CarLo – Transport Management System der Soloplan GmbH
CarLo ist ein seit über 30 Jahren etabliertes Transport-Management-System (TMS) der Soloplan GmbH mit Hauptsitz in Kempten im Allgäu. Die Software adressiert Speditionen, Logistikdienstleister und industrielle Werkverkehre und gilt im deutschsprachigen Raum als eine der bekanntesten TMS-Lösungen für mittelständische und international agierende Speditionsunternehmen. Soloplan beziffert die installierte Basis auf mehr als 1.800 Kundenunternehmen weltweit, mit Schwerpunkt in der DACH-Region und Niederlassungen in mehreren europäischen Ländern. Branchenmedien wie Verkehrsrundschau, Logistik Heute und Transport-online berichten regelmäßig über Produktneuerungen, zuletzt insbesondere zu den KI-Erweiterungen rund um den „CarLo Assistant“. Funktional deckt CarLo die gesamte Prozesskette einer Spedition ab: von der Auftragsannahme über Disposition und Tourenplanung bis hin zu Telematik, Lager- und Frachtenbörsenanbindung sowie Abrechnung und Reporting. Die Lösung wird sowohl on-premise als auch über die Soloplan-Cloud bereitgestellt und positioniert sich damit als spezialisierte Branchensoftware im Bereich ERP für Logistik und Spedition, abgegrenzt von generischen ERP-Systemen.
Funktionsumfang
Der Funktionsumfang von CarLo ist klassisch modular aufgebaut und orientiert sich konsequent an den Geschäftsprozessen einer Spedition. Den Kern bildet die Auftragserfassung mit Anbindung an EDI-Schnittstellen, gefolgt von einer grafischen Disposition, Tourenplanung sowie der Frachtabrechnung und Provisionsabrechnung. Zusätzliche Module erweitern die Suite um spezifische Verkehrsträger und Aufgabenstellungen: CarLo inAIR & SEA deckt Luft- und Seefracht ab, CarLo inHUB adressiert Crossdocking und Umschlaglogistik, CarLo inSTORE stellt eine integrierte Lagerverwaltung für Speditionslager bereit, und CarLo inMOTION übernimmt das Flottenmanagement inklusive Werkstatt- und Reifenmanagement. Über CarLo inTOUCH werden Fahrer per App in die Disposition eingebunden, mit Status-Rückmeldungen, digitalem Frachtbrief, Scan-Funktion und Chat. CarLo inTOUR ergänzt die Routenplanung um Lkw-spezifische Restriktionen wie Maut, Sperrungen und Höhenbegrenzungen. Mit dem CarLo Assistant hat Soloplan eine KI-Komponente eingeführt, die Anwender bei Routineaufgaben unterstützt und Texteingaben in Systemlogik überführen kann. Anbindungen an Frachtenbörsen wie TimoCom, Telematikplattformen, Zoll- und ELSTER-Systeme sind Bestandteil der Standardintegrationen. Über offene Schnittstellen lassen sich zudem ERP- und Warenwirtschaftssysteme der Verlader anbinden, etwa für die durchgängige Auftragsbearbeitung im Sinne eines Two-Tier-ERP-Szenarios.
Zielgruppe und Branchen
Zur Kernzielgruppe von CarLo zählen mittelständische Speditionen, Logistikdienstleister, Werkverkehre größerer Industrieunternehmen sowie Kontraktlogistiker. Soloplan adressiert sowohl reine Straßenverkehrsspezialisten als auch multimodale Anbieter mit Luft- und Seefrachtaktivitäten. Typische Anwender setzen das System für Stückgut-, Komplettladungs-, Teilladungs- und Sammelgutverkehre ein. Auch Branchen mit speziellen Anforderungen – etwa Tankgut-, Kühl- oder Gefahrgutlogistik – lassen sich über die mandantenfähige Architektur abbilden, sofern die entsprechenden Stammdaten- und Belegstrukturen konfiguriert werden. International tätige Spediteure profitieren von der Mehrsprachigkeit und der Verfügbarkeit lokaler Niederlassungen in Polen, Spanien, Belgien, Großbritannien und weiteren Märkten. Reine Frachtenführer ohne Disposition oder kleine Kurierdienste sind dagegen typischerweise nicht die Kernzielgruppe – hier konkurriert CarLo mit leichtgewichtigeren Cloud-Lösungen für KEP-Dienste.
Technologie und Bereitstellung
CarLo wird sowohl als klassische On-Premise-Installation als auch über die Soloplan-Cloud bereitgestellt. Letztere wird in deutschen Rechenzentren betrieben und entlastet Anwender vom eigenen Server- und Update-Betrieb. Die Architektur ist mehrschichtig aufgebaut, mit einem Windows-Client, einer relationalen Datenbank im Backend und schrittweise wachsendem Web- und Mobile-Anteil – etwa für Fahrer-Apps und Auftraggeberportale wie CarLo exCHANGE. Über offene Schnittstellen lässt sich CarLo an Telematikboxen, Flottenmanagementsysteme, Zoll- und Mautplattformen sowie an die EDI-Welt der Verlader anbinden. Mehrsprachige Oberflächen, mehrwährungsfähige Abrechnung und länderspezifische Steuer- und Mautlogik gehören zum Standardumfang. Die Aktualisierung erfolgt über Release-Zyklen, die Soloplan über sein eigenes Implementierungs- und Supportnetz ausrollt; Implementierungspartner spielen eine geringere Rolle als bei klassischen SaaS-ERP-Lösungen.
Stärken und Schwächen
Zu den ausgewiesenen Stärken von CarLo zählen die hohe fachliche Tiefe für Speditions- und Logistikprozesse, die langjährige Marktpräsenz und das in der DACH-Region dichte Anwender- und Servicenetz. Branchenmedien wie Logistra und nfz-messe.com heben in ihren Berichten insbesondere die kontinuierliche Erweiterung um KI- und Automatisierungsfunktionen sowie die durchgängige Mobilstrategie hervor. Auch die Tatsache, dass Soloplan inhabergeführt aus Deutschland heraus entwickelt, gilt im Markt als Pluspunkt – vergleichbar zur Argumentation klassischer Mittelstands-ERP-Anbieter. Schwächen liegen tendenziell in der vergleichsweise klassischen Client-Architektur, die im direkten Vergleich zu reinen Cloud-Plattformen weniger leichtgewichtig wirkt, sowie in der Komplexität, die ein vollständig konfiguriertes System mit allen Modulen entwickeln kann. Wer eine sehr schnelle, weitgehend standardisierte Cloud-Einführung sucht, sollte den Implementierungsaufwand sorgfältig prüfen und gegebenenfalls einen erfahrenen Implementierungsdienstleister für Logistik-Software hinzuziehen.
Preise und Lizenzmodell
Eine öffentliche Preisliste veröffentlicht Soloplan für CarLo nicht. Die Lizenzierung erfolgt projektspezifisch und richtet sich nach Anwenderzahl, Modulauswahl, Bereitstellungsmodell und Implementierungsumfang. Sowohl klassische Kauflizenzen mit Wartungsvertrag als auch Subskriptions- und Cloud-Modelle stehen zur Verfügung. Marktbeobachter verorten CarLo im üblichen Preissegment professioneller TMS-Lösungen für mittelständische Speditionen: Bei mittleren Implementierungen mit 30 bis 100 Anwendern bewegen sich Lizenz- und Wartungskosten in den hohen fünf- bis sechsstelligen Bereich pro Jahr, hinzu kommen Beratungs-, Schulungs- und Anpassungskosten. Eine seriöse Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung sollte zudem Kosten für Telematik-Hardware, Schnittstellenanbindungen und mobile Endgeräte einbeziehen. Konkrete Konditionen werden über den Hersteller direkt abgestimmt.
Auswahl- und Vergleichsempfehlung
Speditionen und Logistikdienstleister, die CarLo in eine Vorauswahl aufnehmen, sollten das System nicht isoliert betrachten, sondern in einem strukturierten Auswahlprozess gegen mindestens zwei bis drei alternative TMS-Anbieter prüfen. Sinnvoll ist die Erstellung eines Anforderungskatalogs, der fachliche Funktionen, Schnittstellen, Telematik- und Mobile-Anforderungen, Reporting- und Compliance-Themen sowie Total-Cost-of-Ownership-Aspekte differenziert bewertet. Auch die Frage, ob das System als reine Cloud- oder hybride Lösung betrieben wird, sollte frühzeitig geklärt werden. Spedition-spezifische Themen wie Sammelgut- und Stückgutprozesse, Hinterlandverkehr, Multimodal-Verkehre, Zollabwicklung, Maut- und Sanktionslistenprüfung sollten im Lastenheft konkret beschrieben sein, da diese Punkte zwischen unterschiedlichen TMS-Plattformen erheblich variieren können.
Marktposition und Implementierung
Im DACH-TMS-Markt zählt CarLo zu den am häufigsten genannten Systemen, wenn mittelständische Speditionen ihre Disposition erneuern. In Branchenpublikationen wie Verkehrsrundschau, Logistik Heute und nfz-messe.com wird Soloplan regelmäßig im Kontext mit anderen TMS-Anbietern wie Cargosoft, dbh, Active Logistics, LIS, Wanko oder Transdata genannt. Anwender berichten in Praxisforen über typische Implementierungszeiträume zwischen sechs und achtzehn Monaten, abhängig von Verkehrsträger-Mix, Anzahl der Niederlassungen und Komplexität der Schnittstellen zu Kunden, Telematik und Frachtenbörsen. Wer eine umfangreiche Implementierung plant, sollte ein dediziertes Projektteam mit fachlicher Spedition-Expertise, einem internen Process Owner und einem aktiv beteiligten IT-Partner einsetzen sowie frühzeitig kritische Themen wie Stammdatenmigration, Datenqualität und Integration der Lohn- und Buchhaltungssysteme adressieren. Auch Schulungen für Disponenten, Fahrer und Sachbearbeiter sollten als eigenständiger Aufwand budgetiert werden, da die Akzeptanz an der Frontlinie über den späteren Erfolg des Systems entscheidet.
Fazit
CarLo ist ein klassischer, in der DACH-Region tief verankerter Vertreter spezialisierter Transport-Management-Systeme. Die Kombination aus tiefer fachlicher Spedition-Expertise, modularem Aufbau und kontinuierlicher Investition in KI- und Mobile-Funktionen macht die Lösung zu einem ernsthaften Kandidaten für mittelständische und international tätige Speditionen. Wer ein TMS sucht, das die gesamte Prozesskette von der Auftragsannahme über Disposition, Telematik und Lager bis zur Abrechnung integriert abbildet, findet in CarLo eine bewährte Wahl. Für Verlader oder Industriebetriebe mit eigener Logistik empfiehlt sich die Kombination mit einem starken ERP-System über definierte Schnittstellen, statt zu versuchen, alle logistischen Spezialfunktionen in einem generischen ERP abzubilden.
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