Stammdaten-Strategie – Single Source of Truth
Eine Stammdaten-Strategie nach dem Prinzip Single Source of Truth (SSoT) stellt sicher, dass jede Entität (Kunde, Artikel, Lieferant) nur an einer Stelle verbindlich gepflegt wird. Alle Folgesysteme synchronisieren sich darauf.
Bausteine
- Datenmodell: was ist Stammdatum vs. transaktional?
- Pflege-Verantwortung: Data Owner und Data Steward
- Qualitätsregeln: Pflichtfelder, Validierungen, Plausibilitäten
- MDM-Tool: zentrale Pflege-Plattform
- Synchronisations-Strategie: Push, Pull, Hybrid
- Governance: regelmäßige Audits
Tools
Mehr unter Master Data Management.
Praxis-Beispiel
Ein Konsumgüter-Hersteller mit fünf Werken und 18 Tochtergesellschaften betrieb 2018 noch sechs parallele Material-Stämme mit insgesamt 84.000 Datensätzen. Die SST-Initiative (Single Source of Truth) konsolidierte alle Materialien in einem zentralen MDM-Hub (SAP MDG), bereinigte 11.300 Dubletten und vergab durchgängig EAN- und GLN-Codes nach GS1-Standard. Bestandsabweichungen zwischen den Werken sanken von 3,4 % auf 0,6 %, und die Datenqualität-Score (DQ-Score) stieg von 67 auf 94 Punkte.
Typische Fallstricke
- Werks-Sondereinstellungen (z.B. lokale Lagerklassen) gehen bei Konsolidierung verloren
- Domain-übergreifende Governance (Wer pflegt? Wer freigibt?) muss organisatorisch verankert sein, sonst zerfällt der Hub
- Ohne klare Pflicht-Felder pro Materialklasse sinkt die Datenqualität nach 6 Monaten wieder
Häufige Fragen
- Wieso scheitert SSoT oft?
Weil Fachbereiche eigene Pflege-Schatten anlegen — Excel, Notes, lokale Excel-Listen. Disziplin und MDM-Tooling sind kritisch.
In der Praxis variiert die genaue Ausgestaltung je nach Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups.
