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Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Großhandels-ERP?

Cloud-Lösungen werden meist pro Nutzer und Monat abgerechnet, wobei handelsorientierte Pakete deutlich über den Einstiegstarifen liegen – das ERP-Handel-Paket von weclapp nennt der Hersteller etwa bei rund 163 Euro pro Nutzer und Monat, während Microsoft Dynamics 365 Business Central seit der Preisanpassung Ende 2025 typischerweise im Bereich von etwa 80 bis 110 US-Dollar pro Nutzer und Monat liegt (Essentials rund 80, Premium rund 110). Xentral rechnet dagegen über Paketpreise mit unbegrenzten Nutzern ab, und Lösungen wie Sage 100 sind on-premises wie gehostet verfügbar, werden im deutschen Markt inzwischen aber überwiegend im Abo-Modell pro Nutzer und Monat lizenziert. Die Lizenz ist dabei selten der größte Posten, da Einführung, Datenmigration, Schulung und Anpassungen oft das Mehrfache der ersten Jahreslizenz ausmachen. Konkrete Werte hängen stark von Unternehmensgröße, Sortimentstiefe und der gewachsenen IT-Landschaft ab; eine detaillierte Aufschlüsselung bietet unser Ratgeber zu ERP-Kosten.

Welche Schnittstellen sind im Großhandel Pflicht?

Im Großhandel führt an EDI in der Regel kein Weg vorbei: Wer große Industrie- und Handelskunden beliefert, muss EDIFACT-Nachrichten wie ORDERS, ORDRSP, DESADV und INVOIC beherrschen, häufig ergänzt um SAP-IDoc sowie OCI- oder cXML-Punchout für die Beschaffungsportale der Kunden. Hinzu kommen Anbindungen an B2B-Shops, gegebenenfalls Marktplätze sowie die Buchhaltung über eine DATEV-Schnittstelle. Für die deutsche E-Rechnungspflicht sind außerdem die normkonformen Formate XRechnung und ZUGFeRD 2.x relevant, die dem europäischen Standard EN 16931 entsprechen. Viele Großhändler setzen für die technische Umsetzung auf EDI-Konverter oder iPaaS-Plattformen, da einzelne Großkunden EDI als Voraussetzung für die Lieferantenfreischaltung verlangen.

Wann lohnt sich SAP für den Großhandel?

SAP S/4HANA spielt seine Stärken typischerweise erst bei großen Großhandelskonzernen, mehreren hundert Anwendern oder stark internationalem Geschäft mit Mehrwährungs-Konsolidierung aus. Darunter sind etablierte Mittelstands-ERPs wie Sage 100, Sage X3, Dynamics 365 Business Central oder weclapp meist wirtschaftlicher und schneller einzuführen. Entscheidend ist weniger die reine Nutzerzahl als die Komplexität von Belegvolumen, Lagerstruktur und Internationalisierung. In der Praxis variiert die genaue Schwelle je nach Branchenanforderung, Customizing-Tiefe und vorhandener IT-Landschaft des konkreten Setups.

Wie lange dauert die Einführung eines Großhandels-ERP?

Mittelständische ERP-Projekte im Großhandel dauern typischerweise etwa 8 bis 16 Monate, während größere Multi-Site- oder Konzern-Vorhaben deutlich länger laufen können. Reine Cloud-Einführungen mit geringem Anpassungsbedarf liegen oft am unteren Ende oder darunter, on-premises-Projekte mit starkem Customizing eher am oberen. Als zeitkritischster Faktor gilt meist die Datenmigration: Das Übernehmen von 50.000 und mehr Artikelstämmen samt Chargen-, Serien- und MHD-Logik bindet häufig mehrere Monate. Eine strukturierte Vorgehensweise mit gewichteten Kriterien beschreibt unser Leitfaden ERP-Auswahl in 7 Schritten.

Was bedeutet die E-Rechnungspflicht für Großhändler?

Seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen im B2B-Geschäft strukturierte E-Rechnungen empfangen können, sodass auch Großhändler technisch und organisatorisch dafür gerüstet sein müssen. Für den Versand gelten gestaffelte Übergangsfristen: Papier- und PDF-Rechnungen (Letztere nur mit Zustimmung des Empfängers) sind grundsätzlich noch bis Ende 2026 zulässig, für Unternehmen mit bis zu 800.000 Euro Vorjahresumsatz sogar bis Ende 2027. Ab dem 1. Januar 2028 gilt die Versandpflicht für inländische B2B-Rechnungen weitgehend ausnahmslos. Zulässig sind insbesondere Formate nach dem europäischen Standard EN 16931, etwa XRechnung und ZUGFeRD 2.x, weshalb ein Großhandels-ERP diese E-Rechnungs-Formate sauber unterstützen sollte.

Welche ERP-Funktionen sind für Chargen, MHD und Mehrlager im Großhandel wichtig?

Großhändler mit verderblicher oder regulierter Ware benötigen eine durchgängige Chargen- und Seriennummernverfolgung sowie eine Verwaltung des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD), um Rückverfolgbarkeit und Lieferfähigkeit sicherzustellen. Wichtig ist außerdem echte Mehrlagerfähigkeit mit beliebig vielen Standorten und Sublagern, dynamischer Lagerplatzzuweisung sowie mobiler Datenerfassung per Scanner. Ergänzend zählen ein differenziertes Konditionssystem mit Staffeln, Boni und Aktionen sowie die Abbildung von Streckengeschäft, Direktanlieferung und Konsignationslager. Bei sehr hohen Lagerumschlägen kann sich ein dediziertes WMS neben dem ERP lohnen, während bei kleineren Volumen das ERP-eigene Lagermodul in der Regel ausreicht.