Engineer-to-Order (ETO)
Engineer-to-Order (ETO) bezeichnet eine Fertigungsstrategie, bei der ein Erzeugnis erst nach Auftragseingang individuell konstruiert und gefertigt wird.
ETO ist typisch für Anlagen-, Maschinen- und Sondermaschinenbau, Werkzeugbau, Stahlbau oder kundenspezifische Großprojekte. Im Unterschied zu Make-to-Order existieren weder Standardstückliste noch Standardarbeitsplan zum Zeitpunkt der Auftragserfassung.
Wirtschaftlich entscheidend sind im ETO-Geschäft saubere Vorkalkulationen, ein belastbares Änderungsmanagement und transparente Soll-Ist-Vergleiche je Projekt.
Engineer-to-Order in der Praxis
Ein Sondermaschinenbauer fertigt jede Anlage nach individuellen Kundenanforderungen. Im Engineer-to-Order-Prozess (ETO) startet die Konstruktion erst nach Auftragseingang. Das ERP verbindet CAD/PDM-Daten mit der Auftragskalkulation und überführt Konstruktionsänderungen automatisch in Stücklisten und Arbeitspläne.
Typischer Ablauf: Vertrieb erfasst Anforderung → Engineering konstruiert → ERP übernimmt Stückliste → Disposition → Fertigung. Sechsstellige Auftragswerte und 3-monatige Lieferzeiten sind typisch.
- Branchen: Sondermaschinenbau, Anlagenbau, Schiffbau, Forschungsanlagen.
- Stärke: keine Lagerbindung, hochpreisige Spezialaufträge, hohe Marge.
- Schwäche: lange Durchlaufzeiten, hohe Engineering-Kosten — verlangt mitlaufende Auftragskalkulation.
