ERP für SHK-Handwerk – Software für Sanitär, Heizung, Klima
Im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) entscheidet das ERP über Auftragsdurchsatz, Material-Verfügbarkeit und Servicequalität. Anders als reine Bürobetriebe arbeiten SHK-Handwerker an wechselnden Baustellen, mit komplexer Materialpalette (von der Schraube bis zur Wärmepumpe) und immer enger getakteten Servicemodellen. Ein ERP für SHK-Handwerk muss daher mobile Außendienst-Apps, Materialwirtschaft, Aufmaß-Logik und VOB-konforme Abrechnung sauber zusammenführen.
Anforderungen aus dem SHK-Alltag
Ein typischer SHK-Betrieb hat drei Geschäftsmodelle parallel: Neubau-/Umbau-Aufträge mit VOB- oder HOAI-Abrechnung, Servicewartungs-Verträge mit wiederkehrender Abrechnung und Notdienst- und Reparatur-Aufträge mit kurzfristiger Disposition. Das ERP muss diese drei Modelle parallel abbilden – inklusive unterschiedlicher Preislogiken, Materialverfügbarkeit und Mitarbeiter-Disposition.
Pflichtfunktionen im SHK-ERP
Mobile Servicetechniker-App mit Offline-Fähigkeit – auch in Kellerräumen und Heizungskellern muss sie funktionieren
Ein SHK-Betrieb mit 18 Monteuren in Süddeutschland nutzt seit 2024 eine Cloud-ERP mit Field-Service-Modul. Über die mobile App kalkulieren Monteure vor Ort Wartungspauschalen, fotografieren Schadensfälle und scannen Ersatzteile aus dem Servicewagen. Die EDI-Anbindung an drei Großhändler (Pfeiffer & May, GC, Sanitär-Heinze) ersetzt den händischen Bestell-Workflow per Fax. Heizungs-Wartungsverträge mit Kundenbestand von ca. 1.400 Anlagen werden über automatisierte Termin-Disposition abgewickelt; Heizungsgesetz-konforme Wartungs-Nachweise generiert das System aus der Anlagenakte.
Auswahl-Hinweise für SHK-Handwerk
IDS-Connect/Datanorm: Live-Kalkulation aus Großhändler-Katalogen direkt im Auftrag.
Anlagenakte: Pro Heizung/Sanitäranlage Historie aller Wartungen, Ersatzteile, Servicemonteure.
Streit V.1, Label Software (KWP), Sander & Doll und pds sind führende Branchenlösungen. Im Mittelstand werden auch Sage 100 und Microsoft Dynamics 365 BC mit Branchenpaketen genutzt.
Branchen-spezifische ERPs sparen Customizing-Aufwand und sichern langfristige Update-Fähigkeit, sind aber pro Lizenz oft 10-20 % teurer als generische Lösungen.
Welche Schnittstellen sind im SHK Pflicht?
IDS-Importformat zum SHK-Großhandel, DATEV, Energieausweis-/Förderantrag-APIs sowie zunehmend BIM-Schnittstellen.
Standard-Schnittstellen-Standards wie REST-API, EDIFACT, OData und ZUGFeRD sollten direkt unterstützt sein, um teure Custom-Schnittstellen zu vermeiden.
iPaaS-Plattformen (Mulesoft, Boomi, Workato) ermöglichen eine flexiblere Schnittstellen-Strategie als Punkt-zu-Punkt-Integrationen.
Was kostet ein SHK-ERP?
Mittelstand: 2.500–6.000 EUR pro User Implementierung, Cloud-Subscriptions ab 60 EUR pro Monat. Bei 20 Anwendern realistisch 80.000–200.000 EUR Erstinvest.
Hinzu kommen jährliche Wartungs- und Update-Gebühren von typisch 18-22 % der Lizenzsumme bei On-Premise-Modellen.