MRP (Material Requirements Planning, Materialbedarfsplanung) und ERP (Enterprise Resource Planning) werden oft verwechselt. Kurz gesagt: MRP plant ausschließlich Material und Produktion, ERP integriert dagegen alle Unternehmens-Bereiche von Einkauf über Finanzen bis Vertrieb. Historisch ist MRP der direkte Vorläufer des ERP — und steckt heute als Kern-Modul in jedem ERP-System.
MRP vs. ERP — Überblick und Praxis · Quelle: erp-software.org Redaktion
Was ist MRP?
MRP beantwortet eine einzige, zentrale Frage: Welches Material wird wann und in welcher Menge benötigt? Aus Primärbedarf (Kundenaufträge, Absatzplan), Stücklisten und Lagerbeständen berechnet MRP automatisch Bestell- und Fertigungsvorschläge.
Bedarfsauflösung: Stücklisten-Explosion vom Endprodukt bis zur Schraube
Netto-Bedarfsrechnung: Bruttobedarf minus verfügbarer Bestand und offene Bestellungen
Terminierung: Rückwärts vom Liefertermin über Durchlaufzeiten
Die Erweiterung MRP II ergänzte Anfang der 1980er zusätzlich die Kapazitäts- und Ressourcenplanung.
Was ist ERP?
ERP ist die Weiterentwicklung von MRP II zur unternehmensweiten Komplett-Lösung. Es integriert die Material- und Produktionsplanung mit Finanzbuchhaltung, Controlling, Personalwesen, Vertrieb, Einkauf und CRM in einer einheitlichen Datenbasis — dem Single Source of Truth.
Während MRP eine Funktion ist, ist ERP eine Architektur: alle Abteilungen arbeiten auf denselben Stammdaten, Buchungen wirken sich abteilungsübergreifend aus (eine Wareneingangs-Buchung erhöht den Bestand und bucht die Verbindlichkeit).
MRP plant ausschließlich Material- und Produktionsbedarfe. ERP integriert diese Planung mit Finanzen, Controlling, Personal, Vertrieb und Einkauf in einer einheitlichen Datenbasis. MRP ist heute ein Modul innerhalb des ERP.
Ist MRP ein Teil von ERP?
Ja. Die Materialbedarfsplanung (MRP) und die Kapazitätsplanung (MRP II) sind als Kern-Module in praktisch jedem ERP-System enthalten. ERP ist die unternehmensweite Weiterentwicklung von MRP II.
Was war zuerst da, MRP oder ERP?
MRP war zuerst da. Es entstand in den 1960er-Jahren, wurde in den 1980ern zu MRP II erweitert (plus Kapazitätsplanung) und ab den 1990ern zu ERP ausgebaut, das alle Unternehmens-Bereiche integriert.
Braucht ein kleiner Fertiger ERP oder reicht MRP?
Wenn nur die Produktionsplanung digitalisiert werden soll und Buchhaltung/Vertrieb separat gut laufen, kann ein MRP-Tool genügen. Sobald Doppelerfassung zwischen Abteilungen Zeit kostet, lohnt sich ein integriertes ERP.
Was bedeutet MRP II?
MRP II (Manufacturing Resource Planning) erweitert das klassische MRP um Kapazitäts-, Ressourcen- und teilweise Finanzplanung. Es ist die Brücke zwischen der reinen Materialbedarfsplanung und dem heutigen ERP.