GDP – Good Distribution Practice

GDP (Good Distribution Practice) ist die EU-Leitlinie für die Gute Vertriebspraxis von Humanarzneimitteln (2013/C 343/01). Sie verpflichtet Pharma-Großhändler zu lückenloser Temperatur-Überwachung, Audit-Trail, dokumentierter Validierung und Qualifizierung des gesamten Distributions-Prozesses. Unter GDP fallen Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Auslieferung und Rückführungen.

Kernanforderungen GDP

  • Temperaturüberwachung im Lager und während Transport (lückenlos, dokumentiert)
  • Validierung aller IT-Systeme (CSV, GAMP-5)
  • Audit-Trail für jede regulierte Buchung
  • Qualifizierungs-Dokumente (IQ/OQ/PQ)
  • Schulungsnachweise für Mitarbeitende
  • Berechtigungs-Trennung Operativ vs Qualität
  • Reklamations- und Rückruf-Prozesse
  • Lieferantenauditierung

GDP im ERP-Kontext

Ein GDP-konformes ERP muss diese Anforderungen native abbilden — nachträgliche Custom-Lösungen sind im Audit teuer. Pharma-Spezialisten wie SAP S/4HANA Pharma, NovaTec Pharma, Greco-Software bringen GDP-Workflows im Standard. Generelle ERPs brauchen ein zertifiziertes Add-on und tiefe Validierung. Mehr im Glossar GxP-Validierung.

Bezug zu Securpharm und FMD

GDP ergänzt die EU-Fälschungsschutz-Richtlinie FMD (Falsified Medicines Directive). Während FMD/Securpharm den Code-Verifikations-Workflow steuert, regelt GDP die operative Distribution. Für Pharma-Großhändler in DACH sind beide Compliance-Dimensionen verpflichtend.

Häufige Fragen

Wer muss GDP einhalten?

Alle Großhändler von Humanarzneimitteln in der EU. Hersteller fallen unter GMP, Apotheken unter ApBetrO.

Was kostet GDP-Compliance?

Initial 50–200 TEUR (Validierung, IT-Anpassung, Schulung), plus jährliche Re-Validierung 10–30 TEUR.

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