SCM – Supply Chain Management
Supply Chain Management (SCM) umfasst die ganzheitliche Steuerung von Material-, Informations- und Finanzflüssen entlang der Lieferkette — vom Rohstofflieferanten über die eigene Produktion bis zum Endkunden. SCM-Funktionen sind teils im ERP integriert, teils in spezialisierten Suiten wie SAP IBP, Oracle OSC oder Blue Yonder. Ein gutes ERP deckt die Basis (Bestände, Bestellungen, Lieferanten) ab; SCM-Spezialtools ergänzen mit Forecasting, Netzwerk-Optimierung und Multi-Echelon-Planung.
SCM vs ERP — was gehört wohin?
Im klassischen Mittelstand reichen die ERP-eigenen Module für Einkauf, Bestand, Disposition und Logistik. SCM-Spezialtools werden interessant, wenn (a) die Lieferkette mehrere Werke und Länder umfasst, (b) Forecasting auf Item-Level nötig ist, oder (c) Multi-Echelon-Bestände optimiert werden sollen. Dann ergänzen Tools wie SAP IBP, Blue Yonder, Kinaxis oder o9 das ERP — typischerweise mit täglicher Datensynchronisation.
Kern-Funktionen einer SCM-Suite
- Demand Planning: Forecasting auf SKU-Level mit ML-Modellen
- Supply Planning: Material- und Kapazitätsplanung mehrstufig
- Inventory Optimization: Multi-Echelon-Bestandsoptimierung
- Sales & Operations Planning (S&OP): Monatlicher Plan-Abgleich
- Network Design: Strategische Werks- und Lager-Allokation
- Risk Management: Disruption-Erkennung und Mitigation
KPIs im SCM
Wichtigste SCM-KPIs: OTIF (On-Time-In-Full), Forecast-Accuracy (idealerweise >75% auf SKU-Level), Inventory-Turnover, Cash-to-Cash-Cycle und Perfect-Order-Rate. Modern ergänzt durch ESG-KPIs wie CO₂-pro-Sendung und Sourcing-Mix nach Lieferkettengesetz.
Häufige Fragen
- Brauche ich SCM-Software zusätzlich zum ERP?
Im Mittelstand selten. Ab Multi-Werks-Komplexität, Multi-Country oder hohem Forecast-Anspruch ja.
- Was kostet eine SCM-Suite?
SAP IBP ab ~50 EUR/User/Monat, Blue Yonder und o9 typisch 200-500 TEUR/Jahr für Mittelstand mit Implementation.
