ERP für Elektro-Handwerk – Software für Elektrobetriebe
Das Elektro-Handwerk hat sich in den letzten Jahren strukturell verändert: Photovoltaik-Anlagen, Wallboxen, Speicher, Wärmepumpen-Steuerung und Smart-Home-Integration verschieben das Geschäft in technisch komplexere und kapitalintensivere Aufträge. Ein ERP für Elektrobetriebe muss daher heute mehr leisten als klassische Auftragsabwicklung.
Aktuelle Anforderungen im Elektro-Handwerk
Klassische Elektroinstallation, Verteilerbau, Mess- und Prüfdienstleistungen werden 2026 ergänzt durch energienahe Geschäftsfelder: PV mit Speicher, E-Mobility mit Wallbox-Installation, Smart Building und Sektorkopplung. Das ERP muss diese Geschäftsmodelle gleichzeitig bedienen, mit unterschiedlichen Förder-, Genehmigungs- und Abrechnungslogiken.
Pflichtfunktionen im Elektro-ERP
- ETIM-Klassifikation für Elektromaterial-Stammdaten
- Mobile Service-App mit Offline-Modus und Foto-Doku
- Aufmaß und VDE-Prüfprotokolle direkt vor Ort
- Materialwirtschaft mit Fahrzeug-, Werkstatt- und Zentrallager
- VOB-/HOAI-Abrechnung mit Abschlags- und Schlussrechnung
- Förderantrag-Workflows (KfW, BEG, BAFA)
- PV-Anlagenanmeldung mit Marktstammdatenregister
- Wallbox-Anmeldung beim Netzbetreiber
Bekannte Elektro-ERP-Anbieter
Im Elektro-Handwerk verbreitet sind:
- Streit V.1 – branchenneutral mit starker Elektro-Modul-Tiefe
- pds – mit elektrospezifischem Modul
- Label Software – früher KWP, mit Elektro-Branchenfokus
- Sander & Doll – etabliert bei mittelständischen Elektrobetrieben
- WinWorker – bewährter Klassiker
- Sage 100 – als Generalist
PV-Boom und Wallbox-Welle
Mit dem PV- und Wallbox-Wachstum brauchen Elektrobetriebe spezielle ERP-Funktionen: Anmeldung im Marktstammdatenregister, Genehmigungen beim Netzbetreiber, KfW-/BAFA-Förderanträge, Inbetriebnahme-Protokolle, Hersteller-Garantie-Registrierung und nicht zuletzt eine saubere Aufmaß- und Wärmebild-Doku. Wer das händisch verwaltet, kommt nicht hinterher.
Auswahlkriterien für Elektrobetriebe
- ETIM-Stammdaten-Import aus Elektrogroßhandel
- Mobile App mit Foto-Doku und Offline-Modus
- VDE-Prüfprotokoll-Vorlagen
- Förderantrag-Workflows
- Wartungsverträge mit automatischer Tour-Planung
- DATEV-Schnittstelle
- BIM-Integration bei Großprojekten
Häufige Fragen
- Welche Branchen-ERPs sind im Elektro-Handwerk führend?
Streit V.1, pds, Label Software und Sander & Doll sind verbreitet. Im Mittelstand werden auch generalistische Lösungen wie Sage 100 mit Branchenmodulen genutzt.
- Was kostet ein Elektro-ERP?
Mittelstand: 2.500–6.000 EUR pro User Implementierung, Cloud-Subscriptions ab 60 EUR pro Monat. Förder- und PV-Module oft als Add-on mit zusätzlichen Kosten.
- Wie wichtig ist ETIM?
Pflicht. ETIM ist der De-facto-Standard für Elektromaterial-Stammdaten in Deutschland. Mehr im Beitrag ERP für technischen Großhandel.
