IFRS vs HGB – Bilanzierung im internationalen Vergleich
Deutsche Mittelständler in internationalen Konzernen müssen oft parallel nach HGB (Handelsgesetzbuch, deutsches Recht) und nach IFRS (International Financial Reporting Standards) bilanzieren. Ein modernes ERP unterstützt beide Sichten in einer Buchhaltung — das spart die teure Doppel-Buchführung.
Zentrale Unterschiede
- Bewertungsprinzip: HGB Vorsichtsprinzip / IFRS Fair Value-orientiert
- Anlagen: HGB Anschaffungskosten / IFRS Komponentenansatz, Impairment
- Leasing: HGB klassisches Leasing / IFRS 16 alle Verträge bilanzieren
- Vorräte: HGB Niederstwertprinzip / IFRS Net Realisable Value
- Umsatzrealisierung: HGB Realisationsprinzip / IFRS 15 5-Stufen-Modell
- Pensionsverpflichtungen: HGB historisch / IFRS Marktwert
ERP-Implikationen
Wer beide Sichten braucht, muss im ERP entweder: a) einen Mandanten mit zwei Bewertungsschichten (Ledger) oder b) zwei parallele Mandanten mit Überleitung führen. SAP S/4HANA mit Multi-Ledger und Microsoft Dynamics 365 F&O haben native Multi-GAAP-Funktionalität.
Konsolidierungsbedarf
Im IFRS-Konzernabschluss kommen weitere Themen: Kapital-, Schulden-, Aufwands-/Ertrags- und Zwischengewinn-Konsolidierung. Mehr unter Konsolidierung.
Häufige Fragen
- Wann muss ich IFRS bilanzieren?
Pflicht für kapitalmarktorientierte Konzernabschlüsse und EU-Konzerntöchter mit IFRS-Mutter.
- Reicht ein ERP für duale Buchhaltung?
Bei größeren ERPs ja. Mittelstands-ERPs lösen das oft mit Konsolidierungs-Tools wie Lucanet oder Tagetik.
