ERP für Elektro-Handwerk – Software für Elektrobetriebe
Das Elektro-Handwerk hat sich in den letzten Jahren strukturell verändert: Photovoltaik-Anlagen, Wallboxen, Speicher, Wärmepumpen-Steuerung und Smart-Home-Integration verschieben das Geschäft in technisch komplexere und kapitalintensivere Aufträge. Ein ERP für Elektrobetriebe muss daher heute mehr leisten als klassische Auftragsabwicklung.
Aktuelle Anforderungen im Elektro-Handwerk
Klassische Elektroinstallation, Verteilerbau, Mess- und Prüfdienstleistungen werden 2026 ergänzt durch energienahe Geschäftsfelder: PV mit Speicher, E-Mobility mit Wallbox-Installation, Smart Building und Sektorkopplung. Das ERP muss diese Geschäftsmodelle gleichzeitig bedienen, mit unterschiedlichen Förder-, Genehmigungs- und Abrechnungslogiken.
Pflichtfunktionen im Elektro-ERP
ETIM-Klassifikation für Elektromaterial-Stammdaten
Mobile Service-App mit Offline-Modus und Foto-Doku
Mit dem PV- und Wallbox-Wachstum brauchen Elektrobetriebe spezielle ERP-Funktionen: Anmeldung im Marktstammdatenregister, Genehmigungen beim Netzbetreiber, KfW-/BAFA-Förderanträge, Inbetriebnahme-Protokolle, Hersteller-Garantie-Registrierung und nicht zuletzt eine saubere Aufmaß- und Wärmebild-Doku. Wer das händisch verwaltet, kommt nicht hinterher.
Praxis-Beispiel: Elektrobetrieb mit Photovoltaik-Sparte
Ein Elektrobetrieb mit 22 MA in Niedersachsen entwickelte sich seit 2022 vom klassischen Installationsbetrieb zum vollintegrierten Energiekonzern mit PV-, Wallbox- und Speicher-Sparte. Die ERP-Plattform deckt drei Leistungsarten parallel ab: Stunden-/Material-Abrechnung im Tagesgeschäft, Pauschalprojekte für PV-Anlagen mit MaStR-Anmeldung, Wartungsverträge mit Wiederkehr-Logik. Über IDS-Connect zu drei Großhändlern (Sonepar, Rexel, Würth Elektrogroßhandel) entfällt das Pflegen redundanter Artikelstämme; Fördermittel-Tracking (KfW, BAFA) ist in der Projektakte abgebildet, inkl. Vorlagen für Kundenanträge.
Auswahl-Hinweise für Elektro-Handwerk
IDS-Connect mit Live-Kalkulation: Bestände, Preise, Lieferzeiten direkt aus dem GH-Katalog.
VDE-Prüfprotokolle: DGUV V3-Prüfungen (Geräte, Anlagen) im Anlagen-Stammdaten-Modell.
Welche Branchen-ERPs sind im Elektro-Handwerk führend?
Streit V.1, pds, Label Software und Sander & Doll sind verbreitet. Im Mittelstand werden auch generalistische Lösungen wie Sage 100 mit Branchenmodulen genutzt.
Branchen-spezifische ERPs sparen Customizing-Aufwand und sichern langfristige Update-Fähigkeit, sind aber pro Lizenz oft 10-20 % teurer als generische Lösungen.
Was kostet ein Elektro-ERP?
Mittelstand: 2.500–6.000 EUR pro User Implementierung, Cloud-Subscriptions ab 60 EUR pro Monat. Förder- und PV-Module oft als Add-on mit zusätzlichen Kosten.
Hinzu kommen jährliche Wartungs- und Update-Gebühren von typisch 18-22 % der Lizenzsumme bei On-Premise-Modellen.
Wie wichtig ist ETIM?
Pflicht. ETIM ist der De-facto-Standard für Elektromaterial-Stammdaten in Deutschland. Mehr im Beitrag ERP für technischen Großhandel.
Konkrete Anforderungen hängen stark von Unternehmensgröße, Sortimentstiefe und der gewachsenen IT-Landschaft ab.