Die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive, EU 2022/2464) verpflichtet seit 2024 zehntausende Unternehmen in der EU zu detaillierten Nachhaltigkeitsberichten. Anwendung in mehreren Wellen: Pflichtverbindlich für Konzerne 2024, für große Mittelständler 2025, für börsennotierte KMU 2026/2027.
Anwendungsbereich
Konzerne mit über 500 Mitarbeitern, 50 Mio EUR Umsatz oder 25 Mio EUR Bilanzsumme
Große KMU: 250+ Mitarbeiter, 50+ Mio EUR Umsatz oder 25+ Mio EUR Bilanz
Börsennotierte KMU ab 2026/2027
Drittstaaten-Unternehmen mit über 150 Mio EUR EU-Umsatz ab 2028
Pflichten unter CSRD
Berichterstattung nach ESRS (European Sustainability Reporting Standards)
Doppelte Wesentlichkeit (Inside-Out und Outside-In)
Externe Prüfung durch Wirtschaftsprüfer
Digitales Format (XBRL-Tagging)
Integration in den Lagebericht
ERP-Implikationen
Die meisten ERP-Systeme erweitern ihre Funktionen um ESG-/Sustainability-Module. Typische Funktionen:
Seit 2025 sind Mittelständler mit über 250 Mitarbeitenden, 50 Mio. € Umsatz oder 25 Mio. € Bilanzsumme zur CSRD-Berichterstattung verpflichtet. Konkret: jährlicher Nachhaltigkeitsbericht nach den ESRS-Standards (European Sustainability Reporting Standards), der CO₂-Bilanz, Energie-Verbrauch, Wasser-Nutzung, Diversitäts-Kennzahlen, Lieferketten-Transparenz und Governance-Themen abdeckt. ERP-Anforderungen: pro Auftrag, pro Produkt, pro Lieferung CO₂-Werte erfassen können — das setzt strukturierte Stammdaten und Energie-Tracking voraus. Spezial-Tools: Sphera, Plan A, Klimacaffee, Microsoft Sustainability Manager. Im ERP-Standard meist nicht abbildbar, externe Plattformen werden integriert.
Häufige Fragen zur CSRD
Wer muss CSRD-Berichten? Stufenweise: Große kapitalmarktorientierte Unternehmen ab 2024, große nicht-börsennotierte ab 2025, börsennotierte KMU ab 2026, große Drittstaaten-Unternehmen ab 2028. Schwellen: 250+ MA, 50+ Mio. Umsatz oder 25+ Mio. Bilanzsumme. Was ist Doppelte Wesentlichkeit? CSRD verlangt sowohl die Bewertung der Auswirkungen des Unternehmens auf Umwelt/Soziales (Outside-In) als auch der Auswirkungen von Nachhaltigkeit auf das Unternehmen (Inside-Out). Welche Daten muss das ERP liefern? Energie-/Wasser-Verbrauch pro Standort, Material-Einsatz pro Produkt, Mitarbeiter-Diversitäts-Kennzahlen, Lieferketten-Transparenz, Reisen-Daten der Mitarbeiter. Vieles muss erst neu erfasst werden — typisch erweiterte Stammdaten in ERP plus angeschlossene Spezialtools.
Große Unternehmen mit 250+ Mitarbeitern und 50+ Mio EUR Umsatz oder 25+ Mio EUR Bilanzsumme.
Lizenzgebühren machen typisch nur 25-35 % der Gesamtprojektkosten aus, die restlichen 65-75 % entstehen für Implementation, Customizing, Schulung und Datenmigration.
Cloud-Modelle reduzieren die initialen Investitionen, verschieben Kosten aber dauerhaft in die laufenden Betriebsausgaben.
Brauche ich ein eigenes Sustainability-Tool?
Bei kleineren Berichtspflichten reichen ERP-Module. Bei umfassendem ESG-Reporting lohnen sich dedizierte Tools wie Sphera, EcoVadis, Plan A oder atrify.
Standard-Schnittstellen-Standards wie REST-API, EDIFACT, OData und ZUGFeRD sollten direkt unterstützt sein, um teure Custom-Schnittstellen zu vermeiden.