ERP für Tischlerei und Schreinerei – Software für Möbel-Handwerk

Eine moderne Tischlerei oder Schreinerei ist ein hybrider Betrieb aus Handwerk und Fertigung: Auftragsbezogene Fertigung, oft Variantenkonfiguration, häufig CNC-Maschinen-Anbindung und immer ein hoher Anteil an Subunternehmer-Leistung (Beschläge, Lacke, Glas). Ein ERP für Tischlerei und Schreinerei muss CAD/CNC, Stückliste, Aufmaß und Lohn integrieren – ohne dass jede Materialposition zweimal eingegeben werden muss.

Variantenkonfiguration und Stücklisten-Logik

Möbel-Aufträge sind selten Standard. Ein Esstisch in Eiche, Länge 240 cm, Breite 100 cm, mit Mittelfuß und Schubladenauszug – das ist eine konfigurierbare Variante mit dynamischer Stückliste. Ein gutes Schreiner-ERP führt einen Variantenkonfigurator mit Regeln (z.B. Schubladen nur bei Mindestbreite 80 cm), generiert die Stückliste automatisch und übergibt sie an die CAD/CAM-Schnittstelle der Maschine.

Branchen-Spezialisten wie SmartWOP, WoodWOP, ardis-creazione, TopCAD, imos, Compass Software oder StoreOpt bringen diese Logik mit. Generalisten wie Microsoft Dynamics 365 BC brauchen einen Branchenpartner mit Möbel-Add-on.

CNC-Anbindung und Maschinen-Integration

Wer in der Schreinerei eine HOMAG, BIESSE oder FELDER-CNC betreibt, braucht eine direkte Datenübergabe aus der Stückliste an die Maschinensteuerung. Manuelle Übertragung ist zu fehleranfällig. Moderne Möbel-ERPs liefern Schnittstellen für die wichtigsten Maschinensteuerungen: woodWOP (HOMAG), bSolid (BIESSE), Format4 (FELDER) und exportieren MPR/MPRX/DXF/STEP.

Praktische Pflicht-Funktionen:

  • Maschinen-Auslastungs-Reporting für die Werkstatt-Planung
  • Optimierungs-Algorithmen für Plattenzuschnitt
  • Beschlag-Konfiguration mit Lieferanten-Katalog (Häfele, Hettich, Blum)
  • Lieferantenbestellung direkt aus dem Auftrag

Auftragsbezogene Kalkulation und Mischlohn

Schreinerei-Aufträge kalkulieren sich aus drei Komponenten: Material (Holz, Beschläge, Lacke), Lohn (Werkstatt-Stunden, Montage-Stunden, Aufmaß-Stunden) und Subleistungen (Glas, Lack-Lohnarbeiten). Ein gutes Schreiner-ERP kalkuliert auftragsbezogen mit Mischlohn: Werkstatt-Stunden zu einem anderen Verrechnungssatz als Montage-Stunden, mit unterschiedlichen Zuschlägen für Wochenend-/Feiertagsarbeit. Lohn-Rückmeldungen kommen über mobile Erfassung (Tablet im Werkstatt-Wagen, Handy bei Montage).

Auswahlkriterien für Schreinereien

  • Variantenkonfigurator mit Regeln
  • CNC-Anbindung zu HOMAG / BIESSE / FELDER
  • Plattenoptimierung für Zuschnitt
  • Lieferantenkataloge (Häfele, Hettich, Blum, Würth)
  • Aufmaß-App mit CAD-Anbindung
  • Mischlohn-Kalkulation
  • Mobile Werkstatt-Rückmeldung
  • VOB-Abrechnung für Möbel-im-Bau-Aufträge
  • DATEV-Schnittstelle mit Schreiner-Lohnarten
  • Stundenlohn-Schein nach Auftrag

Bekannte Schreinerei-ERP-Anbieter

imos / imos iX – Möbel-Spezialist mit tiefer CAD-Integration. Compass Software – mit ERP-Integration und 3D-Konfigurator. SmartWOP – Cloud-basierter Konfigurator mit ERP-Anbindung. Magix Schreinersoftware – DACH-Mittelstand-Klassiker. handwerk-eb / hwd Möbel – Speziallösungen. Sage 100 mit Handwerk-Erweiterung. abas ERP mit Variantenfertigungs-Modul (für größere Schreinereien mit Industrie-Charakter).

Häufige Fragen

Brauche ich einen Variantenkonfigurator?

Ab einem moderaten Maßmöbel-Anteil ja, sonst entstehen Stammdaten-Probleme.

Welche Schreinerei-ERPs sind cloud-fähig?

imos iX Cloud, SmartWOP Cloud, Compass Software (hybrid).

Lohnt sich CNC-Anbindung?

Ab 2 CNC-Maschinen klar ja. Manuelle Programmierung kostet 10-30 Minuten pro Auftrag.

Verwandte Themen

← Zurück zur Startseite