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Häufig gestellte Fragen

Was ist Microsoft Power Apps?

Microsoft Power Apps ist eine Low-Code-Plattform aus der Microsoft Power Platform, mit der sich Web- und Mobil-Geschäftsanwendungen weitgehend ohne klassische Programmierung erstellen lassen. Anwender kombinieren über visuelle Designer vorgefertigte Bausteine wie Eingabefelder, Listen und Schaltflächen und hinterlegen Logik über die Excel-ähnliche Formelsprache Power Fx. Power Apps bildet zusammen mit Power Automate für Workflows und Power BI für Auswertungen den Kern der Power Platform. Im ERP-Umfeld dient es häufig dazu, ergänzende Oberflächen bereitzustellen, ohne das Kernsystem selbst zu verändern.

Was ist der Unterschied zwischen Canvas- und Model-driven-Apps?

Canvas-Apps bieten ein freies Layout, bei dem jedes Element per Drag-and-drop frei positioniert wird, und lassen sich an über 400 Datenquellen anbinden, darunter SharePoint, SQL Server, Excel, Dataverse und REST-APIs. Sie eignen sich vor allem für aufgabenspezifische, oft mobile Anwendungen mit individuell gestalteter Oberfläche. Model-driven-Apps gehen dagegen vom Datenmodell aus und generieren die Oberfläche weitgehend automatisch, setzen dafür aber Microsoft Dataverse als Datenbasis voraus. Sie bieten rollenbasierte Berechtigungen und Business-Process-Flows und sind damit besonders für strukturierte, datenintensive CRM- oder ERP-Erweiterungen geeignet.

Kann ich Power Apps für mein ERP-System nutzen?

Ja, besonders eng ist die Integration mit Microsoft Dynamics 365, da beide auf Dataverse aufsetzen können. Für SAP-Systeme stellt Microsoft einen eigenen SAP-ERP-Konnektor bereit, der per Remote Function Calls und BAPIs auf SAP ECC und S/4HANA zugreift und in der Regel ein On-Premises-Data-Gateway sowie eine Premium-Lizenz erfordert. Andere ERP-Systeme lassen sich über REST-APIs, Standard- oder Premium-Konnektoren anbinden. Power Apps eignet sich dabei besonders für mobile Apps, Erfassungs-Tools und ergänzende Eingabemasken, während die zentrale Geschäftslogik im führenden System verbleibt.

Was kostet Power Apps?

Der zentrale Produktionsplan Power Apps Premium kostet rund 20 Euro pro Nutzer und Monat und umfasst unbegrenzt viele Apps inklusive Premium-Konnektoren, Dataverse und verwalteten Umgebungen; ab etwa 2.000 Lizenzen sinkt der Preis auf rund 12 Euro pro Nutzer und Monat. Den früheren günstigen Per-App-Plan hat Microsoft Anfang 2026 aus dem Lizenzleitfaden genommen, sodass er für viele Neukunden nicht mehr regulär bestellbar ist, während Bestandskunden in EA und CSP ihn weiter nutzen können. Als Alternative mit geringer Vorabbindung gibt es das Pay-As-You-Go-Modell über Azure, das pro Monat und tatsächlich aktivem Nutzer je App abgerechnet wird. Wenn Dynamics 365 oder Microsoft 365 bereits lizenziert sind, lassen sich bestimmte Erweiterungen der vorhandenen Lösung oft ohne separate Zusatzlizenz bauen.

Wann sollte ich Power Apps statt einer klassischen ERP-Anpassung nutzen?

Power Apps eignet sich vor allem für Frontend-Anpassungen, mobile Anwendungsfälle und einfache Workflow-Logik, etwa für mobile Inventur-, Erfassungs- oder Genehmigungsoberflächen. Vorteile sind die schnelle Umsetzung in Tagen statt Wochen, die Update-Sicherheit des unveränderten Kernsystems und die Möglichkeit, dass auch fachlich versierte Anwender als Citizen Developer einfache Apps erstellen. Komplexe Geschäftslogik, sehr hohe Performance-Anforderungen oder spezielle Algorithmen gehören dagegen weiterhin in den ERP-Kern oder in klassische Individualentwicklung. Damit keine unübersichtliche Landschaft vieler Insellösungen entsteht, sollten Unternehmen frühzeitig Governance, Berechtigungen und Freigabeprozesse festlegen.

Brauche ich für Power Apps Programmierkenntnisse?

Für einfache Anwendungen sind keine klassischen Programmierkenntnisse erforderlich, da Oberflächen per Drag-and-drop entstehen und Logik über die Excel-ähnliche Formelsprache Power Fx abgebildet wird. Dieser Low-Code-Ansatz richtet sich an sogenannte Citizen Developer, also fachlich versierte Mitarbeitende ohne tiefe Entwicklerkenntnisse. Für komplexere Szenarien mit aufwendigen Datenmodellen, Schnittstellen oder Berechtigungskonzepten ist jedoch Erfahrung mit Dataverse, Konnektoren und Architekturfragen sinnvoll, weshalb hier oft professionelle Entwickler eingebunden werden. Bereits seit 2023 unterstützt zudem Copilot in Power Apps dabei, erste App-Entwürfe per natürlicher Sprachbeschreibung zu generieren.