Konsignationslager – Bestand beim Kunden, Eigentum beim Lieferanten
Ein Konsignationslager ist eine Lagerform, bei der die Ware physisch beim Kunden oder einem Drittlogistiker liegt, das Eigentum aber beim Lieferanten verbleibt. Der Eigentumsübergang erfolgt erst zum Zeitpunkt der Entnahme. Eng verwandt: Vendor Managed Inventory (VMI).
Buchungslogik im ERP
Ein gutes ERP führt Konsignationsbestand als separaten Lagerbereich mit folgender Logik: Bei Auslieferung an den Kunden erfolgt KEIN Erlös. Der Bestand wechselt nur den Lagerort (vom Lieferanten-Lager auf Konsi-Lager beim Kunden). Erst bei Entnahme/Verbrauch wird die Rechnung erstellt — meist sammelweise einmal pro Monat.
Vorteile für Lieferant und Kunde
- Kunde: Verfügbarkeit ohne Bindung von Working Capital
- Lieferant: Kundennähe, höhere Switching-Costs, oft höhere Marge
- Operativ: kürzere Lieferzeiten, weniger Notbestellungen
- Forecasting: Lieferant sieht Verbrauch in Echtzeit, kann besser planen
Steuerliche und rechtliche Aspekte
Steuerlich: Eigentum bleibt beim Lieferanten — entsprechende Bilanzierung. Bei innergemeinschaftlichen Konsignationen gilt seit 2020 die Quick-Fix-Regelung: vereinfachte UStVA, sofern bestimmte Voraussetzungen (Vertrag, Aufzeichnungen, 12-Monats-Frist) erfüllt sind. Rechtlich: Vertrag mit klaren Eigentumsklauseln, Schwund-Regelung, Rückgaberecht.
Häufige Fragen
- Welche ERPs unterstützen Konsignationslager?
Praktisch alle Mid-Market und Enterprise-ERPs (SAP, MS BC, NetSuite, Oracle JD Edwards, abas, proAlpha) — meist als Standardmodul.
- Lohnt VMI für mittelständische Lieferanten?
Ja, bei A-/B-Kunden mit kontinuierlichem Bedarf. Reduziert Notbestellungen und stärkt die Geschäftsbeziehung.
