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Häufig gestellte Fragen

Welche Branchen-ERPs sind im SHK-Handwerk führend?

Zu den etablierten SHK-Branchenlösungen zählen Streit (früher Streit V.1), Label Software (KWP), Sander & Doll, pds und Hottgenroth, ergänzt um cloud-basierte Anbieter wie HERO oder ToolTime. Im Mittelstand kommen außerdem Generalisten wie Sage 100 und Microsoft Dynamics 365 Business Central mit Handwerks-Branchenpaketen zum Einsatz. Branchen-spezifische Systeme reduzieren den Customizing-Aufwand und bilden SHK-Abläufe wie Aufmaß, Wartungsverträge und Großhandels-Kataloge meist out-of-the-box ab, sind dafür aber stärker an einen Anbieter gebunden. Die Auswahl sollte sich an der eigenen Betriebsgröße und am Anteil von Neubau-, Service- und Notdienst-Geschäft orientieren.

Welche Schnittstellen sind im SHK-ERP wichtig?

Zentral ist die Anbindung an den SHK-Großhandel über DATANORM für Preis- und Artikel-Stammdaten sowie IDS-Connect für die Live-Abfrage von Preisen und Verfügbarkeit direkt aus dem Auftrag heraus. Neuere Standards wie Open Masterdata ergänzen diese um On-Demand-Stammdaten, während SHK-Connect als branchenweiter Verzeichnisdienst die Adressen und Anbindungen der Marktpartner abbildet. Hinzu kommen die DATEV-Schnittstelle für die Buchhaltung, ZUGFeRD für E-Rechnungen sowie Förder- und Energieausweis-APIs. Große Großhändler wie Cordes & Gräfe beziehungsweise die GC-Gruppe oder Richter+Frenzel unterstützen IDS-Connect, sodass der Bestell-Workflow ohne manuelles Abtippen oder Fax läuft.

Was kostet ein SHK-ERP?

Cloud-Lösungen für kleinere SHK-Betriebe starten häufig bei rund 50 bis 100 EUR pro Nutzer und Monat im Abo, ohne große Anfangsinvestition. Bei mittelständischen On-Premise- oder Hybrid-Projekten sind je Anwender 2.500 bis 6.000 EUR Implementierungsaufwand realistisch, sodass ein Rollout mit etwa 20 Anwendern schnell im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegt. Bei klassischen Lizenzmodellen kommen jährliche Wartungs- und Update-Gebühren von typisch 18 bis 22 Prozent der Lizenzsumme hinzu. Zusatzkosten entstehen oft für Datenmigration, Schnittstellen zum Großhandel und für Module wie REB/GAEB-Aufmaß, dessen Lizenz separat einige hundert bis wenige tausend Euro pro Jahr kosten kann.

Wie unterstützt ein SHK-ERP die GEG-Pflichten und den hydraulischen Abgleich?

Seit dem 1. Oktober 2024 schreibt § 60c GEG den hydraulischen Abgleich bei neu eingebauten wassergeführten Heizungen in Gebäuden mit mindestens sechs Wohn- oder Nutzungseinheiten vor – das gilt ausdrücklich für alle Wärmeerzeuger, also auch für Wärmepumpen und nicht nur für Gas- oder Ölheizungen. Maßgeblich ist dabei das aufwendigere Verfahren B mit raumweiser Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, das auch Voraussetzung für die KfW-Heizungsförderung ist. Ein passendes ERP hilft, die zugehörigen Protokolle, Berechnungen und Nachweise revisionssicher in der Anlagenakte zu hinterlegen und mit dem jeweiligen Auftrag zu verknüpfen. Zusätzlich relevant sind die Heizungsprüfungen nach § 60b GEG, die für ältere Bestandsanlagen in größeren Gebäuden mit gestaffelten Fristen vorgeschrieben sind.

Kann ein SHK-ERP bei BEG- und KfW-Förderanträgen helfen?

Wärmepumpen werden 2026 über die KfW-Heizungsförderung (Produkt 458) als Zuschuss gefördert, mit förderfähigen Investitionskosten bis 30.000 EUR je Wohneinheit und Fördersätzen von 30 bis maximal 70 Prozent je nach kombinierbaren Boni wie Klimageschwindigkeits-, Einkommens- und Effizienzbonus. Der Antrag setzt voraus, dass vorab ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Förderbedingung geschlossen wurde, und das Vorhaben muss innerhalb von 36 Monaten nach Zusage umgesetzt sein. Ein ERP unterstützt hier vor allem, indem es Angebote, Verträge, Rechnungen und technische Nachweise sauber dokumentiert und die für den Förderfluss nötigen Belege strukturiert bereithält. Die eigentliche Antragstellung erfolgt über das KfW-Portal; die rechtssichere Prüfung im Einzelfall bleibt Aufgabe von Fachbetrieb und Energieberatung.

Cloud oder On-Premise – und wie wichtig ist die mobile Monteur-App im SHK?

SHK-Handwerkersoftware gibt es sowohl als Cloud-/SaaS-Modell als auch als On-Premise-Installation; Cloud-Varianten punkten mit schnellem Start ohne eigene Server und ortsunabhängigem Zugriff, während On-Premise mehr Kontrolle über Daten und Anpassungen bietet. Entscheidend für die Praxis ist eine leistungsfähige mobile App, mit der Monteure vor Ort Aufträge einsehen, Material aus dem Servicewagen scannen, Fotos dokumentieren und Leistungen per digitaler Unterschrift bestätigen können. Da SHK-Einsätze oft in Kellern und Heizungsräumen stattfinden, sollte die App offline-fähig sein und Daten später synchronisieren. Ebenso wichtig ist eine Wartungsvertrags-Logik mit automatischer Termin- und Tour-Disposition, damit wiederkehrende Wartungen samt GEG-konformer Nachweise zuverlässig geplant werden.