cimERP – Branchen-ERP für mittelständische Fertigungsunternehmen aus dem DACH-Raum
| Hersteller | Aptean Germany GmbH (vormals cimdata software GmbH) |
|---|---|
| Kategorie | Branchen-ERP |
| Marktposition | Tier 2 — solide Präsenz im Mittelstand |
| Bereitstellungs-Modell | Cloud, On-Premises oder Hybrid je nach Lizenzmodell |
| Typische Zielgröße | Branchenfokussiert, Größe variiert |
| Hersteller-Webseite | www.aptean.com/de-DE |
cimERP ist ein etabliertes deutsches Mittelstands-ERP, das ursprünglich von der cimdata software GmbH entwickelt wurde und heute zum internationalen ERP-Portfolio des amerikanischen Anbieters Aptean gehört. Seit 1983 entstehen unter der Marke cimERP Software-Lösungen „Made in Germany“ für mittelständische Fertigungsunternehmen, mit dem Anspruch, fachliche Tiefe in der diskreten Fertigung mit hoher Anpassbarkeit zu verbinden. Der ursprüngliche Hauptsitz im mittelfränkischen Westheim bei Gunzenhausen ist nach wie vor ein zentraler Entwicklungsstandort, ergänzt durch Niederlassungen und Partnerstrukturen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Übernahme durch Aptean im Jahr 2024 markierte einen strategischen Wechsel, der der Marke zusätzliche Investitionskraft und internationalen Marktzugang verschafft, ohne ihr Profil als spezialisiertes Branchen-ERP grundlegend zu verändern. cimERP zählt zu den etablierten Mittelstands-ERP-Marken in Studien wie Trovarit „ERP in der Praxis“ und auf Auswahlportalen wie ERP-Auswahl, IT-Matchmaker und Softselect, wo das Produkt regelmäßig in Vergleichslisten für die fertigende Industrie auftaucht.
Funktionsumfang
cimERP deckt den gesamten ERP-Funktionsumfang einer mittelständischen Fertigung ab und bringt mehrere ergänzende Spezialmodule mit. Im Standard sind Produktionsplanung und -steuerung (PPS), Beschaffung und Disposition, Lagerverwaltung, Vertrieb, Stammdatenverwaltung, Inventur, Vor- und Nachkalkulation, Arbeitsplanung sowie Lohnfertiger- und Verpackungsmittelverwaltung enthalten. Über zubuchbare Module lassen sich CRM, PIM, Qualitätssicherung, Produktkonfigurator, Betriebsdatenerfassung, Workflow, Projektmanagement sowie CAD-Schnittstellen integrieren. Besonders hervorzuheben sind zwei flankierende Spezialprodukte: cimAPS als visuelle Plantafel mit Algorithmen zur Feinplanung und Engpassoptimierung sowie cimAnalytics als integriertes Data-Warehouse mit OLAP-basierten Auswertungen und Dashboards für Controlling, Vertrieb und Produktion. Damit deckt cimERP auch fortgeschrittene Anforderungen an MES-Anbindung und Business Intelligence aus einer Hand ab. Die Stücklisten- und Variantenverwaltung ist mehrstufig ausgelegt, was insbesondere für Variantenfertiger und konfigurierbare Produkte relevant ist. Schnittstellen zu DMS-Systemen, gängigen CAD-Lösungen, EDI-Plattformen und Versand- bzw. Speditionssoftware sind im Standard vorgesehen oder über zertifizierte Partner verfügbar.
Zielgruppe & Branchen
Die typische cimERP-Kundschaft sind mittelständische Fertigungsunternehmen mit etwa 20 bis 300 Mitarbeitenden, die in Auftrags-, Varianten- oder Serienfertigung produzieren. Schwerpunktbranchen sind Kunststoffverarbeitung, Elektronikfertigung, Möbelindustrie, Metallverarbeitung, Automotive-Zulieferung, Werkzeug- und Maschinenbau sowie Lohnfertiger. Charakteristisch ist die Ausrichtung auf Unternehmen, die zu spezifisch für Standard-ERPs auf dem Niveau eines Microsoft Dynamics 365 oder SAP Business One sind, aber nicht die Komplexität eines Tier-1-Systems benötigen. cimERP adressiert insbesondere Fertiger, die eigene Teile- oder Variantenlogiken pflegen, deren Stammdatenstruktur sich nicht in einem rigiden Standard-Branchenprodukt abbilden lässt und die Wert auf eine deutschsprachige Implementierung mit lokalem Partnernetz legen. Reine Handelsbetriebe oder Konzerne mit konsolidierungspflichtigen Mehrgesellschaftsstrukturen jenseits von zwei bis drei Mandanten sind dagegen nicht die Kernzielgruppe.
Technologie & Bereitstellung
Technologisch basiert cimERP auf einer modernen Client-Server-Architektur mit relationaler Datenbank und einer Windows-Client-Oberfläche, ergänzt um eine Web-Komponente für mobile Zugriffe und browserbasierte Auswertungen. Der Hersteller positioniert die Software wahlweise als On-Premise-Installation im eigenen Rechenzentrum oder als gehostete Variante über zertifizierte Partner und die Aptean-Cloud, was insbesondere für Mittelständler mit eigenem IT-Betrieb relevant bleibt. Eine reine Multi-Tenant-SaaS-Variante im engeren Sinne ist nicht der Standard; vielmehr setzt cimERP auf dedizierte Hosting-Modelle. Das Unternehmen ist nach ISO 9001 zertifiziert und führt das Siegel „Software Made in Germany“. Schnittstellen zu DATEV, gängigen FiBu-Systemen, MES-Plattformen, Microsoft 365 sowie zu Maschinen- und Sensordaten gehören zum Standardumfang. Updates und Releases werden in regelmäßigen Zyklen ausgespielt, wobei die Customizing-Tiefe ein zentrales Architekturmerkmal bleibt: Anwender können das System über konfigurierbare Felder, individuelle Auswertungen und definierte Erweiterungspunkte anpassen, ohne die Release-Fähigkeit zu verlieren.
Stärken und Schwächen
Zu den ausgewiesenen Stärken von cimERP zählen die fachliche Tiefe in der diskreten Fertigung, die enge Verzahnung mit cimAPS für Feinplanung und cimAnalytics für Reporting sowie die hohe Anpassbarkeit ohne Verlust der Update-Fähigkeit. Anwenderbewertungen auf Plattformen wie Softselect und ERP-Management heben regelmäßig die solide PPS-Logik und die deutschsprachige, partnergestützte Betreuung hervor. Mit der Einbindung in Aptean stehen zusätzliche internationale Ressourcen, ein erweitertes Schulungs- und Supportangebot sowie strategische Investitionen in Cloud- und KI-Funktionen in Aussicht. Schwächen sehen Anwender und Marktbeobachter typischerweise in der teils klassisch wirkenden Windows-Oberfläche im Vergleich zu reinen Cloud-ERPs, in der eingeschränkten Multi-Tenant-SaaS-Reife sowie in der Tatsache, dass die internationale Präsenz unter der Marke cimERP außerhalb des deutschsprachigen Raums begrenzt ist. Wer eine Cloud-First-Strategie mit kurzen Implementierungszeiten und standardisiertem Funktionsumfang sucht, sollte den notwendigen Customizing-Aufwand realistisch einplanen.
Preise & Lizenzmodell
Eine öffentliche Preisliste veröffentlicht Aptean für cimERP nicht. Die Lizenzierung erfolgt projektspezifisch nach Anwenderzahl, Modulauswahl und Bereitstellungsmodell. Marktbeobachter ordnen cimERP im klassischen Mittelstands-ERP-Segment ein: Bei mittleren Implementierungen mit 30 bis 80 Anwendern bewegen sich Lizenz- und Wartungskosten typischerweise im hohen fünf- bis sechsstelligen Bereich pro Jahr, hinzu kommen einmalige Beratungs-, Implementierungs- und Schulungskosten. Sowohl klassische Kauflizenzen mit Wartungsvertrag als auch Subskriptionsmodelle mit oder ohne Hosting werden über Aptean und autorisierte Partner angeboten. Eine seriöse TCO-Betrachtung sollte Anpassungs-, Schulungs- und Migrationskosten einschließen.
Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal von cimERP gegenüber anderen Mittelstands-ERPs ist die durchgängige Verzahnung von operativem ERP-Kern, fortgeschrittener Feinplanung über cimAPS und integriertem Data-Warehouse über cimAnalytics. Während viele Mittelstandsanbieter Plantafel und Reporting über externe Werkzeuge wie Tableau, Power BI oder spezialisierte APS-Systeme realisieren, bietet cimERP diese Bausteine aus einer Hand und mit gemeinsamem Datenmodell an. Das senkt sowohl die Schnittstellenkomplexität als auch den Schulungsaufwand und ermöglicht es Fertigungsleitern, in einem Werkzeug von Auftragsfreigabe über Plan-Ist-Vergleich bis zum strategischen Reporting durchgängig zu arbeiten. Auch der bewährte Ansatz, fachliche Anpassungen über konfigurierbare Erweiterungspunkte zu realisieren, ohne den Standard-Code zu modifizieren, spricht für eine langfristig planbare Investition. Marktbeobachter wie ERP-Management und Softselect heben diese Architekturentscheidung in Bewertungen regelmäßig hervor.
Preise und Kostenrahmen für cimERP
Realistische Kostenbandbreiten in der Kategorie Branchen Erp für ein typisches Mittelstands-Setup mit 50 Anwendern. Konkrete Preise sind beim Anbieter direkt zu erfragen.
| Kostenposition | Bandbreite |
|---|---|
| Cloud-Lizenz pro Jahr | 25.000 € – 100.000 € |
| On-Premise Lizenz (einmalig) | 80.000 € – 400.000 € |
| Implementierung (einmalig) | 100.000 € – 600.000 € |
| 5-Jahres-TCO | 400.000 € – 1.8 Mio € |
Bereitstellungs-Optionen: Meist On-Premise, zunehmend Cloud. Mehr zu Bereitstellungsmodellen: Cloud-ERP vs On-Premise. Detaillierte Kostenstruktur: ERP-Kosten-Übersicht.
Stärken und Schwächen von cimERP
Bewertung typischer Vor- und Nachteile in der Kategorie Branchen Erp. Diese Einschätzungen sind generisch — die Eignung im konkreten Fall hängt von Branche und Größe ab.
Stärken
- Branchentypische Stamm- und Bewegungsdaten ab Werk
- Compliance-konforme Module für regulierte Branchen
- Spezialisierte Berater mit Domain-Knowhow
- Schnellere Implementierung dank vordefinierter Best-Practices
Mögliche Schwächen
- Anbieterlandschaft kleiner, höhere Abhängigkeit
- Innovationszyklen oft langsamer als bei Universal-Lösungen
- Branchenfremde Erweiterungen oft schwierig zu integrieren
Fazit
cimERP bleibt ein klassischer Vertreter deutscher Mittelstands-ERP-Tradition mit klarem Fokus auf diskrete Fertigung. Die Einbindung in Aptean stärkt die Zukunftssicherheit, ohne die etablierten Stärken in PPS, Variantenfertigung und Anpassbarkeit aufzugeben. Wer ein deutschsprachig betreutes ERP für eine variantenreiche Fertigung mit Bedarf an Feinplanung und integriertem Reporting sucht, findet in cimERP eine bewährte Wahl. Für Unternehmen mit klarem Cloud-First-Anspruch oder starker internationaler Konsolidierungsanforderung sollten ergänzend Alternativen wie SAP S/4HANA Cloud, Microsoft Dynamics 365 oder reine SaaS-Mittelstands-ERPs in die Vorauswahl aufgenommen werden, idealerweise begleitet durch eine strukturierte Auswahlbegleitung und eine fundierte Lastenheft-Erstellung.
Hersteller-Homepage von cimERP
Aktuelle Ansicht der Webseite https://www.aptean.com/de-DE/

Bewertungen für cimERP
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Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Einführung von cimERP?
Eine ERP-Implementation dauert je nach Komplexität 3 bis 18 Monate. Cloud-Lösungen sind oft in 4–12 Wochen produktiv, klassische Mittelstands-ERPs benötigen 6–12 Monate für Anforderungsanalyse, Customizing, Datenmigration und Schulung. Mehr unter ERP-Implementierung.
Wie sicher ist cimERP im Hinblick auf Datenschutz?
Bei Cloud-ERPs sind Server-Standort (idealerweise EU/DE), Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und BSI-C5- oder ISO-27001-Zertifizierungen zentrale Kriterien. Die DSGVO-Konformität sollte vom Anbieter explizit dokumentiert sein.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Wie wird cimERP weiterentwickelt?
Cloud-ERPs erhalten typisch monatliche bis vierteljährliche Releases automatisch. On-Premise-ERPs haben jährliche Major-Releases mit aktiver Patch-Pflege. Release-Notes und Roadmap sind beim Hersteller einsehbar.
Was passiert mit meinen Daten wenn ich cimERP kündige?
Bei Cloud-ERPs garantiert ein guter Anbieter Daten-Export im offenen Format (CSV, JSON, SQL-Dump). Im Vertrag sollte Datenrückgabe-Pflicht, Lösch-Frist und Format ausdrücklich geregelt sein.
Die genaue Ausgestaltung hängt von Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups ab.
Welche Support-SLAs bietet cimERP?
Standard-Support deckt meist Werktag 8–18 Uhr mit ~4h Reaktionszeit. Premium-/24x7-SLAs sind aufpreispflichtig. Bei Cloud-Anbietern sind Verfügbarkeits-SLAs (z. B. 99,9%) wichtig — Vertrag prüfen!
