Projektfertigung bezeichnet die kundenspezifische Herstellung in Losgröße 1+ — typisch im Sondermaschinenbau, Stahlbau, Anlagenbau und Werkzeugbau. Jeder Auftrag ist ein eigenes Projekt mit eigener Konstruktion und Stückliste.
Ein Sondermaschinenbauer fertigt jede Anlage als Einzelprojekt: Engineering, Konstruktion, Beschaffung, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme — alles auftrags-individuell. Im Gegensatz zur Serienfertigung gibt es keine Wiederholteile, jedes Projekt hat eigene Stücklisten, eigene Termine, eigene Margen. ERP-Anforderungen: Projekt-bezogene Kalkulation mit Mitlauf, Ressourcen-Planung über mehrere Monate, Engineering-Change-Management, Multi-Projekt-Übersicht mit Konflikt-Erkennung. Spezialisierte ERPs: ProAlpha, abas-ERP, audius.
Wie wird die Marge im Projektgeschäft gemessen? Drei Phasen: Vorkalkulation vor Angebot (kalkulatorisch), Mitlauf-Kalkulation während des Projekts (Ist-Daten gegen Plan), Nachkalkulation nach Abschluss (tatsächliche Marge). ERP muss alle drei Sichten liefern. Was ist der Unterschied zu ETO und MTO? Projektfertigung umfasst beide. ETO ist die Engineering-Phase, MTO die Make-Phase. Jedes ETO-Projekt ist auch ein Projektfertigungs-Auftrag.
Ein Anlagenbauer fertigt jährlich 12 Großprojekte (Industrieanlagen, je 5–50 Mio €). Jedes Projekt ist ein Unikat mit eigenem Engineering, eigener Stückliste und individuellem Lieferplan — klassische Projektfertigung.
Das ERP (z.B. abas Project, proALPHA Project, SAP PS) verknüpft Projektstrukturplan, Fortschrittsbewertung, Earned-Value-Analyse, Multi-Currency-Buchhaltung und Subunternehmer-Management.