DEWAWI ist ein webbasiertes Open-Source-Warenwirtschaftssystem aus Deutschland, das sich gezielt an Freelancer, Gründer, Kleinunternehmen und kleine bis mittelgroße KMU richtet. Die Lösung wird von einem Team mit Sitz in Duisburg/Düsseldorf entwickelt und steht unter der GNU General Public License v3 frei zur Verfügung. DEWAWI versteht sich als unkompliziertes ERP-System, das wahlweise als Cloud-Lösung beim Hersteller oder als Self-Hosting-Variante auf einem eigenen Webserver betrieben werden kann. Der vollständige Funktionsumfang ist in der Open-Source-Variante kostenfrei nutzbar – ein klares Differenzierungsmerkmal gegenüber kommerziellen Cloud-ERPs. Anders als viele kommerzielle Wettbewerber, die ihren freien Funktionsumfang nur als „Community Edition" mit reduzierten Möglichkeiten anbieten, stellt DEWAWI seine Anwendung vollumfänglich zur Verfügung.
Hersteller und Philosophie
Hinter DEWAWI steht ein junges Team, das sich der Idee freier Software verschrieben hat. Geschäftliche Unterlagen weisen den Sitz in der Dieselstraße 11, 47228 Duisburg, aus. Das Unternehmen finanziert sich neben der freien Edition über kostenpflichtige Cloud-Hosting-Pakete sowie ergänzende Beratungsleistungen für die Einführung und Optimierung. Mit dem Open-Source-Ansatz adressiert DEWAWI insbesondere Anwender, die Wert auf Transparenz, Lizenzfreiheit und Datenhoheit legen – ein Ansatz, den andere bekannte Open-Source-Lösungen wie Odoo oder Dolibarr ähnlich verfolgen. Wer ergänzende Open-Source-Alternativen prüft, findet im Bereich ERP-Software weitere vergleichbare Lösungen. Die Verfügbarkeit des Quellcodes ermöglicht es technisch versierten Anwendern zudem, eigene Anpassungen vorzunehmen oder Dritte mit Erweiterungen zu beauftragen.
Funktionsumfang
DEWAWI bündelt typische Warenwirtschaftsfunktionen, die für die Steuerung kleiner Handels- und Dienstleistungsunternehmen ausreichen. Kernfunktionen sind:
Kunden- und Lieferantenverwaltung mit Kontakt- und Adresshistorie
Schnittstellen zu Kassen-, Banking- und Buchhaltungssystemen
Bestellwesen mit Lieferantenanfragen und Wareneingang
Reporting für Umsatz, Lager und Kunden
DEWAWI zielt nicht auf Tiefe in Spezialthemen wie Multi-Country-Konsolidierung oder komplexer Fertigungssteuerung. Stattdessen will die Lösung typische Vorgänge eines KMU schnell und intuitiv ermöglichen. Wer Begriffe rund um die Funktionen vertiefen möchte, findet im ERP-Glossar ergänzende Definitionen. Die Stärke liegt in der konsequenten Konzentration auf das Wesentliche: Schnelle Einrichtung, klare Bedienlogik und transparente Datenflüsse.
Cloud-Lösung und Self-Hosting
DEWAWI lässt sich auf zwei grundsätzlich verschiedenen Wegen nutzen. Variante 1: Die Cloud-Lösung mit Hosting in einem deutschen Rechenzentrum, regelmäßigen Updates und Backup-Service durch den Hersteller – ideal für Anwender, die sich nicht um Server- und IT-Administration kümmern wollen. Variante 2: Self-Hosting auf einem eigenen Webserver mit voller Kontrolle über Datenstandort und Anpassungen. Diese Option richtet sich an Unternehmen, die hohe Anforderungen an Datenhoheit haben oder ihren bestehenden Hosting-Vertrag nutzen möchten. Eine systematische Einordnung der unterschiedlichen Bereitstellungsmodelle bietet das Cloud-ERP-Glossar. Die Wahlfreiheit ist insbesondere für Gründer attraktiv, die zunächst klein in der Cloud starten und später bei Wachstum auf Self-Hosting wechseln können.
Zielgruppe
DEWAWI adressiert primär Mikro- und Kleinunternehmen mit ein bis 25 Mitarbeitenden. Typische Anwender sind:
Existenzgründer mit Bedarf an einem schlanken Faktura- und Warenwirtschaftssystem
Freelancer und Soloselbstständige im Dienstleistungsbereich
Online-Händler im Einsteigersegment
Vereine und Non-Profit-Organisationen mit einfacher Buchhaltungslogik
Kleine Handwerksbetriebe und Handelsunternehmen
Klein- und Kleinstgewerbetreibende mit hohem Kostenbewusstsein
Für Gründer bietet DEWAWI besondere Konditionen, die den Einstieg erleichtern. Wer als Gründer noch Beratung zur Auswahl benötigt, findet bei spezialisierten ERP-Dienstleistern Unterstützung. Die niedrige Einstiegshürde sorgt dafür, dass auch Unternehmen ohne IT-Budget früh mit professioneller Software arbeiten können – ein Vorteil, der mittelfristig den Aufbau sauberer Datenstrukturen begünstigt.
Open-Source-Vorteile im Detail
Der Open-Source-Charakter von DEWAWI bringt mehrere praktische Vorteile mit sich. Erstens entfallen Lizenzkosten – das senkt die Einstiegshürde drastisch. Zweitens ist der Quellcode einsehbar, was bei datenschutzkritischen Unternehmen für Vertrauen sorgt. Drittens lassen sich individuelle Anpassungen umsetzen, ohne von einem proprietären Hersteller abhängig zu sein. Viertens kann das System dauerhaft selbst betrieben werden, sollte sich der Anbieter wirtschaftlich verändern oder das Produkt einstellen. Diese „Exit-Sicherheit" ist ein häufig unterschätzter Aspekt bei der ERP-Auswahl. Allerdings bedeutet Open Source nicht automatisch "kostenlos für alle" – professioneller Support, Hosting, Schulung und individuelle Anpassungen sind kostenpflichtige Leistungen.
Stärken
Open Source unter GPL v3 mit voller Funktionalität
Wahlfreiheit zwischen Cloud-Hosting und Self-Hosting
Sehr niedrige Einstiegshürde für Gründer und Freelancer
Transparente Datenhaltung und freie Konfigurierbarkeit
Aktive Community-Beiträge und kontinuierliche Weiterentwicklung
Keine Vendor-Lock-in-Risiken durch offenen Quellcode
Schwächen / Grenzen
DEWAWI ist nicht für komplexe Mittelständler oder Konzerne gemacht. Themen wie Multi-Currency-Konsolidierung, fortgeschrittene Fertigungssteuerung, Variantenmanagement, Multi-Site-Logistik oder anspruchsvolle Reporting-Anforderungen sind nur eingeschränkt oder gar nicht abbildbar. Auch das Ökosystem an Drittanbietern und zertifizierten Implementierungspartnern ist deutlich kleiner als bei kommerziellen ERP-Schwergewichten. Self-Hosting setzt zudem grundlegende IT-Kenntnisse voraus. Wer keine eigene IT-Kompetenz hat und auch keinen Dienstleister beauftragen möchte, sollte besser zur Cloud-Variante greifen.
Lizenz und Kosten
Die Open-Source-Edition ist kostenfrei nutzbar – inklusive vollem Funktionsumfang und ohne Restriktionen. Wer die Hosting-Variante wählt, zahlt eine monatliche Gebühr, die typischerweise im niedrigen zweistelligen Eurobereich pro Nutzer beginnt. Premium-Funktionen oder Spezialberatung können separat hinzugebucht werden. Die genauen Konditionen variieren – ein direkter Blick auf die aktuelle Preisliste ist daher Teil jeder Auswahlentscheidung. Im Vergleich zu klassischen kommerziellen ERPs liegen die Total Costs of Ownership – insbesondere bei Self-Hosting durch IT-affine Anwender – um eine Größenordnung niedriger.
Implementierung und Migration
Die Einführung von DEWAWI ist im Vergleich zu klassischen ERP-Systemen pragmatisch gestaltet. Cloud-Anwender melden sich an, konfigurieren ihre Stamm- und Bewegungsdaten und können oft schon nach wenigen Tagen produktiv arbeiten. Für Self-Hoster gibt es Installationsanleitungen, mit deren Hilfe versierte Anwender DEWAWI auf einem eigenen LAMP-Server in Betrieb nehmen können. Bei komplexeren Migrationsvorhaben – etwa der Übernahme bestehender Kundenstämme aus einer alten Faktura-Lösung – empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Beratungsdienstleister, der die Datenextrakte mappt und in DEWAWI importiert. Auch das Anpassen von Belegvorlagen, Rechnungsnummernkreisen oder Mahnstufen lässt sich gut in einem schlanken Onboarding-Projekt erledigen. Für viele Gründer ist DEWAWI das erste „echte" ERP-System nach Excel oder einer reinen Faktura-App – der Schritt sollte daher mit Bedacht geplant und nicht als reine IT-Aufgabe verstanden werden.
Preise und Kostenrahmen für DEWAWI
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Kmu für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
Kostenposition
Bandbreite
Cloud-Lizenz pro Jahr
3.000 € – 25.000 €
On-Premise Lizenz (einmalig)
15.000 € – 80.000 €
Implementierung (einmalig)
10.000 € – 50.000 €
5-Jahres-TCO
40.000 € – 200.000 €
Bereitstellungs-Optionen: Cloud meist Standard, On-Premise möglich. Mehr zu Bereitstellungsmodellen: Cloud-ERP vs On-Premise. Detaillierte Kostenstruktur: ERP-Kosten-Übersicht.
Stärken und Schwächen von DEWAWI
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Kmu. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
Niedriger Einstieg ab ca. 30-100 EUR/Anwender/Monat
Schnelle Time-to-Value (Cloud oft in 4-8 Wochen produktiv)
Out-of-the-Box-Funktionalität für Standard-Prozesse
Hohe DATEV-Anbindung für DACH-Buchhaltung
Mögliche Schwächen
Begrenzte Customizing-Möglichkeiten für Sonderprozesse
Skalierungs-Grenzen ab ~200-500 Anwendern
Fehlende Module für Produktion oder spezialisierte Branchen
Fazit
DEWAWI ist eine attraktive Open-Source-Warenwirtschaft für Gründer, Freelancer und kleine Unternehmen, die ein einfaches, lizenzkostenfreies und flexibel betreibbares System suchen. Mit dem Cloud-Angebot wird die Hürde zur professionellen Nutzung niedrig gehalten, während Self-Hosting maximale Kontrolle ermöglicht. Für mittlere und größere Mittelständler oder international aufgestellte Unternehmen sind klassische Standard-ERPs zielführender. In der Einsteigerklasse zählt DEWAWI jedoch zu den interessanten Lösungen für Handel und Dienstleister mit überschaubarem Anspruchsniveau – und ist dabei eine der wenigen ernstzunehmenden Open-Source-Alternativen mit deutscher Lokalisierung und deutschem Support.
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Häufig gestellte Fragen
Ist DEWAWI cloud-basiert oder on-premise?
Die Bereitstellungs-Optionen variieren je nach Anbieter — viele Systeme bieten heute beide Varianten oder ein hybrides Modell. Details zu Vor-/Nachteilen unter Cloud-ERP vs On-Premise.
On-Premise bleibt vor allem in regulierten Branchen und bei tiefem Customizing relevant; Cloud dominiert dagegen bei Neuprojekten ab Mittelstand.
Wer ist der Hersteller hinter DEWAWI?
Hersteller-Stammdaten (Sitz, Mitarbeiterzahl, Eigentümer-Struktur) finden Sie im Anbieterprofil oben. Diese Faktoren sind wichtig für die Bewertung der Zukunftsfähigkeit eines ERP-Anbieters und sollten in jedem Auswahlprozess geprüft werden.
Eigentümer-geführte Anbieter punkten mit Kontinuität, börsennotierte mit Investitionssicherheit und größerer Roadmap-Stabilität.
Welche Berichte und Dashboards bietet DEWAWI?
Standard-Reports decken FiBu, Vertrieb, Lager und Produktion ab. Eigene Dashboards via Power BI, Tableau oder eingebauten BI-Tools sind oft optional — siehe Business-Intelligence.
Self-Service-BI-Tools wie Power BI, Tableau oder Qlik werden zunehmend direkt eingebunden, was eigene Auswertungen ohne IT-Hilfe ermöglicht.
Welche AI-/KI-Features bietet DEWAWI?
Aktuelle ERP-Systeme integrieren KI für Forecasting, Anomalie-Erkennung, Rechnungs-OCR und Conversational-UI (Microsoft Copilot, SAP Joule). Konkrete KI-Module zeigt das Anbieterprofil.
Praxisrelevante KI-Module sind heute Demand-Forecasting, Predictive Maintenance, Rechnungs-OCR und Conversational UI für Backoffice-Mitarbeitende.
Wie ist DEWAWI im Vergleich zu SAP?
SAP ist Marktführer für Großkonzerne; im Mittelstand gibt es zahlreiche schlankere Alternativen mit oft tieferer Branchen-Expertise. Konkrete Vergleiche: ERP-Vergleichsseiten.
SAP-Lösungen haben höchste Funktions-Tiefe, sind aber im Customizing teurer als Mittelstands-Konkurrenten.