ERP für SHK-Handwerk – Software für Sanitär, Heizung, Klima

Im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) entscheidet das ERP über Auftragsdurchsatz, Material-Verfügbarkeit und Servicequalität. Anders als reine Bürobetriebe arbeiten SHK-Handwerker an wechselnden Baustellen, mit komplexer Materialpalette (von der Schraube bis zur Wärmepumpe) und immer enger getakteten Servicemodellen. Ein ERP für SHK-Handwerk muss daher mobile Außendienst-Apps, Materialwirtschaft, Aufmaß-Logik und VOB-konforme Abrechnung sauber zusammenführen.

Anforderungen aus dem SHK-Alltag

Ein typischer SHK-Betrieb hat drei Geschäftsmodelle parallel: Neubau-/Umbau-Aufträge mit VOB- oder HOAI-Abrechnung, Servicewartungs-Verträge mit wiederkehrender Abrechnung und Notdienst- und Reparatur-Aufträge mit kurzfristiger Disposition. Das ERP muss diese drei Modelle parallel abbilden – inklusive unterschiedlicher Preislogiken, Materialverfügbarkeit und Mitarbeiter-Disposition.

Pflichtfunktionen im SHK-ERP

  • Mobile Servicetechniker-App mit Offline-Fähigkeit – auch in Kellerräumen und Heizungskellern muss sie funktionieren
  • Materialwirtschaft mit Lager im Fahrzeug, Werkstatt und Zentral-Lager
  • Aufmaß und Nachkalkulation direkt am Ort des Geschehens
  • VOB-/HOAI-Abrechnung mit Abschlags- und Schluss-Rechnungen
  • Wartungsverträge mit automatischer Tour- und Termin-Disposition
  • DATEV-Schnittstelle für klassische SHK-Buchhaltung
  • Lieferantenkataloge (Otto, GIENGER, Pfeiffer-May, Cordes & Graefe) als IDS-Format
  • BIM-Integration bei Großprojekten

Bekannte SHK-ERP-Anbieter

Im SHK-Handwerk haben sich folgende Lösungen etabliert:

  • Streit V.1 – Branchenstandard im SHK-, Elektro- und Bau-Handwerk
  • Label Software (KWP) – mit klarem SHK-Branchenfokus
  • Sander & Doll – etabliert bei mittelständischen SHK-Betrieben
  • pds – modulare Handwerkersoftware
  • Hottgenroth – mit Energieberatung-Modul
  • Sage 100 – als Generalist mit Handwerk-Erweiterung
  • Microsoft Dynamics 365 Business Central – wachsend mit Cloud-Strategie

Auswahlkriterien für SHK-Betriebe

  • Mobile-First-Tauglichkeit: Gerätekompatibilität, Offline-Modus, Foto-Aufnahme
  • Branchenkataloge: IDS-Format-Import von SHK-Großhandel
  • VOB- und HOAI-Konformität
  • Wartungsvertrags-Logik mit recurring Billing
  • Tour- und Termin-Disposition (idealerweise mit Routenoptimierung)
  • Energieausweise und Förderanträge (BEG, KfW)
  • DATEV-Schnittstelle

Energiewende und Wärmepumpen-Boom

Mit dem Heizungsgesetz (GEG) und dem starken Wärmepumpen-Wachstum hat sich der SHK-Markt strukturell verändert. ERP-Anwender müssen heute zusätzlich:

  • Energie- und CO₂-Beratung dokumentieren
  • Förderanträge BEG/KfW-konform abwickeln
  • Hydraulischer Abgleich nach §60c GEG dokumentieren
  • Wärmepumpen-Inbetriebnahme-Protokolle führen
  • Solar-/PV- und Speicher-Anlagen mit-disponieren (Sektorkopplung)

Wer mit einem zehn Jahre alten ERP arbeitet, hat hier strukturelle Nachteile. Mehr zur ERP-Auswahl unter ERP-Auswahl in 7 Schritten.

Häufige Fragen

Welche Branchen-ERPs sind im SHK führend?

Streit V.1, Label Software (KWP), Sander & Doll und pds sind führende Branchenlösungen. Im Mittelstand werden auch Sage 100 und Microsoft Dynamics 365 BC mit Branchenpaketen genutzt.

Welche Schnittstellen sind im SHK Pflicht?

IDS-Importformat zum SHK-Großhandel, DATEV, Energieausweis-/Förderantrag-APIs sowie zunehmend BIM-Schnittstellen.

Was kostet ein SHK-ERP?

Mittelstand: 2.500–6.000 EUR pro User Implementierung, Cloud-Subscriptions ab 60 EUR pro Monat. Bei 20 Anwendern realistisch 80.000–200.000 EUR Erstinvest.

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