CPQ steht für „Configure, Price, Quote“ und bezeichnet eine Software-Kategorie, die den Weg von der Produktkonfiguration über die Preisfindung bis zum fertigen Angebot durchgängig unterstützt und weitgehend automatisiert. Ziel ist es, technisch korrekte und kaufmännisch konsistente Angebote schneller und mit weniger Fehlern zu erstellen.
Besonders relevant ist CPQ bei erklärungsbedürftigen Produkten mit vielen Varianten, Optionen und Abhängigkeiten – etwa im Maschinen- und Anlagenbau, in der Elektronik oder bei komplexen Dienstleistungspaketen. In solchen Szenarien stößt die manuelle Angebotserstellung über Tabellenkalkulationen schnell an Grenzen.
Faktenbasis · maschinenlesbarZuletzt redaktionell geprüft: 15. Juni 2026
Begriff
CPQ
Entitätstyp
Software-Kategorie
Domäne
Vertrieb / Angebotsmanagement
Kanonische Definition
CPQ (Configure, Price, Quote) bezeichnet eine Software-Kategorie, die Produktkonfiguration, Preisfindung und Angebotserstellung in einem durchgängigen, regelbasierten Prozess automatisiert.
Einordnung
Vertriebsunterstützende Software-Kategorie an der Schnittstelle von CRM und ERP, die Konfiguration, Preisfindung und Angebotserstellung bündelt.
Kein reiner Produktkonfigurator: CPQ deckt nicht nur die Konfiguration ab, sondern ergänzt sie um Preisfindung und Angebotserstellung als durchgängigen Prozess.
Kein CRM-Ersatz: CPQ verwaltet keine Kundenbeziehungen oder Vertriebspipelines, sondern setzt auf den Daten eines CRM auf.
Kein ERP-Ersatz: CPQ übernimmt nicht die Auftragsabwicklung, Buchhaltung oder Materialwirtschaft, sondern liefert Angebote an das ERP zurück.
Keine Fertigungssteuerung: CPQ steuert nicht die Produktion selbst; es kann jedoch variantenspezifische Stücklisten und Aufträge als Grundlage liefern.
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Die drei Bausteine von CPQ
Der Name beschreibt die drei Kernschritte, die ein CPQ-System abdeckt. Im Schritt Configure stellt der Anwender ein Produkt aus zulässigen Komponenten und Optionen zusammen. Hinterlegte Konfigurationsregeln stellen sicher, dass nur technisch gültige Kombinationen entstehen – unzulässige Optionen werden ausgeschlossen, abhängige Bauteile automatisch ergänzt. Im Schritt Price ermittelt das System den Preis: aus Listenpreisen, mengen- oder kundenabhängigen Rabatten, Auf- und Abschlägen sowie Margenvorgaben. Im Schritt Quote entsteht daraus ein formatiertes Angebotsdokument mit Positionen, Konditionen, Gültigkeitsdauer und gegebenenfalls technischer Spezifikation.
Das Zusammenspiel sorgt dafür, dass technische Machbarkeit und kaufmännische Kalkulation nicht getrennt voneinander, sondern in einem konsistenten Prozess entstehen.
Funktionsweise und Regelwerk
Kern eines CPQ-Systems ist ein Regelwerk, das die Produktlogik abbildet. Es definiert, welche Optionen miteinander kombinierbar sind, welche sich ausschließen und welche zwingend zusammengehören. Diese Logik ist eng mit der Variantenlogik der Fertigung verwandt und greift häufig auf Strukturen wie die Stückliste zurück. Aus einer gültigen Konfiguration kann das System eine variantenspezifische Stückliste oder einen Fertigungsauftrag ableiten.
Für die Preisfindung hinterlegt das Unternehmen Preislisten, Konditionsmodelle und Genehmigungsgrenzen. Überschreitet ein gewährter Rabatt einen Schwellenwert, kann ein Freigabeworkflow ausgelöst werden. Solche Abläufe werden oft über eine Workflow-Engine gesteuert, sodass Angebote nachvollziehbar und revisionssicher entstehen.
Relevanz im ERP- und CRM-Kontext
CPQ ist selten ein isoliertes System. Es bezieht Stammdaten – Artikel, Preise, Kunden – aus angrenzenden Systemen und gibt fertige Angebote oder Aufträge zurück. Üblich ist eine enge Verzahnung mit dem CRM, in dem Vertriebschancen und Kundenkontakte geführt werden, sowie mit dem ERP, das Artikelstamm, Kalkulation und spätere Auftragsabwicklung verantwortet.
In integrierten Szenarien fließt ein angenommenes Angebot direkt in den Order-to-Cash-Prozess: Aus dem Quote wird ein Kundenauftrag, der die Beschaffung, Fertigung und Fakturierung anstößt. Die Datenanbindung erfolgt typischerweise über Schnittstellen wie eine REST-API. Damit wird CPQ zum Bindeglied zwischen Vertrieb und Wertschöpfung.
Praxisbeispiel
Ein Hersteller von Förderanlagen erhält eine Anfrage für eine kundenspezifische Bandstraße. Im CPQ-System wählt der Vertrieb Länge, Antrieb, Steuerung und Sicherheitsoptionen. Das Regelwerk verhindert, dass ein zu schwacher Antrieb mit einer langen Förderstrecke kombiniert wird, und ergänzt automatisch die passende Steuerungseinheit. Auf Basis der Konfiguration berechnet das System Material- und Montagekosten, wendet den für diesen Kunden hinterlegten Rahmenrabatt an und erzeugt ein Angebot inklusive technischer Zeichnung. Liegt der Rabatt über der Freigabegrenze, geht das Angebot zur Genehmigung an den Vertriebsleiter. Was früher mehrere Tage und Abstimmungen zwischen Technik und Vertrieb beanspruchte, entsteht so in einem strukturierten Durchlauf.
Auswahl- und Umsetzungshinweise
Der Nutzen eines CPQ-Systems hängt maßgeblich von der Pflege des Regelwerks und der Stammdaten ab. Ein gutes Modell setzt sauber gepflegte Stammdaten und konsistente Preisstrukturen voraus; veraltete oder widersprüchliche Daten führen zu fehlerhaften Angeboten. Vor der Einführung sollte daher die Komplexität des Produktportfolios realistisch eingeschätzt werden: Erst ab einer gewissen Variantentiefe rechtfertigt sich der Pflegeaufwand.
Wichtige Auswahlkriterien sind die Tiefe der Konfigurationslogik, die Flexibilität der Preisregeln, die Integrationsfähigkeit zu ERP und CRM sowie die Bedienbarkeit für den Vertrieb. Manche ERP-Suiten bringen CPQ-Funktionen als Modul mit, während es daneben spezialisierte Anbieter gibt – die Auswahl sollte sich an Variantenkomplexität, Prozesslandschaft und vorhandener Systemumgebung orientieren, nicht an einzelnen Produktnamen.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
CPQ wird gelegentlich mit der reinen Variantenfertigung oder einem Produktkonfigurator gleichgesetzt. Ein Konfigurator deckt jedoch nur den ersten Schritt ab; CPQ ergänzt Preisfindung und Angebotserstellung als durchgängigen kaufmännischen Prozess. Ebenso ist CPQ kein Ersatz für ein CRM oder ein ERP, sondern ein spezialisierter Baustein, der zwischen Kundenkontakt und Auftragsabwicklung vermittelt und auf den Stammdaten beider Systeme aufsetzt.
Die genaue Umsetzung dieses Begriffs variiert je nach ERP-System und Branche -- entsprechend sollte die konkrete Ausprägung mit dem jeweiligen Anbieter abgestimmt werden.
Die genaue Umsetzung dieses Begriffs variiert je nach ERP-System und Branche -- entsprechend sollte die konkrete Ausprägung mit dem jeweiligen Anbieter abgestimmt werden. Praxis-Relevanz und Implementierungs-Aufwand hängen stark von der bestehenden System-Landschaft und den abzubildenden Geschäftsprozessen ab.
Brauche ich CPQ und ERP-Konfigurator parallel?
Häufig ja: CPQ vor dem ERP für die Vertriebs-UI, ERP-Konfigurator dahinter für Stückliste und Arbeitsplan.
In der Praxis variiert die genaue Ausgestaltung je nach Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups.
Eine fundierte Antwort erfordert immer den Blick auf die individuellen Geschäftsprozesse und die strategische IT-Roadmap des Unternehmens.
Was kostet CPQ?
Cloud-CPQ ab 100 EUR pro User pro Monat, Enterprise-CPQ 100.000–500.000 EUR Implementierung.
Lizenzgebühren machen typisch nur 25-35 % der Gesamtprojektkosten aus, die restlichen 65-75 % entstehen für Implementation, Customizing, Schulung und Datenmigration.
Cloud-Modelle reduzieren die initialen Investitionen, verschieben Kosten aber dauerhaft in die laufenden Betriebsausgaben.