischen ERPs. Anwender profitieren von einem überschaubaren Lizenzmodell, einem direkten Draht zum Hersteller und einem persönlichen Ansprechpartner. Demgegenüber stehen die strukturellen Grenzen kleinerer Anbieter: Funktional fehlen einzelne Tiefen, die in größeren Mittelstands-ERPs zum Standard gehören – etwa umfangreiche Multi-Mandanten-Logik, Konzern-Konsolidierung, fortgeschrittene CRM-Pipelines oder ausgefeilte Workflow-Engines. Auch das Beraternetzwerk ist klein; bei großen Implementierungs- oder Migrationsprojekten muss die Kapazität sorgfältig geplant werden. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich für Interessenten ein präzises Lastenheft, das die eigenen Anforderungen sauber umreißt.
Preise und Lizenzmodell
waerp.software wird typischerweise pro Arbeitsplatz lizenziert, wobei die Verwaltungs- und Werkstattlizenzen unterschiedlich kalkuliert werden. Konkrete Preise veröffentlicht der Hersteller nicht; die Konditionen werden auf Basis der Anzahl Arbeitsplätze, der gewünschten Module und des Bereitstellungsmodells (Cloud-Hosting oder On-Premise) kalkuliert. Im Vergleich zu großen Mittelstands-ERPs liegen die Investitionen für eine vollständige Einführung deutlich niedriger, was insbesondere für inhabergeführte Werkstätten ein zentrales Argument ist. Eine seriöse Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung sollte die Lizenz- und Hostingkosten ergänzen um Aufwände für Datenmigration, Schulung, Hardware (insbesondere robuste Werkstattclients), Schnittstellen und kontinuierliche Releases.
Implementierung und Support
Die Einführung von waerp ist im Vergleich zu klassischen ERP-Projekten schlank und pragmatisch organisiert. Die typischen Phasen umfassen einen Workshop zu Prozessen und Anforderungen, das Anlegen von Stamm- und Bewegungsdaten, die Konfiguration der Plantafel und der Werkstattclients sowie die Schulung der Anwender. Ein dedizierter Ansprechpartner begleitet Kunden über alle Phasen hinweg, was die Reibungsverluste zwischen Vertrieb, Beratung und Support reduziert. Nach dem Go-Live werden Updates eingespielt, neue Funktionen kontinuierlich ausgerollt und Anpassungen an spezifische Anforderungen einzelner Kunden in den Standard zurückgespiegelt. Für umfangreichere Integrationsprojekte – etwa die Anbindung an Buchhaltungssysteme oder Maschinensteuerungen – stehen je nach Bedarf Partner zur Verfügung.
Preise und Kostenrahmen für waerp.software
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Kmu für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
Kostenposition
Bandbreite
Cloud-Lizenz pro Jahr
3.000 € – 25.000 €
On-Premise Lizenz (einmalig)
15.000 € – 80.000 €
Implementierung (einmalig)
10.000 € – 50.000 €
5-Jahres-TCO
40.000 € – 200.000 €
Bereitstellungs-Optionen: Cloud meist Standard, On-Premise möglich. Mehr zu Bereitstellungsmodellen: Cloud-ERP vs On-Premise. Detaillierte Kostenstruktur: ERP-Kosten-Übersicht.
Stärken und Schwächen von waerp.software
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Kmu. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
Niedriger Einstieg ab ca. 30-100 EUR/Anwender/Monat
Schnelle Time-to-Value (Cloud oft in 4-8 Wochen produktiv)
Out-of-the-Box-Funktionalität für Standard-Prozesse
Hohe DATEV-Anbindung für DACH-Buchhaltung
Mögliche Schwächen
Begrenzte Customizing-Möglichkeiten für Sonderprozesse
Skalierungs-Grenzen ab ~200-500 Anwendern
Fehlende Module für Produktion oder spezialisierte Branchen
Fazit
waerp.software ist eine schlanke, praxisorientierte ERP- und Fertigungslösung für kleine bis mittlere Werkstätten in Metallverarbeitung, Maschinenbau, Werkzeugbau und Lohnfertigung. Wer Excel- und Papierlösungen ablösen, Aufträge in Echtzeit transparent steuern und Verwaltung und Werkstatt verbinden möchte, ohne in ein schwergewichtiges ERP-Projekt einzusteigen, findet in waerp eine ernstzunehmende Option. Größere Mittelständler mit internationalen Strukturen, komplexen Stücklisten oder umfangreichen Konzernanforderungen sollten parallel klassische Mittelstands-ERPs evaluieren, idealerweise auf Basis eines strukturierten Auswahlprojekts mit klaren Entscheidungs- und Bewertungskriterien.
Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung mit waerp.software. Wir veröffentlichen Bewertungen nach kurzer redaktioneller Sichtprüfung in 1–3 Werktagen. Felder mit * sind Pflicht.
Häufig gestellte Fragen
Welche Schnittstellen unterstützt waerp.software?
Die meisten ERP-Systeme bieten REST-APIs, EDI-Konnektoren und gängige Buchhaltungs-Schnittstellen wie DATEV. E-Commerce-Anbindungen wie Shopware, Shopify oder Amazon sind oft via Konnektor realisierbar.
Standardisierte Schnittstellen-Protokolle (REST-API, OData, EDIFACT, ZUGFeRD) sind heute Pflicht und sollten OOTB unterstützt sein.
Bietet waerp.software eine kostenlose Testversion?
Cloud-Anbieter offerieren häufig 14- bis 30-tägige kostenlose Testzugänge oder Demo-Varianten. Klassische Mittelstands-ERPs werden meist über Implementierungspartner als Test-Installation bereitgestellt — siehe unabhängige Auswahlbegleitung.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Welche Branchen-Spezialisierungen hat waerp.software?
Branchenfokus und Referenzkunden zeigt das Anbieterprofil. Spezialisierungen sind oft Stärken in PPS (Maschinenbau), Chargen-/Seriennummern (Pharma/Lebensmittel), Multi-Channel (Handel/E-Commerce) — siehe Branchen-Übersicht.
Branchen-Spezialisten haben vorkonfigurierte Stammdaten-Strukturen und Compliance-Module, die Customizing-Aufwand drastisch reduzieren.
Welche Compliance-Standards erfüllt waerp.software?
DACH-ERPs müssen GoBD (revisionssichere Buchführung), DSGVO und E-Rechnung unterstützen. Branchenspezifisch kommen GxP (Pharma), HACCP (Food), GAEB (Bau) hinzu.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Wie ist die User-Experience von waerp.software?
UX hängt stark von Generation des Systems ab. Cloud-native ERPs (NetSuite, weclapp) haben moderne Web-UX. Klassische Mittelstands-ERPs holen seit ca. 2020 stark auf — Demo-Tests sind essentiell.